Zumindest bei den Preußen soll es bei den Dampfern Ausnahmen gegeben haben, die in Gegenden mit besonders hoher Luftverschmutzung abweichende Lackierungen erlaubte. Oben rum hatten die BW nach Absegnen des Farbwunsches durch die zuständige KED angeblich alles ganz in schwarz halten dürfen.
Quelle?

Irgendwelche alten Bücher oder Zeitschriften, eines der Neuen von Diener oder zu viel Whisky, aber vermutlich Erstgenanntes gepaart mit dem Getränk.
Ja, das gab es tatsächlich.
"Aus den Unterlagen der Experten Bellingrodt, Bombe, Contius, Dr. Gaiser, (...) geht hervor: Im Zeitraum etwa 1895 bis 1918 tragen etliche Güterzug- und Tenderloks schwarzen Hochglanzanstrich, wobei alle Teile schwarz ausfallen. Triebwerke an Lok und Tender sind weiterhin(!) weinrot und gleichen den alten Spielzeugloks von Bing, Märklin u.a. völlig. (...) Schwarzen Hochglanzanstrich haben hauptsächlich Loks der KED Breslau, Elberfeld, Essen, Halle und Magdeburg. Er dient dazu, den hohen Verschmutzungsgrad in den Industrierevieren nicht allzu deutlich werden zu lassen."
Quelle: Diener, Wolfgang / "Anstrich und Bezeichnungen von
Lokomotiven - Das Erscheinungsbild deutscher Lokomotiven von 1871 bis heute" / VGB Verlagsgruppe Bahn GmbH / Fürstenfeldbruck 2018 (2. Auflage)
Bezüglich der 01 053 schreibt Diener in selbigem Buch (#550), dass diese "anscheinend" in grün/schwarz lackiert war. Er bezieht sich auf ein Werksfoto von der BMAG (aus der Sammlung Schwemmer), das in diesem Buch auch abgebildet ist. Auf dem Foto ist zumindest zu erkennen, dass es sich um eine zweifarbige Lackierung handelt (Bereich der Rauchkammer ist deutlich heller). Um einen Fotoanstrich kann es sich eigentlich auch nicht handeln, da die Kontraste dafür eindeutig zu schwach sind. (Seite 35)
Er (Diener) schreibt dazu: "(...) Die Maschine wurde 1927 von der Berliner Maschinenbau-Gesellschaft geliefert und war vermutlich bereits fertig gestrichen, als der neue schwarz/rote Anstrich vorgeschrieben wurde."