Wenn ich gerade schon mal beim Schreiben bin, hier auch gleich der letzte Baubericht vom Umbau des Schattenbahnhofs.
Erst einmal der Ausgangspunkt: Als ich vor 9 Jahren mit dieser Anlage begann, hatte ich einiges an Bettungsgleis geschenkt bekommen, das ich aber nicht im sichtbaren Bereich nutzen wollte. Außerdem waren die Gleise, Weichen usw. für den sichtbaren Bereich schon teuer genug, sodass ich versuchte, einen kleinen Schattenbahnhof im Tunnel mit dem Bettungsgleis aufzubauen. Erfahrungen mit der Modellbahn hatte ich auch nicht besonders viele, sodass ich mir über Themen wie Gegenbögen usw. keine Gedanken gemacht habe. Das Ergebnis war dann ein Schattenbahnhof mit sehr kurzen Gleislängen (je ein Durchgangsgleis mit ca. 60 und 70cm und zwei Stumpfgleise mit ca. 55 und 80 cm) sowie eine Auffahrt mit zwei langen Gegenbögen mit R310. Die beiden folgenden Bilder zeigen den alten Gleisverlauf.
Es gab damit recht häufig Entgleisungen in den Gegenbögen, nur kurze Züge und auch viel zu wenig Abstellmöglichkeiten (bzw. waren diese wegen der Stumpfgleise nur eingeschränkt nutzbar). Es war also an der Zeit, nach dem Umbau der anderen beiden Bahnhöfe nun auch den Schattenbahnhof zu erneuern und die alten Fehler möglichst nicht zu wiederholen.
Die Planung der neuen Gleisführung zog sich dann auch über einige Wochen mit mehreren Versuchen und Optimierungen. Als Planungssoftware habe ich XTrackCAD genutzt (kostet nichts und läuft auch unter Linux, erfordert aber einiges an Einarbeitungsaufwand). Für die Planung habe ich die Positionen der Gleise für den Anschluss des Schattenbahnhofs ausgemessen und dann versucht, möglichst viele Gleise mit ähnlichen Längen wie in den anderen Bahnhöfen im Tunnelbereich unterzubringen. Die Gleise im sichtbaren Bereich habe ich dann später auf Basis eines dem Plan hinterlegten Fotos in die Planungssoftware übertragen. Diese stimmen deshalb auch nicht ganz exakt mit der Anlage überein. Die Radien sind alle wenigstens etwas größer als R310 und Gegenbögen konnte ich weitestgehend auch vermeiden.
Das nächste Problem war das Verlegen der Gleise im Tunnel. Um diesen nicht nach oben öffnen zu müssen, wurden sämtliche Gleise auf Sperrholzplatten vormontiert, sodass später diese Platten als ganzes in den Tunnel eingeschoben werden konnten. Durch den Übergang zum noch teilweise verwendeten Bettungsgleis im alten Bereich der Anlage passt das ganz gut (3mm Sperrholz mit aufgeklebten 1mm bzw. 2mm Kork).
Auf den Bildern sind die Gleise nur grob mit Gleisklammern fixiert. Verklebt wurden diese erst später, kurz vor dem Einbau in die Anlage. Außerdem fehlen auf dem Bild auch noch alle Rückmelder für die digitale Steuerung. Die beiden folgende Bilder sind von den ersten Tests, ob alles wie geplant in die Anlage passt. Deshalb sind die Übergänge z.T. auch noch nicht verbunden.
Mein Straßentunnel musste wegen des Umbaus etwas gekürzt werden, um Platz für die zusätzlichen Gleise zu schaffen. Dadurch wurde das Ende des Tunnels schon sichtbar, wenn man schräg von oben in den Tunnel geschaut hat. Die Lösung war ein entsprechend skaliertes und in der Helligkeit an die Umgebung angepasstes Bild, das auf die Rückwand des Tunnels geklebt wurde. Einziger Nachteil ist, dass jetzt die nicht ganz mittige Beleuchtung auffällt und je nachdem wie schräg man in den Tunnel schaut, sich dieser Effekt noch weiter verstärkt.
Ein weiteres Problem waren meine S88-Rückmelder. In der Vergangenheit hatte ich schon immer mal das Problem, dass kurzzeitig falsche Meldungen zurückkamen. Wegen der zusätzlichen Gleise kam ein weiteres S88 Modul hinzu und plötzlich funktionierten die letzten Melder überhaupt nicht mehr. Der Fehler war aber relativ schnell gefunden: Durch den zusätzlichen Rückmelder hat sich die Stromaufnahme so erhöht, dass die ECoS vermutlich überlastet wurde bzw. der Spannungsabfall über die Kabel und Steckverbinder so groß wurde, sodass am letzten Modul nur noch ca. 4V ankamen. Ich vermute, dass es vorher auch nicht viel mehr gewesen ist, es aber gerade noch so funktioniert hat.
Die Lösung war ein selbst gebauter S88-Repeater mit 5V Spannungsversorgung. Durch diesen Repeater ist der S88-Bus nun auch in zwei separate Bereiche galvanisch getrennt. Probleme konnte ich seitdem nicht mehr feststellen. Raildata ist bei der ECoS nicht angeschlossen. Falls ich es später doch mal nutzen möchte, kann dieses sowie GND via Jumper wieder verbunden werden. Die Isolation der beiden Abschnitte dient dann nur noch dazu sicherzustellen, dass noch keine Signale an den 74HC125 anliegen, solange die Spannung des entsprechenden Bereichs nicht angeschaltet ist (z.B. wenn der 16V Trafo schon am Strom, die ECoS aber noch nicht hochgefahren ist).
Weil sich für mein eines benötigtes Modul das Design einer Platine nicht lohnt, erfolgte der Aufbau auf einer Lochrasterplatine.
Letztendlich habe ich in den letzten zwei Jahren nahezu alle Gleise auf der Anlage neu verlegt. Von der alten Anlage sind nur noch die beiden Gleisbögen in den rechten beiden Tunneleinfahrten sowie die Brücke übrig geblieben.