Irgendwie funktioniert das Konzept "Mit der Bahn zur Bahn fahren" in diesem Jahr bisher nur bedingt, gleichzeitig habe ich mehr Freizeit und folgendes Zitat brachte mich auf ein sündige Idee...
Die Eigenbauten kannte ich schon, aber damals Stand das Thema für mich in TT nicht zur Debatte und war dann auch schnell aus dem Kopf. Viel zu fummlig, um nicht zu sagen fummlig^123 *hust*
Insgesamt vorbildtechnisch aber genau meine Kragenweite... und Lenz-Kram ist bis heute rar in TTe. Dazu dutzende andere mögliche Vorbilder auf 7x0mm Spur. In der Umsetzung sprechen ein geringer Platz und Materialbedarf für Eigenbauten in TTe.
Die Bilder jetzt nochmal im Kontext der Klunker und DK Bausätze bzw. meiner generellen Erfahrungswelten in TTe zu sehen brachte mich auf eine Idee.
Evergreen Polysterolprofile und Profilplatten sind mir seit Jahren bekannt, aber für mich eher ein Tabu Thema, eine Sünde sondergleichen sozusagen.
Aber... sie sind auch leicht zu verarbeiten und ideal für kleine Modelle in H0e und kleiner. Also ging es gestern schnell nach Westberlin um einen Miniarbeitsplatz und etwas Material zu beschaffen. Das war erstaunlich teuer (Messing wird langsam unbezahlbar... und irgendwelchen Kleinkram findet man auch immer...) aber ansonsten Erfolgreich.
U. a. habe ich Messing L Profile mit 1mm Kantenlänge und Holzprofilplatten mit 1,5 (1,3 wären vll. besser gabs aber nicht) und 2mm "Brettern" gekauft. Nicht ganz so Ideal ist die Materialstärke von 1mm, weshalb sich eher nur G-Wagen anbieten und die Tür entspr. extra gebaut werden müsste. Durch die schmalen L-Profile müssen die Kanten der Wagenkastenwände außerdem zu einem 45° Winkel geschliffen werden.
Als Rahmen sollen 1,5mm U-Profile herhalten. Die kommen später in der Werkstatt drunter. Es ist eine Überlegung wert, den Rahmen soweit möglich (Kupplung!), vollständig nachzubilden. Die U-Profile sind leicht zu verarbeiten und würden noch etwas Gewicht ins spiel bringen.
Da, im Gegensatz zu mir, neben meinem Werkzeug, auch meine Literatur in der Werkstatt weilt musste ich für meinen ersten Versuch etwas im WWW wühlen.
Als Testobjekt hielt erstmal ein Wagen der Bröhltalbahn her. Diese 785mm Schmalspurbahn gehört zu den ältesten Deutschlands (die erste mit öffentlichen Verkehr im damals noch nicht vereinten Deutschen Reich), ist damit keine Kleinbahn und zeichnet sich primär durch eher unförmige Fahrzeuge aus.
So hat mein Vorbild mit 750mm (entspr. 6,25mm in 1:120) einen erstaunlich großen Raddurchmesser und damit auch eine entspr. Rahmenhöhe, ist aber recht schmal. Die großen Räder lassen sich dabei vermutlich eher nicht umsetzen (vll. durch Spur-N Radsätze?). Zu beachten ist auch die für 7x0mm spurige Bahnen eher untypische Kupplungbauart inkl. Kupplungshöhe:
bzw.
Bröltalbahn – Wikipedia
Soweit die Theorie auf zur Praxis:
Für den Wagenkasten kamen - die eigentlich für Wagendächer und -böden angedachten - 2mm Bretter zum Einsatz (siehe Zeichnung), durch Aufrunden und Materialstären ist der Wagenkasten mit 15mm Breite (+ Anbauteile) etwa so breit wie die üblichen Modelle (zum Vergleich in den Bildern GGw von Lorenz).
Das ist erstmal nur ein schneller Versuch, auch weil ich Depp das Dach schon befestigt hab und damit ein Betrieb fast ausgeschlossen sein dürfte. Bei der Bauweise muss auf jeden Fall zusätzliches Gewicht verbaut werden. Der Wagenkasten wiegt jetzt gerade 2,5g ...
Generell gitl: Als Achslager bieten sich Klunker Bauteile an. Falls vorhanden, wäre das vll. auch eine Idee Spur Z 2-Achser oder Busch H0f Kram zu verwerten. Wagenkastenstreben (und vll. auch bessere Lösungen für die Eckprofile) gibt es bei Klunker als Kleinteil. Die Schiebetür wäre - hier im speziellen weil zu beiden Seiten öffnet- noch ein Problem aber vll. wie von Fummel mit Pappe/Bastelpapier zu lösen? Vll. Gibt es die Ebenfalls als Kleinteil extra (ich bin mir unsicher)
Insgesamt würde ich aber fast behaupten: kann man machen und ist einen zweiten Blick wert! Grundstruktur und Proportion (nicht nach Vorbild aber im Vergleich zum restliche Fahrzeugpark) passen auf den ersten Versuch. Zeichnung und Rohbau gehen schnell. Agesehen vom Schleifen und Bleistiftanspitzen entsteht wenig Dreck. Die Materialkosten sind schwer einzuschätzen. Knapp 30€ für Profilplatten und Messingprofile, die aber für mehrere Modelle reichen, je nach Größe ca. 5, würde ich behaupten vll. mehr.
Ob ich so ein stimmiges, vorbildgerechtes Modell hinbekomme, lasse ich mal dahingestellt aber zum nachmittäglichen freelancen am Küchentisch scheint mir das keine schlechte Idee zu sein.