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Was ist eine Neubau-Elok?

@Dikusch also ich will mal versuchen, darzulegen, warum ich bei den E-Loks nicht auf die reine Lehre der Epochenumstellung gehe.


1. viele, nein eigentlich fast alle E-Loks, die vor und bis zum Ende der Kaiserzeit gebaut wurden, waren Prototypen und eigentlich Einzelstücke. Auch wenn sie in Gruppen zusammengefasst wurden oder sogar als Serie bestellt wurden. Aus den Serien wurde nichts, da der 1. Weltkrieg die gebaute Serie verhinderte und wenn überhaupt, nur eins oder einige wenige Exemplare gebaut wurden. Weiterhin unterband weitgehend der 1. Weltkrieg dann auch den Einsatz der Loks. Nicht wegen akuten Kriegshandlungen in den Einsatzgebieten, sondern vielmehr aus wirtschaftlichen Gründen. Die geplanten Leitungen waren nicht gebaut oder nicht weit genug gebaut, dass kein wirtschaftlicher Einsatz der E-Loks umsetzbar war.

2. wurden nach dem 1.WK dann erst die bestellten, kleinen "Serien" (höchstens um 10) weiter gebaut, oder dann abgebrochen oder umgemünzt auf andere Loks, die vor dem 1. WK nicht als Serie geplant waren. Zumeist waren das Stangen-E-Loks, aber es gab auch Einzelachs-E-Loks, wie die 92.7 oder 16.x. Damit wird die Unterscheidung: Altbau = Stange, Neubau = Einzelachsantrieb hinfällig. Vielmehr wurde immer mal wieder zwischen diesen beiden, grundsätzlich unterschiedlichen Antriebsversionen hin und her gewechselt, ohne eine wirkliche Präferenz zu entwickeln. Nrr stimmt nicht, man hielt am System Stange lange fest, da man das von den Dampfloks kannte. Doch die Stange funktioniert nur zusammen mit dem Dampf gut, denn der puffert die auftretenden Kräfte. Das musste man aber erst mal erkennen...
Das lief dann so deutlich in die DRG-Zeit hinein. Während die Dampfloks damals schon ein Ziffern-Ordnungssystem erhielten, liefen die DRG-E-Loks immer noch in den Länderbahn-Beschriftungen. Und die Entwicklungen fußten weiter auf den Länderbahn-Loks, ja deren bestellte Serien wurden jetzt erst abgearbeitet.

Das Ende dieser Entwicklung stellt in etwa die E77 dar. Es gab dann zwar noch den Versuch, die schleudernden Massen der Stange, mit der E75 in den Griff zu bekommen, aber auch der scheiterte. Hohe Geschwindigkeiten (>60 km/h) waren damit nur noch schlecht in den Griff zu bekommen.

3. Diese Abkehr von der Stange, um höhere Reisegeschwindigkeiten zu erreichen und die Zielsetzung der DRG, ein Typenprogramm, ähnlich der Dampfloktypen, aufzusetzen, führten zu den erneuten Prototypen, diesmal Konstruktiv von der DRG definiert: der E15 (erst als E18 eingestuft, dann umbenannt), E16.5 und E21.x "Serien". Von diesen Prototypen-Serien kam dann die E21.01, als erste, 2027 auf die Schiene. Und die erhielt als Erste, nicht das Nummernschema der Länderbahnen, sondern das neue Nummernschema der DRG. (Oh, jetzt kann man rauslesen dass ich behaupte, dass die E21.01 die erste der drei genannten Serien 15, 16, 21 war. Das kann ich nicht belegen, sie war die Erste der E21 "Serie"...)

Daher ist für mich nicht der Zeitraum der Gründung der DRG, bei den E-Loks, entscheidend, für die Einteilung Altbau / Neubau E-Lok, sondern das Erscheinen des DRG-Nummernschemas bei den ersten, neu in den Dienst eingestellten E-Lok-Typen. Denn auch wenn die E77 schon von der DRG 1923 bestellt und noch 1924 geliefert wurde, stellt sie eine Sackgasse und damit das Ende der Länderbahn-Konstruktionen dar. Und diese wurde noch als EG 701-725 bzw. EG 3 22 001-031 (pr. und bay. Länderbahnschema) in Dienst gestellt. Mit den Erfahrungen der E77 und schließlich der E75 war das Ende der Stange gekommen. Und der Zwang, neue Lösungen für dieses Antriebssystem zu finden. Und das fiel mit dem neuen E-Lok-Nummernschema der DRG zusammen: 1927. Nicht jedoch mit der Gründung der DRG: 1924.

Das entspricht so in Etwa der Quersumme des Wissens, was ich mir angelesen habe. Das kann gerne überprüft und widerlegt werden. Und auch gerne unterfüttert werden. Wie jede(r/m) Mitlesenden es beliebt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Einteilung Altbau/Neubau kam in dieser Form erst nach 1945 auf. Auch die "Altbau"-Fahrzeuge waren mal Neubau! Denn sie wurden einst fabrikneu ausgeliefert. Für uns sind es die alten Loks. Und die neuen Loks, eben die neuen Loks.
Ich respektiere auch einen Tatrawagen Typ T3 oder T4 in den einschlägigen Museen als Museumsexponate. Aber als "alte Straßenbahn" kann ich sie persönlich noch nicht bezeichnen. Alte Straßenbahnen sehen in meinen Augen anders aus. Mit Ach und Krach gehen bei mir die Fahrzeuge der Nachkriegsgeneration (Lowa, Gotha, Verbandstyp) als alte Wagen durch, obwohl: Neubauwagen (weil nach 1945 gebaut).
Es soll jeder für sich regeln.
Die gegenwärtigen, modernen Fahrzeuggenerationen sind in 30 Jahren was? Altbau... Weil es neue Generationen geben wird...
Wir denken manchmal darüber nach, dass unsere DESIRO-Triebwagen auch mal irgendwann "historisch" werden. Heben wir uns einen als "Nostalgiefahrzeug" auf? Wir haben jetzt schon größere Aufwendungen, die Steuer- und Leittechnik am Laufen zu halten. Alles elektronisches Zeug, was bereits in seiner Form als überholt gilt.
Im Gegensatz zur elektropneumatischen Schaltwerksteuerung einer "Neubau"-E-Lok aus den sechziger Jahren, die man mit normalen Schlosserarbeiten reparieren kann, hat der Bordrechner eines "Neubau"-Triebwagens aus den neunziger, bzw. zweitausender Jahren eine wesentlich geringere Halbwertszeit. Wenn die Software abfährt, war es das...
Ich denke, jede Generation von uns Eisenbahnfreunden definiert "Neubau" für sich neu...
Ich bin nun auch schon mit 57 Jahren "Altbau"...
Helge
 
Das überbrückt aber gut die Wartezeit zu den Tillig-Neuheiten 2026, finde ich.
 
Füllosophie sozusagen...
 
Toll! Was wäre der Deutsche nur ohne seine Schubladen? Vermutlich nur ein halber Mensch - wenn überhaupt.

Die Absurdität der Frage ließe sich wohl am besten dadurch deutlich machen, in dem man dazu auffordert, dieselbe Frage nochmal in zwanzig Jahren zu stellen.

Einen für alle Zeiten klaren Begriff definieren zu wollen, was Alt- und was Neubau sei, scheitert doch wohl schon an der seit Einstein bekannten Relativität der Zeit.

Bei der Berliner S-Bahn, mit unseren aktuell drei Baureihen, verrät mir übrigens mein Lohnstreifen, welche der drei Baureihen definitiv zum "Altbau" gehört: die Baureihe 480! Für jede Schicht mit dieser Baureihe gibt es nämlich fünf Euro "Altbauzuschlag."

PS: Es heißt El-Lok, nicht E-Lok.
 
E-Lok, Ellok, all das habe ich von "meinen Alten" übernommen. Daraus geboren wurde auch der Spitzname "Elli"...
Einige Kollegen verwenden auch Funkenkutsche und Bügeleisen.
Inzwischen sind alle möglichen Abarten im Sprachgebrauch, Widerrede ist da sinnlos. Sagts doch, wie Ihr wollt.
Ursprünglich gings um Altbau und Neubau. Auch da finden wir keinen generationsübergreifenden Konsens. Wie auch?
Übrigens: der Kern der Dresdner Altstadt ist neugebaut. In hundert Jahren sind diese Disneyhäuser? Altbauten.
Tanken fahren wir immer noch "in Altstadt". Mit unseren DESIROs, die auch bald Altbaufahrzeuge sind.
Helge
 
Es gibt für Gebäude auch noch das schöne deutsche Wort „Altneubauten” - gern verwendet für die erste Generation der Häuser nach dem letzten Krieg.

Den Ausdruck finde ich fast so schön wie „Doppelhaushälfte“.
Hier würde der gelernte Rechenkünstler kürzen - dann bliebe nur Haus übrig.
Das trifft die Sache aber nicht präzise.

Wir haben eine schöne Sprache und man kann immer noch was dazu erfinden.

Ob El Lok sich anders spricht als E Lok? Trotz Hörgerät werde ich da keinen Unterschied bemerken können.

Die Mehrzahl von Lok soll bei älteren Eisenbahnern „Loken“ gewesen sein, was durchaus eine gewisse Logik hat.

Grüße Ralf
 
Mein Onkel, gestandener Eisenbahner, hat immer Loken gesagt. Muß also bei der Bahn üblich gewesen sein, möglicherweise nur in der Verwaltung.
 
Mein Onkel, gestandener Eisenbahner, hat immer Loken gesagt. Muß also bei der Bahn üblich gewesen sein, möglicherweise nur in der Verwaltung.
...ist evtl. auch nur lokal so. Mein Opa (auch gestandener Eisenbahner in der Altmark) sprach immer von 'Loks'...
 
Lok ist doch die Abkürzung von Lokomotive.

Und wenn man daran denkt, hat das schon Sinn mit den Loken.

Man darf die nur nicht beim Frosch suchen 😂
Nochmal schlau gemacht: Abkürzungen erhalten im Plural grundsätzlich keine Endung. Ausnahme: Man möchte Verwechslungen vermeiden: die GmbH (Singular), die GmbHs (Plural).

Ergo: die Lok (Singular), die Lok s (Plural). "Loken" = falsch.
 
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