Ich habe über den
Modellbahn-Fachmarkt Plauen das wunderbare Sonder-Modell der 99 779 mit Sound und Licht erwerben können.
Ich möchte euch einen Einblick ins Innere des Modells geben. Ich teile die Bilder mit euch, weil es immer so spannend ist, wie es drinne aussieht. Ohne Grund sollte man die Lok aber nicht aufschrauben, es löst sich leicht etwas Lack an den Stellen, wo das Oberteil stellenweise sehr eng auf dem Unterteil sitzt. Drum auch die Beschreibung, wie ich es geöffnet habe.
Interessant ist es, wie die Digitalisierung und Verkabelung umgesetzt wurde. Wer es selber probiert, kann sich hier Anregung holen, denn ich finde das sehr gut gemacht.
Ich musste das Maschinchen öffnen, weil mir der kleine Heizer in die Lok gefallen ist und er anders nicht mehr heraus fand.
Das Modell bildet den Zustand der 60er Jahre ab. Das Führerhaus wurde bereits verlängert, die Dachaufbauten sind aber noch die alten. Die Pfeife sitzt noch nahe am Führerhaus, sehr laut für das Personal. Die drei Tritte zum Tender sind noch da, die wurden erst in den 80ern entfernt. Die Heberleinbremse ist meines Wissens nach nicht mehr das Originalteil, diese wurde nachträglich wieder angebracht.
Überhaupt, das Modell von Ronny Veit ist Oberklasse. Alleine die detaillierte Steuerung an einem so winzigen Modell ist der Hammer. Nur die Nieten am Führerhaus sind etwas dick aufgetragen. Auf dem Fotos fällt das auf. Mit dem bloßen Auge dagegen sieht das sehr gut aus.
Das Licht des Sondermodells besteht nicht nur aus den je 3 Lampen vorne und hinten, sondern auch aus 6 x Triebwerksbeleuchtungen, Führerstandsbeleuchtung und einer roten Feuertürsimulation - natürlich immer passend zum Sound.
Dazu gibt es noch ausreichend Pufferspeicher. Lokführer und Heizer wurden auch eingesetzt, die hier gar nicht so leicht einzukleben sind.
Ebenso Oberklasse das
Soundprojekt von Andreas Schwoboda. Bislang war ich der Meinung, Sound bei TTe sei sinnlos - nun, das hier überzeugt mich. Was ich faszinierend finde: Beim Zurückdrehen des Reglers um 1-2 Stufen hören die Dampfstöße auf und die Lok rattert im Leerlauf dahin. Dreht man wieder auf, geht das Spektakel wieder los. Das macht Spaß.
Dass die Lok keinen HiFi-Sound liefert, stört mich nicht. Ganz im Gegenteil, das Geräusch des kleinen Lautsprechers passt zu der kleinen Lok, alles andere würde unplausibel klingen.
Das Licht liefern kleine 402-er LED in den Lampengehäusen (0,5x1mm).
Gehäuse öffnen:
Das Gehäuse wird über 2 Schrauben an der Unterseite gehalten. Die vordere Schraube befindet sich oberhalb des Vorläufers und ist durch ein Loch desselben herauszuschrauben. Die hintere Schraube versteckt sich am seitlichen Luftbehälter und hält zudem das Einzelteil mit Luftbehälter und Türtritt fest.
Beide sind vorsichtig mit einem Kreuzschlitz-Schraubendreher Größe PH 000 zu lösen. Dabei aufpassen:
- Die Schraube vorne verhängt sich gerne im Vorläufer und würde ihn nach oben biegen, wenn man es nicht mitbekommt.
- Der Luftbehälter hinten steht etwas über die Schraube über. Damit er nicht zerkratzt wird, muss man den Schraubendreher etwas schräg halten.
Den Luftbehälter mit dem Tritt vorsichtig leicht wackelnd nach vorne abziehen.
Dann das Fahrwerk leicht wackelnd nach vorne herauslösen. Das Oberteil sitzt bei mir sehr straff auf dem Fahrwerk. Auf der rechten Seite gibt eine senkrechte Strebe neben der Schwinge. Diese gehört zum Unterteil. Die Rohre vor der Strebe gehören zum Oberteil. Hier hat sich dabei etwas Farbe gelöst - ärgerlich! Vielleicht hätte ich die Rohre es etwas zur Seite drücken oder irgendetwas anderes anders machen sollen.
Das Gehäuse ist mit einem Kabelbaum mit dem Unterteil verbunden. Es ist lang genug, um das Gehäuse neben der Lok abzulegen, allerdings etwas kurz, wenn man dann am Gehäuse arbeitet und wackelt.
Die Digitalisierung:
Der Sounddecoder ist ein ESU LokSound 5 Nano DCC mit E24-Schnittstelle (
ESU-Nr. 58925). Er ist auf eine E24-Adapterplatine von ESU gesteckt (
ESU-Nr. 53953), die wiederum am Motorhalter befestigt ist. Der Lautsprecher ist vermutlich der 11x15mm-Lautsprecher nebst Schallkapsel-Bausatz, der mit dem Decoder zusammen geliefert wird (Einzelteil:
ESU-Nr. 50321).
Auf der anderen Seite werkelt ein Powerpack, das meherere Sekunden Stromausfall überbrücken kann. Ich habe eine Weile gerätselt, was "QWIZ" für ein Hersteller ist. Naja, die Platine steht auf dem Kopf. "QUIZ" bedeutet richtigrum "ZIMO". Es ist
ein Staco 4.
Unterm Kohlekasten sitzt eine weitere Platine, versteckt unter schwarzer Folie, vermutlich enthält sie die Vorwiderstände der LEDs.
Im rechten Wasserkasten wurde ebenso Etwas unter einer schwarzen Folie versteckt, das den Strom auf die vielen Drähte verteilt.
Ich habe meine Neugier gezügelt und nicht unter die Folien geschaut.
Die Triebwerksleuchten bestehen aus kleinen LEDs der Bauform 402 und sind 0,5 x 1mm klein. Sie wurden seitlich rot angemalt. Das macht sich gut!
Eine weitere LED der gleichen Sorte gibt dem Lokpersonal Licht.
Die Kabelbäume sind sorgfältig verlegt und bringen den Strom an die Seiten und nach vorne.
Wie das Licht zum Spitzenlicht vorne gelangt, konnte ich nicht erkennen. Die Rauchklammer ist aus Vollmaterial, von innen geht es daher schlecht. An der Rauchkammer außen befindet sich seitlich eine Ritze. Ich vermute, dass der Lackdraht hierin von unten zur Lampe geführt wird.