In unserem kleinen bescheidenen Fischerdorf mit Bahnanschluss wird aktuell das EYE55 - Riesenrad montiert:
Die Rostocker Schausteller Katrin und Alfred "Fredi" Geisler haben für ihren seit 2020 bestehenden "Treffpunkt am Riesenrad" auf der Warnemünder Mittelmole das 55 m hohe Greier Riesenrad gechartert. Es bleibt bis zum 31. Oktober 2025 in Warnemünde. Einer von Fredis Scania übernimmt die Logistik. Die restliche Scanias werden mit dem eigenen Hanse Rad dieses Jahr auf Tour gehen.
Auch der gute alte 1850 ist für Fredi unterwegs, auch wenn die Türbeschriftung etwas anderes vermuten lässt. Da kommt etwas Nostalgie durch. Katrin Geisler entstammt die Rostocker Schaustellerdynastie Urbigkeit. Vor Ende des 2. WK war die Familie als Schausteller im heutigen Litauen ansässig. Zu DDR-Zeiten war es "ccol" wenn sie von ihrem Sommerstandort in Kühlungsborn wieder nach Rostock kamen. Barkas mit Rundumleuchten vorne weg. Dann kamen drei Zugmaschinen (S4000, H6 und MAZ) mit mehreren Pack- und Wohnwagen. Alle wie aus dem Ei gepellt. Warum hatte ich damals nur keine Knipse???
Der Vario bringt schon mal eine Gondel und zwei Strandkörbe vorbei. Wer Lust hat, kann in der Gondel auch ein Frühstück (allerdings erst ab 11:00 Uhr für Langschläfer...) oder Dinner buchen.
Eine MAN Zugmaschine von Patrick Greier, Schausteller in 5. Generation, aus Schneverdingen. Neben dem EYE55 hat der Schausteller noch zwei weitere Riesenräder. In Kühlungsborn wartet das MEIN RAD BALTICA bis zum 4. Januar 2026 auf Gäste. Das MEIN RAD CLASSIC CRUISER ist auf Tour. Aktuell steht es auf dem Hamburger Dom.
Eine interessante Container-Lafette.
Was gab es sonst so noch?
Eine stimmige LKW-Anhänger-Kombination mit IVECO Trakker einer Baufirma in Leer.
Noch zwei Ivecos. Wobei der 1. dank seines Halters auf Understatement macht. Er hat kein E-Kennzeichen, fährt und kühlt aber elektrisch. Ein kleines Detail verrät es. Die blaue (auf dem Bild wirkt sie eher türkis) Spange am unteren Ende des A-Holm.
Dieser Kollege fällt mehr auf. RIVIAN liefert exklusiv den EDV 500 an den US-amerikanischen Versandhändler.
Kleiner Smartie von Warnemündes früherer Fischfrau-Legende Min Herzing. Bis in die 1970er Jahre verkaufte Hedwig Anke auf dem Warnemünder Kirchenplatz Fisch. Jeden Passanten sprach sie mit "Min Herzing" an. So entstand die Legende "Min Herzing I". Eine Nachfolgerin wurde mit Margot Thielk gefunden und es entstand "Min Herzing II". Nach der Wende entstand daraus ein stationäre markenrechtlich geschützter Fischhandel mit Gastronomie. Die Wende ist aber auch schon über 30 Jahre her und die Tochter von Margot Thielk sowie deren Ehemann sind inzwischen auch schon Rentner. Da sie im eigenen Haus keinen Fischhandel mehr haben wollten, wurde das Geschäft im November 2021 geschlossen. Übrig geblieben sind der Smart und zwei mobile Fischimbisse mit einem neuen Betreiber.
Und nochmals nach Leer. Leer ist Deutschlands zweiwichtigster Reedereistandort nach Hamburg. Dort hat u.a. Briese Schifffahrt mit ca. 130 Schiffe ihren Sitz. Vor deren Haustür parkte dieser Hyundai Terracan aus Weißrussland. Den Geländewagen bauten die Koreaner von 2001 bis 2006. Die technische Basis kam vom Pajero V20 aus dem Hause Mitsubishi. Den Motor steuerte der kurz zuvor übernommene Autohersteller KIA bei. Auf anderen Märkten gab es auch Motoren von VM aus Italien. Leider sind sowohl der Technikspender Pajero als auch der Terracan bei uns nahezu ausgestorben. Der Terracan blieb ohne Nachfolger und der Pajero verschwand 2018 aus dem europäischen Mitsubishi-Portfolio. 2021 verschwand er komplett vom Weltmarkt. Im asiapazifischen Raum bliebt der Pajero Sport auf Basis des Triton (L200) erhalten. Warum nicht auch bei uns? So stirbt eine Marke - mit Renault-Derivaten kann man keine Blumentöpfe gewinnen...