Bundeswehr-Konzept versus Rheinmetall-Lösung
Der Vergleich zwischen dem, was bisher in Sanitätsdiensten und in Medien diskutiert wurde, und dem, was Rheinmetall und Alstom jetzt präsentierten, unterscheidet sich deutlich voneinander. Die ICE-3neo-Lösung basiert auf einem geschlossenen Hochgeschwindigkeitszug, dessen Wageneinheiten fest miteinander verbunden sind. Der Umbau muss gesondert und ganzheitlich erfolgen; das Rheinmetall-Konzept bleibt durch seinen modularen Container-Bau flexibler – auch im Fall einzelner Ausfälle von Waggons durch Beschuss.
Dazu kommen Einschränkungen, die erst im Übungsbetrieb wirklich auffallen. Beispielsweise der Umstand, dass Personenzüge wie der ICE nie für den Ein- und Ausstieg via Patiententransportrage konstruiert wurden. In der Praxis führt das zu teils skurrilen Bildern, zu schmale Gänge und Türen führten bei einer gemeinsamen Übung von US Army und Bundeswehr in Polen kürzlich dazu, dass die Tragen durch geöffnete Fenster ins Innere des zweckentfremdeten Waggons bugsiert wurden.
(Das Bild habe ich entfernt)
US-Soldaten versuchen, eine Trage mit Verwundetem durch das Fenster eines weißen Zugwaggons zu heben.
Foto: CPM / Navid Linnemann
Das ist nicht nur umständlich, sondern kostet auch wertvolle Zeit. Zeit, die 1.000 Verwundete täglich nicht haben, wenn sie von einer möglichen Ostfront im Baltikum über Polen nach Deutschland verlegt werden wollen.