Du hast dir die Frage in #5567 schon selbst beantwortet. Beim umstellen vor Ort mit dem Handhebelgewicht hätte die Stellung der Weiche an der Außenanlage nicht mehr mit der im Stellwerk überein gestimmt. Beim umstellen im Stellwerk wäre der Hebel an der Weiche der Bewegung nicht gefolgt.
Ich empfehle Stefan Carstens, Mechanische Stellwerke vom MIBA Verlag. Auch bei meiner Arbeit auf diversen mechanischen Stellwerken ist mir das nie begegnet.
Du kannst aber Bereiche festlegen, wo die Weichen aus dem Stellwerk heraus bedient werden (Hauptgleise) und in den Nebengleisen mit dem Handhebelgewicht vor Ort.
Hauptgleise sind Gleise auf denen Zug- und Rangierfahrten stattfinden. Auf Nebengleisen wird nur rangiert und es finden KEINE Zugfahrten statt.
@madas Interessant. Mir aus Deutschland nicht bekannt.
In Deutschland von Preußen über Sachsen, Württemberg usw. wurden Innen- oder Außenspannwerke verwendet. Bei großen Stellentfernungen auch beides kombiniert. Mir bekannt sind Stellentfernungen bis 750m. Bei weiteren Entfernungen z.B. zwischen Haupt- Vorsignal kamen schon relativ zeitig Elektromotoren zum Einsatz. Ab 1912 wurden bereits die ersten Elektromechanischen Stellwerke gebaut. Dadurch konnten, gerade auf großen Bahnhöfen, diese Probleme umgangen werden. Dazu kam das durch höhere Geschwindigkeiten auch größere Abstände zwischen Vor- und Hauptsignal erforderlich wurden. Das erforderte technische Lösungen die auch die Längenänderungen der Drahtzugleitungen der unterschiedlichen Temperaturen im Sommer und Winter sicher ausgleichen konnte.
Es gab viele Versuche mit verschiedenen technischen Lösungen. Druckluftstellwerke waren ein solcher Versuch.
Auf Nebenbahnen, oder den vielen Privaten Bahngesellschaften die auch nach Gründung der DRG 1924 weiterbestanden, wurden aus Kostengründen lange Zeit die mechanischen Stellwerke beibehalten. Auch auf Hauptbahnen bestehen teilweise bis heute noch mechanische Stellwerke. Die häufigsten noch vorhandenen Bauarten sind dabei Einheit und Jüdel. Es gibt aber auch noch andere.