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Eigenbau V 10 C (TTe) von Andi

Als gelernter Zahntechniker kann ich nur sagen: Du hast sehr gut gegossen. Weil es oben an den Ecken keine dünnen Abzugskanäle gibt, bleibt da immer etwas Luft hängen.
 
Hat sich jemaand mal mit den Kosten und Verarbeitungsmöglichkeiten (Schmelzpunkt bzw. Sintermetall aus Pulver) für Osmium beschäftigt? Dichte über 22 g/cm³. Damit würden bei kleinen Loks die Ballastgewichte ca. 3x so schwer, wie bei Zinn-/Zinklegierungen.
 
Weil es oben an den Ecken keine dünnen Abzugskanäle gibt, bleibt da immer etwas Luft hängen.
Genau so ist es. Habe noch ein bisschen experimentiert. Das passiert nicht, wenn man die Form etwas schräger stellt. Dann allerdings bleibt etwas Luft mittendrin hängen, und das Gewicht hat im "Dach" ein kleines Loch. Vielleicht gibt es den optimalen Anstellwinkel. Das ist ja das Schöne: wenn ein Gewicht nix geworden ist, schmilzt man es wieder ein.
Abzugskanäle hätte ich gern gehabt. Aber so einfach ist das bei der Form des Gewichts nicht. Zumindest nicht, wenn man die Form dort öffnen möchte. Vielleicht fällt mir noch etwas ein.

Andi
 
Einen Winkel könntest Du noch verändert. Nämlich den, der die Ecken mit den Luftblasen etwas tiefer als die Spitze vom Einfülltrichter macht. Im CAD sieht man mit einem Schnitt als verschiebbare Füllstandsebene recht gut, wo man Luft einschließen wird.
 
Für Nachahmer - Ballastgewichte stehen ja gerade hoch im Kurs - noch ein paar meiner Anfänger-Erfahrungen.

Nach dem Hinweis von @MacG habe ich in die Ecken noch Löcher in Auszugsrichtung gebohrt. Verwendet habe ich einen 1 mm Bohrer. Die Löcher haben letztlich vielleicht 0,3 mm Durchmesser. Das reicht für die Luft, und das Material kühlt in diesen Kanälen sehr schnell aus, läuft also nicht seitlich weg.

Ist das Metall nicht heiß genug, wird es fest, ehe alle Ecken erreicht sind (Bild 1 und 2).

Bei der genauen Ursache für die unregelmäßige Oberfläche (Bild 3 und 4) bin ich nicht sicher. Mein Eindruck: der Effekt trat auf, wenn die Form zu stark vorgewärmt war und ich nach dem Guss noch durch Klopfen Luftblasen lösen wollte. Metall ist halt kein Resin. Ich wärme die Form jetzt gar nicht mehr vor und erhitze lieber das Metall etwas stärker. Der Regler auf meinem Schmelztopf steht bei ca. 260 °C. Die reale Temperatur liegt wahrscheinlich darunter. Bei der Schmelztemperatur von BiSn42 tut sich da nämlich noch nix.

Auf dem 5. Bild sieht man den Grauschleier auf der Schmelze. Das ist eine Oxidschicht, mit der man vor allem bei wiedereingeschmolzenen Teilen immer mehr zu kämpfen hat. Ich habe mir angewöhnt, diese Schicht mit einem flachen Holzstab vor dem Guss abzuziehen. Das verbessert das Fließverhalten.

Bild 6 und 7 zeigen ein Gewicht, wie ich es jetzt mehrmals gegossen habe. Gegossen habe ich möglichst schnell. Die Metallmenge habe ich so gewählt, dass der Angusstrichter möglichst voll war. Danach: Pfoten weg!

Andi
 

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Damit niemand denkt, es geht hier nicht weiter: Link.

Als problematisch haben sich die Radschleifer herausgestellt. Ich hatte mit Laufflächenschleifern und Außenschleifern experimentiert und bin schließlich bei Innenschleifern gelandet. Die Laufflächenschleifer scheinen die Radsätze gegenseitig zu entlasten. Jedenfalls war die Stromabnahme mies. Außenschleifer funktionierten besser, drücken aber den Außenrahmen zu sehr in Richtung der Gegengewichte.

Die Innenschleifer ziehen ihn zwar an die Räder heran, dem wirken aber zwei kleine Stützen an der Innenseite der Außenrahmen entgegen. Unter diese Stützen werden die abgewinkelten Radschleifer geschoben. Letzteres habe ich leider vergessen zu fotografieren - daher nur ein Bild des Außenrahmens ohne Radschleifer.

Gegen die Kurzschlussgefahr hilft eine Schicht Isolationslack auf die betroffenen Bereiche des Getriebes. Die "Lackierschablone" ist gedruckt.
Fenster hat die Lok inzwischen auch. Ein befreundeter Modellbahner war so nett, die Fräse anzuwerfen.

Die Lok soll noch Lampengläser und innen eine Abdeckung über die Elektronik bekommen. Dann ist sie fertig.

Andi
 

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Das Problem bleibt bei der Lok, man kann aus der ferne nur bedingt erahnen wie winzig sie ist und was hier für Aufwand + Können drin stecken.
Das bild mit dem W50, wenn auch nur als Größenvergleich gedacht, hat was!

Gratulation zu diesem grandiosen kleinen Lökchen. In Blau mit Zierstreifen ist sie einfach hübscher, die V10C, das muss ich zugeben.
 
Aus eigener Erfahrung mit den Karsei Semisechsachser: Die Weichen werden fies. Hier stört dann jeder kleine Widerstand aber als ich das zum ersten mal bei mir gesehen hab war ich auch von den Socken! Mit sowas in TT hätte ich nie gerechnet.
 
@RoFra
Danke für die Vorwarnung. Welche meinst Du genau mit "Semisechsachser"? Die mit der halben mittleren Achse im Drehgestell? Die habe ich nicht. Ich habe nur die Vierachser. Das mit den Weichen wollen wir auf dem MV-Stammtisch ausprobieren.

Andi
 
Der 4 Achser laufen bei dir ja beeindruckend ruhig, deswegen bin ich von den 6-Achsern (sind sie ja nicht wirklich) ausgegangen. In Kombination mit TTfiligran Weichen hatte ich mit denen doch ziemliche Probleme. Mit den 4-Achsern aber nicht. Da stören im schlimmsten fall falsch hängende Schläuche/Ketten.
Sind das Rokuhan Gleise die du nutzt? Die Weichen da sind eigentlich ganz gut, nur die Optik...
 
Ja, das sind Rokuhan-Gleise. Hatte ich mir damals für die IV K gekauft. Und ganz irgendwann will ich mir mit "richtigen" TTe-Gleisen auch mal ein Stück Erzgebirgslandschaft bauen. Muss ja nicht riesig sein. Also entweder Modul oder halt Minianlage für den Kofferraum.

Andi
 
In der Kurve kommt dann auch das Wackeln durch, was ich vermisst hab :D

@Vorbildliche Zugkraft: Das habe ich mich auch schon gefragt. Heute sieht man die Loks mit max. drei 4-Achsern, würde ich behaupten. Hist. Bilder im Rollwagenverkehr sind ziemlich rar. Auch weil wenig Loks überhaupt zu Bahnen mit Rollwagenbetrieb kamen. Mir fallen spontan nur ein paar Sächsische Werkloks, Harz und Spreewald mit Möglichkeiten ein. Wobei die Loks m. E. nur im Spreewald als Streckenloks bezeichnet werden können, die Strecke war halt nur sehr kurz. Zumal im Rollwagenbetrieb recht schnell die maximalen Zuglasten für Schmalspurzüge erreicht werden dürften. Hier sind ja - ähnlich wie bei der Streckengeschwindigkeit - nicht unbedingt Leistungsparameter der Fahrzeuge das Problem bzw. die Grenze, sondern eher betriebliche oder technische Parameter, wie Bremsleistung usw., würde ich mal behaupten.

/edit: Ich fand bei meiner schon das Einsetzen der Fenster nicht banal, aber Lampengläser... Ich bewundere die Detailverliebtheit und Geduld, die einige hier in 1:120 präsentieren. Schade dass sich das Thema schon dem Ende neigt :/

Wie wärs mit einer Ns4? Oder einer zweiten V10C? Der Trend geht zum Päärchen, hörte ich!
Vll. auch eine V36k, da würde ich auch eine nehmen :D
 
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Einfach nur Klasse!!!
Grüße Bernd
 
Es gibt ein paar Bilder der V 10 C von der Stützengründer Bürstenfabrik, wo sie mit Rollwagen zugange ist. An dieser Lok orientiert sich das Modell. Zu finden sind die Fotos im dritten Band zur WCd-Strecke von SSB-Medien, eins davon sogar in Farbe. Die Lok bewegt dort einen oder zwei offene Waggons auf Rollwagen. Es ist übrigens die Lok, die sich heute im Bestand der Pressnitztalbahn befindet.
Die Lok war "auf Reichsbahngleisen zugelassen" und soll angeblich einmal sogar bis nach Schönheide Süd gekommen sein. Fotos, die das belegen, kenne ich bisher nicht.

Die Lampengläser hatte ich vorgesehen, weil ich mir eine Beleuchtung offen lassen wollte. Man bekommt es sicher irgendwie hin. Ich habe den Gedanken aber wieder verworfen. Die Probleme beginnen schon damit, dass die Lichtleiter, zumindest wenn gerade eingesteckt, in der Seitenwand landen würden - dasselbe Problem wie bei Rocos 120. Bei einem gedruckten Gehäuse fürchte ich außerdem, dass das Licht von außen nicht nur durch die Lichtleiter sichtbar wäre.

Danke übrigens an alle für die freundlichen Reaktionen. Das Projekt zieht sich ja nun mit vielen Wartepausen und Unterbrechungen fast schon 5 Jahre hin. Ein bisschen weitergehen wird es noch. Mir gefällt die Lösung mit den Litzen, die direkt an die Buchse gelötet werden, nicht so ganz. Eine kleine Platine wäre besser. Außerdem hat die besagte Lok der Bürstenfabrik ein sehr schön abgeranztes Erscheinungsbild. Das nachzubilden, würde mich ja schon reizen.

Andi
 
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