Das zweite Leben der Kastenbrücke
Die erste urkundliche Erwähnung war ein paar Jahre nach mir. In jungen Jahren hatten wir einige Gemeinsamkeiten: ich die Nieten an den Hosen, sie außen an den Trägern. Das kleine Teil war universell einsatzbar: Da wo kein Platz für die große Bogenbrücke war und wenn mal nicht Kohle entladen werden sollte, war die "Kasten"-Brücke am rechten Fleck. Heute würden wir sie wohl Fachwerkbrücke nennen wollen. Und war sie zu klein, konnte sie beliebig oft verlängert werden oder bis der Statiker die Stirn runzelt.
Aber alles hat seine Zeit, so auch Brücken. Manche verschleißen durch Rost und langjährige Beanspruchung, andere verschleißen moralisch. Ein Kompromiss waren ja immer die platt gebügelten Längsträger unter der Fahrbahn. Irgendwann wollte ich so eine Brücke mal umbauen, aber wie hätten passendere Längsträger zum Rest ausgesehen? Also ab in den Schrott. Ob Max den noch braucht weiß ich nicht, soll hier aber nicht das Thema sein.

Jedenfalls konnten durch die örtliche Stahlbaubude Teile der Längsträger gerettet und weiter verwendet werden. Hier waren die flachen Träger aus der Brückenmitte wieder von Vorteil. Weitere Teile waren vorhandene Geländerpfosten von Igra und Teile der Umverpackung des Abendessens.
Die verwendeten Träger sind auch deutlich stabiler als die anfangs angedachten Profile von Evergreen, so dass nach aktuellen Berechnungen auf den Mittelpfeiler verzichtet werden konnte. Vielleicht war ich auch zu faul, den zu bauen...
Damit die Brücke beim nächsten Hochwasser nicht in der ersten Kurve liegt, wurde das WL bergseits im 3 mm höher gelegt, das talseitige 1 mm. Die Belastungsprobe hat sie auch überstanden, da biegt sich nüscht durch. Das ganze sieht dann so aus:
Freilich sind die Geländer etwas schief anzusehen, aber neulich hat da eine Holzfuhre was mitgenommen. Bei der Reparatur wurden sie nur halbwegs zusammen gebrutzelt, möglicherweise war auch Alkohol im Spiel. Was solls, es ist wieder dran.
Von der anderen Seite sieht es so aus. Etwas Rost und Dreck wird wohl auch noch dazu kommen. Aber das Flussbett will auch noch gestaltet werden, sonst komme ich nie zum Gleisbau...
Einen schönen Sonntagabend wünscht Stefan