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Länderbahn-Schnellzugwagen auf Zeuke-Basis

Das Abortfenster ließ sich ja nur im oberen Teil öffnen, da scheint es einfacher zur Tür hinaus zu flüchten. Die Tür aus dem Wagen hinaus ist auch nicht fern.
 
Andererseits dürften bei einem Aufprall die Türen am ehesten nicht mehr funktionsfähig gewesen sein. Mir in dem Zusammenhang noch folgende Frage ein: Warum keine Griffe für die Fenster im Gang, die den Aborten gegenüber liegen?

Gruß Jan
 
Da es sich hier nicht um Briefmarken handelt, biege ich meine Pinzetten so, dass sie beim vorgesehenen Material an der Spitze (etwas!) weiter zusammen sind als hinten. Das senkt die Neigung zum Wegschnipsen auch.
 
Wenn man so am Basteltisch sitzt, die Pinzette in der rechten, den Wagenkasten in der linken Hand,
[:clown:]...und die Pulle Rosentaler im Schwenkbereich...[/:clown:]
Natürlich nur zur Inspira!tion des Künstlers!
 
...und ich bin immer noch der Meinung, daß es Stangen zum Einhängen der Leitern sind.
Stellt euch mal vor, wie (ungeübte) Menschen aus einem Fenster klettern und bis unterhalb des Wagenkastens hangeln müssen, ehe ihre Füße Halt finden...

P.S. ich klebe bisweilen etwas Isolierband innen auf die Schenkel und schneide es dann Kantenbündig ab.
Das Isloierband ist Gummiähnlich und somit drücken sich kleine Teile etwas ein. Das ist wie ein "Anti-Rutsch-Belag"...
 
...und ich bin immer noch der Meinung, daß es Stangen zum Einhängen der Leitern sind. (...)

Das sind sie ganz bestimmt ... aber sowohl als auch. Denn die Kombination mit den Nottrittstufen unterm Langträger zeigt deutlich an, daß es sich um Einrichtungen für Ersthelfer von außen handelt. Diese konnten auf diese Weise auch ohne eine Leiter zu den Wagenfenstern gelangen, um Reisende aus den Abteilen zu befreien oder in die Wagen zu gelangen. Denn es gab für Notfälle nur eine Leiter auf jeder Wagenseite, die nach dem Unfall eventuell gar nicht mehr verfügbar war.

Hier zur allgemeinen Erheiterung noch ein Bild des WLü aus dem Photoshop, wo die Tritte und Fensterbügel besser erkennbar sind.

WL4uePr-09_4435a.jpg
 
Ganz links liegt die Leiter im Fensterrahmen.
Sollen sie anfangen, die Leitern abzusägen oder so schräg stellen, dass sie durchfedern? Am Bahndamm sähe das hingegen schon ganz anders aus.
@madas: mir auch, aber wenn die Leitern für die Situation zu lang sind, der Weg ohne aber trotzdem zu weit, werden sie halt einfach abgelehnt. Wie wölltest du das praktisch anders lösen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Könnten die Tritte+ Griffe an den Wagen nicht mehr für das Personal zur besseren Begehbarkeit bei äußeren Wagenpflege/-wäsche gedacht gewesene sein? Zumindest sind sie mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu mehr genutzt worden als bei Unfällen, da schon die Wahrscheinlichkeit und Anzahl des Eintreffens der Ereignisse (Unfall vs. äuß. Wagenpflege) dafür sprechen.

mfg
fp
 
Könnten die Tritte+ Griffe an den Wagen nicht mehr für das Personal zur besseren Begehbarkeit bei äußeren Wagenpflege/-wäsche gedacht gewesene sein? Zumindest sind sie mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu mehr genutzt worden als bei Unfällen (...)

Ich finde berufsbedingt ja recherchebasiertes Wissen oft erhellender als das Stochern im Dunst berechtigter Annahmen und gefühlsmäßiger Dafürhaltungen. Insofern leiste ich mir auch fürs Hobby tage-, zuweilen monatelanges Stöbern in Museen, Archiven und Bibliotheken, die oft alte Zeitungen im Bestand haben, und kann darum zum vorliegenden Thema aus einem Berliner Zeitungsartikel vom 26. April 1902 zitieren, worin es heißt,

„daß die Staatseisenbahnverwaltung aus Anlaß des Eisenbahnunglücks bei Offenbach den Umbau der in den D-Zügen zur Verwendung gelangenden Waggons beschlossen hat, und daß bedeutende Bestellungen von Waggons, die nach den neuen Sicherheitsvorschriften konstruiert sind, ergangen sind. Außerdem wird der Umbau von Waggons älterer Konstruktion eifrig betrieben. Die Hauptsicherung besteht in der Verbreiterung der Fenster und der Möglichkeit, die Fenster von innen und ohne Schwierigkeiten öffnen zu können, in der Verbreiterung der Gänge und dem Anbringen von eisernen und ledernen Griffen und von Trittbrettern außerhalb des Waggons, so daß jeder im Augenblick der Not den Waggon sofort verlassen kann.“


Der Hintergrund dazu war bereits hier zu lesen.
 
Mit Verlaub: Man kann, wenn beharrlich weiterdebattiert wird, obwohl verkehrstechnische und -geschichtliche Fragen, siehe oben, längst durch entsprechende historische Belege geklärt worden sind, einen ziemlich aufwendigen Bastelthread gründlich zerfasern und letztlich meucheln. Ich werde deshalb hier erst mal einen Punkt setzen und mich mit den Nebenbahnwagen weiterbefassen: am Basteltisch.
 
Kommen an Deine sehr schönen Waggons noch Stangenpuffer?
Auf einigen Bildern haben ja die Preußen ziemlich lange noch diese filigranen Anbauteile gehabt.

Viele Grüße
André
 
Wollen wir mal vorsichtig den vor einer Woche wegen akuter Thread-Zerfledderung einbehaltenen, fertigen Bildbericht nachreichen.

Zuvor zur Frage von @andre_simon: In den 1930er Jahren waren die D-Züge für den Betrieb mit Stangenpuffern längst zu schwer geworden. Da diese ohnehin regelmäßig verbogen waren und häufig ausgetauscht werden mußten, waren sie bei Instandsetzungen in der Regel durch moderne Puffer ersetzt worden. Damit kommen wir zum Hauptgang:

Es grünt so grün – wenn man den Lack vom Dach des WL entfernt. Das war nötig, um die Fläche vorm Lackieren zu vereinheitlichen, aber auch, um die untere Dachkante zu begradigen. Denn nach dem Zusammenstoppeln mehrerer zerlegter Wagenkästen kam keine klare Linie mehr zustande, und das wollen unsere Bürger nicht. Der Rest der Bastelnacht galt den Wasserkästen im Dachaufsatz. Deren Deckel bestehen aus jeweils sieben Teilen. Damit sie später plastischer hervortreten, habe ich die PS-Plättchen aufgedoppelt, wobei das untere (0,23 mm dick) leicht zurückspringt. So ergibt sich eine Schattenfuge unter den Deckelrändern. Das weiße Material schluckt leider zwei wichtige Details, nämlich die Füllstutzen im Zentrum der Deckel. Sie sind aber da, großes Pionierehrenwort!

Was auch (noch) da ist, sind zwölf Oberlichtfenster auf Wasserkastenhöhe. Die kann ich erst entfernen, wenn die alkoholfreie Woche vorbei ist, sonst stehe ich das nicht durch. Wie sang Hildegard Knef: Es war nicht meine Schuld, ich bitte um Geduld.

WL4uePr-09_4444.jpgWL4uePr-09_4448.jpgWL4uePr-09_4450.jpgWL4uePr-09_4451.jpg
 
In deinem Thread lernt und sieht man so viel schönes und interessantes, dass man dir mehr Nächte wünschen könnte. Gilt auch für den Nebenbahn-Thread.

Zu den Wasserkästen: da ich sicher bin, daß du das weißt, wie wurden diese befüllt? Einfüllstutzen auf dem Dach sagt es ja fast. Ging es dazu ins Wagen-BW?

Danke.
Gruß Rico
 
Es gab auf größeren Bahnhöfen und in Wagenbetriebswerken spezielle Trinkwasserkräne oder Rohrleitungen, mittels derer der Wagenmeister oder sonstiges Bahnhofspersonal über Schläuche den Wasservorrat in die Stutzen auf den Dächern füllte. Das war recht mühsame manuelle Arbeit, da jeder Wagen einzeln befüllt werden mußte, und zwar an jedem Wagenende. Die Deckel mußten dabei nicht geöffnet werden. Sie dienten lediglich der turnusmäßigen Reinigung und Wartung der Wassertanks.
 
Kleine Korrektur wegen der Befüllung der Wasserkästen:
Der Aufstieg auf Wagen-Dächer war und ist immer eine gefährliche Sache.

Um das zu vermeiden und auch um Zeit zu sparen wurden zu DRG-Zeiten unterhalb des Wagenkastens, in Bereich der WC-Abteile, ein Wasseranschluß-Befüllrohr mit Vollanzeige und Überlauf / Ablass in die Wagen eingebaut.
Die gibt es auch heute bei P-Wagen. Im Regelfall mit gelbem Kreis gekennzeichnet.

An vielen Bahnhofsgleisen mit P-Zughalten und im Betriebswagenwerk / Wagenreinigung waren zwischen den Gleisen Wasseranschlüsse dafür aufgebaut.
Dort wurde das Brauchwasser (Hinweise: KEIN TRINKWASSER!) dann regelmäßig getankt.

Die Wasserkästen wurden sicher nur für Revisions- & Reparaturzwecke von oben betreten.

@Stedeleben:
Eine irrwitzige Bastelei mit Bauteilen, die vierzig (?) Jahre auf dem Buckel haben.
Weiter so und viel Erfolg bei der Fertigstellung.
 
Ich hab's denn doch lieber gleich erledigt – notgedrungen ohne Rosenthaler Kadarka oder Klosterbruder. Ein Dutzend Oberlichtfenster nicht nur zu verschließen, sondern dafür zu sorgen, daß von ihnen nach der Lackierung keine Spur bleibt, ist heikel, zumal bei Nacht. Der Versuch, sie zuzuspachteln, scheiterte kläglich, das Auffüllen der nach Abhobeln der Rahmen verbliebenen Fensterhöhlen mit Sekundenkleber wie auch mit „Mikro Kristal Klear“ ebenso; beim Aushärten schrumpfen die Stoffe zu stark.

Als Glücksgriff erwies sich die Notlösung, die Vertiefungen mit Polystyrol-Plättchen zu verfüllen. Der eingetröpfelte Klebstoff löste den Untergrund samt grauer Farbschicht an und verflüssigte beides, so daß diese Masse beim Einlegen der Plättchen herausquoll und die umlaufenden winzigen Lücken bestens verschloß. Nach dem Aushärten ließen sich die Unebenheiten hervorragend mit der Klinge glätten.

Es bleibt nichtsdestotrotz abzuwarten, wie die Fläche nach der Grundierung erscheint. Besser als die unlogischen Oberlichtfenster so zu belassen, dürfte es in jedem Falle sein.

WL4uePr-09_4470.jpgWL4uePr-09_4472.jpgWL4uePr-09_4473.jpgWL4uePr-09_4474.jpg
 
Ein Genuss die Artenvielfalt dieser Länderbahnschnellzugwagen anzusehen.
Freu mich auf die Wirkung wenn sie auch farblich fertig sind.
 
An sich wollte ich die Andeutungen der Gaslaternen auf dem Dach des Schlafwagens so beibehalten, wie sie der Z&W-Wagen aufwies. Doch zum einen waren sie teilweise abgebrochen oder anderweitig verstümmelt, andererseits wirkten sie etwas zu klein für einen D-Zug-Wagen. Da ohnehin noch drei Laternen über dem Seitengang fehlten, habe ich das schließlich in einem Abwasch erledigt. Zwölf Exemplare, bestehend aus je zwei Enden PS-Rundstab, verleihen dem Dach zu meiner Überraschung ein viel interessanteres Erscheinungsbild. Insofern hat sich die zeitaufwendige Aktion gelohnt.

WL4uePr-09_4478.jpgWL4uePr-09_4479.jpgWL4uePr-09_4480.jpgWL4uePr-09_4483.jpg
 
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