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Von Kleinklöten nach Großbommeln

@Stedeleben: tolle Arbeiten.

Meine Meinung zum Windfang und nachfolgendem Podest und anschließender Treppe: das ist ehr ungewöhnlich. Wurden doch Windfange meist, über den damals schon vorhandenen Podesten, der Treppen errichtet. Und allerhäufigstmeist wurde da dann das gesamte Podest umwindfangt und nicht vom Podest ein Teil ausgelassen.
Und auch der Einwurf, dass durch das verlängerte Podest, vor dem Windfang, nun in die gute Stube hineingeschaut werden kann, ist gerechtfertigt. Schließlich haben unsere Vorväter (gab ja ehr wenige, bis keine Baumeisterinnen) sogar Fenster, gegenüberliegender Häuser, versetzt gebaut, damit der direkte Blick, in die gegenüberliegende Wohnung, nicht allzu einfach ist...
Ansonsten mal wieder toll...
Grüße Luftpost
 
Demnach dürfte es keinerlei Wohnungen im Erdgeschoss geben, denn dort lässt sich auch jederzeit vom Gehweg aus hineinschauen. Je nach Vorhang und Gardinen.
Selbst in der Dresdener Neustadt gewohnt, da waren die Fensterbänke in angenehmer Sitzhöhe, um mit den Beinen zu baumeln.
Da sich im Modell hier an den Erinnerungen der Jugendzeit entlanggehangelt wird, hat es wohl auch Podeste ohne Überdachung gegeben.
 
Wurden doch Windfange meist, über den damals schon vorhandenen Podesten, der Treppen errichtet
Jetzt wo du es sagst schreibst, fällt mir das auch auf. Zumindest seitlich dürfte das auch passen, vor dem Haus nimmt es doch ordentlich Licht und Sicht (manche wollen ja auch herausschauen), da kann ich mir die Teilverkleidung eher vorstellen.
 
Herzlichen Dank allerseits für Lob und Kritik und dafür, daß @JPP und @TT-Poldij die Irrtümer und Mißverständnisse bereits weitgehend ausgeräumt haben. So muß ich mich nicht allzu lang auslassen.

Selbstverständlich hatte ich die Kellerfenster auch auf der Straßenseite mit geteilt; einscheibig hätten sie doch gar nicht zum Gebäude gepaßt. Ergänzend darf ich nochmals daran erinnern, daß ein Bauernhaus Vorbild war und wir im Hof von Scheune und Stall aus auf die Fassade und das Treppenpodest blicken. Wer dort, ohne die Stufen zu erklimmen, in die Küche blicken konnte, sofern die Baumwollgardinen beiseite gezogen waren, hieß Susi oder Sina: die beiden gutmütigen Haflinger meines Onkels. Der Postbote hingegen warf Briefe neben dem Tor in den Hausbriefkasten, der kam nicht ums Haus gelaufen. Wollte er ein Paket abliefern, mußte er an der dort angebrachten Ziehglocke schellen.

Ich muß gestehen, daß mich die Straßenansicht um so mehr begeistert, je länger ich sie anstiere. Mit aufgesetzten Gewänden hatte sie bereits deutlich gewonnen, die geteilten Kellerfenster sind aber ein weiterer unerwarteter Zugewinn.

Ansonsten illustrieren die letzten Fotos die beiden Anreihungsvarianten – mal ohne und mal mit Zuwegung zum Hof. Welche Variante die neugierigste Frau der Welt favorisiert, dürfte unschwer zu erraten sein.

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Bei meiner Tante in einem kleinen Dorf am Kyffhäüser hat der Postbote einfach ans Küchenfenster geklopft. Das war eh der zentrale Aufenthaltsraum.

Welche Variante die neugierigste Frau der Welt favorisiert, dürfte unschwer zu erraten sein.

Ja, Kissen auf die Fensterbank und Kopf rausstecken. Keine weiten Wege humpeln, Beine entlasten und noch mehr Überblick.

Btw... irgendwie finde ich deine Kellerfenster zu groß. Meist waren die winzig.
 
Normalerweise verfolge ich diesen (und auch ein paar andere) Baubericht voller Staunen, Respekt und stiller
Bewunderung vor den Leistungen der Erbauer. Es ist erstaunlich, was mit Fantasie und handwerklichem Geschick
für Ergebnisse zu erreichen sind!
Das hier vorgestellte Gebäude finde ich schon sehr gelungen. Ich würde bei den Gaubenfenstern allerdings auf die
Quersprossen verzichten und einfache zweiflüglige Fenster nachbilden. Das würde, meiner persönlichen Meinung nach,
etwas schlichter und gefälliger aussehen.
Aber, wie gesagt, nur meine ganz persönliche Meinung.

Viele Grüße aus dem Ries
 
... Ich würde bei den Gaubenfenstern allerdings auf die
Quersprossen verzichten und einfache zweiflüglige Fenster nachbilden. Das würde, meiner persönlichen Meinung nach,
etwas schlichter und gefälliger aussehen.
...
Hm - da ist sicher was dran.

Aber vielleicht handelt es sich hier gar nicht um Fenster mit "Sprossen", sondern eher um Fenster mit "Fensterkreuzen"? Früher wurden sehr oft die Fenster "mehrflügelig" ausgeführt, auch wenn die Fenster etwas kleiner waren. Das heißt, es gab bei den Fenstern sowas wie "Oberlichter". Man konnte den oberen Teil eines Fensters öffnen, den unteren Teil aber geschlossen lassen. Das war besonders praktisch, wenn man auf dem Fensterbrett drinnen Pflanzen aufgestellt hatte. Dadurch wurde das Lüften etwas einfacher.

Solche Kombifenster, wie wir sie heute kennen und die man klappen und öffnen konnte, gab es damals noch nicht. Wenn Fenster obendrein doppelt verglast ausgeführt waren, dann hatte man sogar innere und äußere Fensterflügel, die man separat öffnen oder schließen musste.
 
So abwegig sind kleine Fenster mit Kreuz nicht. Ich arbeite in einem denkmalgeschützten Haus im Dachgeschoss mit genau solchen Fenstern, natürlich nicht in Großbommeln. Ein besseres Bild hab ich grad nicht.
 

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@BerndJ
Wahrscheinlich trifft es diese Fenstergröße am besten im Vergleich zu Großbommeln.

Hab mal "gegockelt" - tatsächlich dienten früher die Sprossen der Erhöhung der Stabilität eines Fensters und der Materialeinsparung der limitierten Glasproduktion.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube nicht, dass @Stedeleben Doppelverglasung mit oder ohne Sprossen nachbilden wird.
Wahrscheinlich wird er sogar völlig vorbildwidrig die aktuelle Lösung mit aufgeklebten Sprossen auf einer "großen" statt entsprend vieler kleiner Scheiben nachbilden, obwohl das nicht zu seiner Epoche passt.
Finde ich gut so!
 
Also, unsere Fensteröffnungen sind 80 cm breit und 100 cm hoch.
Für die Winterfenster sind es 6 Scheiben geworden, wobei für den Winter die 2 unteren auf einer Seite zu öffnen sind.
Dann mal viel Spaß beim Basteln.
 
So echte Doppelfenster im Modell haben aber auch ihren Reiz. Irgendwo habe ich das auch schon mal gesehen. Am besten leicht geöffnet. Oder auch nur einzelne geöffnete Fenstersegmente. Das verleiht dem Modell direkt Leben und Charakter. Sollte ja realisierbar sein und ist nach den beweglichen Türen die logisch nächste Stufe.
 
Huch, was'n hier los? Seit gestern 14 neue Beiträge wegen der paar Fenster? – Jaja, ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch! Also wieder in aller Kürze:

@C120: Die Kellerfenster sind sicher Geschmackssache. Bei mir dienen sie der Durchlüftung von Waschküche und Kartoffelkeller. Zudem lagern dort hunderte Gläser Eingewecktes und hat der Hausherr eine kleine Werkstatt eingerichtet. Möglicherweise gibt es sogar ein Souterrainlogis für Erntehelfer. So genau will man das in Großbommeln aber nicht wissen.

@Steel1909, @F-Rob_S: Die Gaubenfenster sind bisher nur Platzhalter, weil noch Einsätze mit passendem Format fehlen.

@BerndJ: Interessant an Deinem Foto finde ich die schräge Einbaulage der Fenster!

@Per: Die Fenster sind mitnichten vorbildwidrig. Im Gegenteil, das dreigeteilte Galgenfenster war zur Gründerzeit sogar die verbreitetste Form an Wohnhäusern. Zunächst meist mit festverglastem Oberlicht (dem „Galgen“), später auch mit Fangscheren zum Kippen. Der Galgen konnte dabei ebenfalls eine senkrechte Teilung aufweisen, mußte es aber nicht. Es hing von der Scheibengröße oder der gewünschten Stabilität ab.

@Kreisfahrer: Offene Fenster sind in der Tat reizvoll; ich habe es ja schon bei anderen Bauten so realisiert – sogar mit vom Durchzug herausgewehten Stores. Hier aber nicht. Der Zeitfonds setzt auch mir Grenzen. Wären die Umbauten Selbstzweck: gerne, doch es gibt nebenbei eine Anlage, auf die sie sollen. Man muß also den goldenen Mittelweg finden.

Und damit rasch zurück an den Basteltisch:

Inzwischen bin ich bei jenem Kleinkram angelangt, der oft so viel Zeit frißt. Dazu zählt die Dachausstattung. Am ehemaligen Mamos-Wohnhaus Nr. 1 fehlte noch das Laufbrett für den Schornsteinfeger. Für die Stützen habe ich 0,5mm-Stahldraht zu rechtwinkligen Krampen gebogen und sie mit dem längeren Ende in Löcher geklebt, die ich zuvor in die Dachplatte gebohrt hatte. Das Brett selbst entstand aus dem Kantenteil einer Auhagen-Strukturplatte, das ich von 1,0 auf 0,5 mm Dicke zurückgesetzt habe.

Dachrinnen und Fallrohre anzubringen ist leichter, seit Auhagen Basteltüten mit TT-tauglichen Spritzlingen anbietet und ich nicht mehr mühsam H0-Dachrinnen verdünnisieren muß. An den Gauben bringe ich sie an, wenn die Fensteröffnungen nachgearbeitet sind. Auhagens Fallrohre lassen sich leider kaum verwenden, da sie standardmäßig von einem großen Dachüberstand ausgehen. Darum muß ich sie doch selbst basteln. Da mir dazu momentan die Lust fehlt, habe ich endlich den Sockel des gelben Hauses in Form gebracht – nun liegen vor den Haustüren ordentliche Tritte.

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Finde ich schon ziemlich (mächtig) gewaltig (Egon), was man aus den alten Mamos-Gebäuden alles rausholen kann!!

und @Kreisfahrer
Vllt hast du das bei IGRA gesehen? Dort sind (fast) alle Gebäude mit Doppelfenster und zusätzlich doppelt verglast

Es gibt auch Fenstersets zu kaufen -> guckst du
 
Ansonsten illustrieren die letzten Fotos die beiden Anreihungsvarianten – mal ohne und mal mit Zuwegung zum Hof.
Ich finde die Häuser schon sehr gelungen und bin gespannt, wie sie fertig aussehen. Ich finde beide Varianten - mit oder ohne Zuwegung - irgendwie stimmg. Müsste man dann in der Gesamtansicht mit eventuellen weiteren Gebäuden sehen.
Ich hatte auch vor etlichen Jahren mal eine Häuserzeile auf Auhagen-Basis für eine geplante, aber bisher nie realisierte, Anlage gebaut. Die Gebäude sind nicht ganz fertig, Details wie Treppenstufen, Dachrinnen und nach Wes... ähh... Osten ausgerichtete Antennen sollten erst nach Einpassung in die Anlage angebaut werden. Die Häuserzeile sollte in einer Kleinstadt nahe dem Bahnhof stehen, erbaut 1890 bis 1910 nachdem die Stadt in Richtung Bahnhof gewachsen ist. Also in etwa ähnlich.
Nur als Beispiel zur Ansicht und evt. als Entscheidungshilfe oder Anregung zeige ich meine Häuserzeile mit Durchfahrt zwischen Haus 1 und 2 und Tordurchfahrt in Haus 3. Geöffnete Fenster wie auch schon von @Kreisfahrer vorgeschlagen, habe ich schon realisiert; dazu teils geschlossene oder schief verklemmte Fensterläden sowie Fensterrahmen in weiß bzw. Dunkelgrün (auf Stadtaufnahmen aus den 1900 ... 1940 Jahren sieht man öfter mal dunkle Fensterrahmen, das Dunkelgrün ist eher intuitiv als wirklich wissend oder ermittelt...).
Und Schornsteinfeger Fred macht Frühstück auf dem Dach neben der offenen Dachluke.
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So, und jetzt habe ich den Thread genug verwässert - zurück zur Baustelle in Großbommeln und Kleinklöten.
 

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@Stedeleben Die Fenster sind gerade, wie @Stardampf schon schrieb. Das täuscht sicher, weil die Wand bzw. das Dach schräg sind und man wahrscheinlich instinktiv auch das Handy dadurch nicht gerade hält.

Habe mir bei der Gelegenheit das Fenster mal richtig angeschaut: Kein geklebtes Kreuz, sondern wirklich 4 kleine Scheiben, wie es sich für ein Denkmal gehört.
 
@BerndJ: Stimmt, jetzt sehe ich es auch. Es liegt an der üblichen starken Verzerrung durch die Telefonkamera; die Objekte in der Bildmitte stehen gerade, zu den Bildrändern kippen sie nach außen hin weg. Aber gewundert hätten mich schräg eingebaute Fenster auch nicht wirklich. Es gibt ja tatsächlich Trapezgauben mit solchem Überhang.

@jaytee71: Alle Achtung, Deine Häuserzeile ist schon eine Klasse für sich! Freilich etwas groß- oder sagen wir besser: vorstädtischer als meine Bommelner Gebäude, aber mit so viel Liebe und Geschick angefertigt. Man sieht den Modellen an, daß da jemand genaues Vorbildstudium betrieben, einen Plan im Kopf gehabt und diesen konsequent umgesetzt hat. Vor allem die flachen Dächer und Drempel gefallen mir sehr. Dazu noch die perfekte Alterung ... Es gibt ja im Board hochgelobte "perfekte" Anlagen, und Deine Bilder machen gnadenlos klar, warum ihnen dennoch die Ausstrahlung fehlt: Sie bleiben mit ihren husch-husch aus dem Karton gebastelten, unpatinerten Häusern steril, während Du den Schritt vom Spielzeug zum Modell zeigst. Deine Häuser erzählen Geschichten, jedes einzelne für sich und alle gemeinsam. Einziger Wermutstropfen ist das Wissen, daß sie für H0 zu klein und für TT zu groß sind. – Willst Du nicht doch noch Deine Anlage bauen? Es wäre doch wirklich zu schade, wenn diese Straßenzeile kein passendes Biotop fände.

Mein Favorit ist übrigens Deine Tischlerei.

So, und weil ich Beiträge ohne Bilder nicht mag, folgt hier als kleine Zwischenmahlzeit meinerseits mal wieder ein Vergleichsfoto des aktuellen Umbau-Zustands mit dem Mamos-Wohnhaus Nr. 4, das die gleiche Auslegung aufweist wie das demolierte Spendermodell Nr. 3. Das Wohnhaus Nr. 4 soll gelegentlich ebenso geschrumpft werden, damit es sich ins trauliche Großbommeln einfügen läßt. So plasteglänzend sind sie natürlich ein derber Kontrast zu @jaytee71s Häusern, aber noch sind wir ja nicht bei der Alterung angelangt.

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