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Von Kleinklöten nach Großbommeln

Noch eins zum Thema Fenster.
So echte Doppelfenster im Modell haben aber auch ihren Reiz. Irgendwo habe ich das auch schon mal gesehen
und
Vllt hast du das bei IGRA gesehen? Dort sind (fast) alle Gebäude mit Doppelfenster und zusätzlich doppelt verglast

In Perfektion umgesetzt sind die Kastenfenster von Igra-Bausätzen hier und hier (allerdings ist der in die Modelle investierte Zeitaufwand irre):

Guten Abend,
mal ein altes verwahrlostes Bauerngebäude mit mehreren Farb Filter!
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Grüsse Roman
Abend liebe TT Freunde,

den Bahnhof Ebenfurt noch einmal gebaut nur zwei Jahre dazwischen und an Erfahrung dazu gewonnen! Das Ergebnis ist für mich besser da etliche Details dazu gekommen sind! Für mich in 7 Jahren Modellbau das schwierigste Bauwerk mit altern um 90 Stunden benötigt! Alles Fenster sind Kastenfenster und das Mauerwerk hat mehrere Anstriche und washings hinter sich! Sicherlich das schwierigste ist auch einen 3 D Putz zu erzeugen der realistisch aussieht!

Viel Spass beim gucken!
Grüsse Roman

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Was mag ihn getrieben haben, Fensteröffnungen in die Giebel zu schmelzen: mit dem Lötkolben und an unsinnigsten Stellen? Woher hatte er überhaupt die neun dort applizierten zusätzlichen Rahmen?

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Bei Pola war es irgendwie üblich, dass da die doppelte Anzahl Fenster in den Bausätzen drin war; einmal mit und einmal ohne den senkrechten Steg für 2 Flügel. Da es ja auch Modelle in Renovierung gibt, war das praktisch, da man dann den Einbau der neuen Fenster darstellen konnte und in den schon frisch renovierten Häusern waren natürlich dann auch die neuen Fenster schon eingebaut. Ich habe da einstweilen eine nicht geringe Menge von entfernt und der Holzwurm im Club hat dann Fenstergestelle um die Fenster gebaut (sodass man die auch anliefern kann) und hat mir im Tausch dafür einige Gestelle überlassen. Das sieht dann auf H6-Kipperzug so schick aus:

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Die großen Scheiben für Schaufenster werden in separaten Gestellen auf S4000 angeliefert.
Bei Faller ist das heutzutage natürlich nicht mehr so (also nicht das Anliefern sondern das Beilegen der doppelten Fensteranzahl).

MfG JPP
 
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knechtl, eine Poststelle ist auf dem Dorf nur ein kleines Zimmer.
Es gab Poststellen I, die sahen auf den ersten Blick wie ein kleines Postamt aus (und hatten einen "richtigen Stempel mit Datum), und Poststellen II, das waren eher solche kleinen Annahmestellen, die nur einen Gummistempel führten. Dies nur nebenbei.

Kommt drauf an, wie groß Stedeleben Großbommeln oder Kleinklöten war/ist. Als selbständiges substantielles Dorf (wie z. B. Milkau in Sachsen) ist eine Poststelle I wahrscheinlich, als kleiner Ortsteil (wie z. B. Hermsdorf bei Zettlitz) nur eine Poststelle II. Aber ein Postschild hatten beide, und ein Briefkasten war meist nicht weit, und das ist wichtig für das Erscheinungsbild.

Martin
 
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Man erfährt hier ja so nebenbei interessante Dinge, danke für die Informationen zum Postwesen! Indessen wird es nicht mal einen (sichtbaren) Briefkasten in Großbommeln geben können. Bekanntlich habe ich die Anlage auf zwei Epochen ausgerichtet; da wird gelegentlich auch Epoche 4 gespielt. In der waren Briefkästen gelb. In der Epoche 2 waren die Kästen der Reichspost hingegen blau, bis sie 1933 für tausend Jahre erröteten.

Nun kann oder besser will ich nicht jedesmal beim Epochenwechsel neben den rollenden Modellen auch noch die Briefkästen (und etliche andere Details mehr) tauschen. Insofern nehmen wir mal an, daß der lokale Briefkasten sich hinterm Klötener Tor in Altbommeln befindet. Die dargestellte Bahnhofsgegend liegt hingegen in Vorbommeln.

Zur allgemeinen Beruhigung darf aber versichert werden, daß die postalische Grundversorgung dank eines phänomobilen Fuhrparks auch in Großbommeln gesichert ist, siehe Lichtbild.

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... Epochenwechsel ...
... stellt natürlich ein Problem dar. Allerdings kann man einen blauen Gusseisen-Briefkasten auch in Epoche IV aufhängen, dann ist es eben ein Museumsstück. Gab es an mehreren Orten, warum nicht auch in der Bommelner Börde? ;-) Allerdings fiel mir eben ein, dass sogar innerhalb einer Epoche unterschiedliche Postschilder üblich waren. So um 1980 herum ließ die Deutsche Post der DDR die gelben Schilder mit dem Posthorn durch querformatige mit der Aufschrift "POST" (von denen ich so schnell kein Bild fand) ersetzen. Die sahen vor allem an Poststellen in alten Bauernhäusern reichlich fremd aus ...

Schöne "Dreikantfeile" übrigens.

Martin
 
Oft ersetzte eine öffentliche Sprechstelle in den Landpoststellen die Telefonzelle. Gekennzeichnet mit einem Schild am Haus: "Öffentlicher Fernsprecher".
So im Hause meiner Großmutter. Hier diente ein Zimmer als "Poststube". Hier stand auch die Gästecouch. Wünschte ein Anwohner ein Telefonat zu führen, so wurde das Telefon in den "Postflur" umgeschaltet. Die Zeitmessung für die Abrechnung erfolgte mit einer Art Stoppuhr.
Schalterstunde von 08:00 bis 10:00 Uhr, dann ging es auf "Posttour", dass bedeutete Briefe und und Zeitungen bei Wind und Wetter mit umgehängter Posttasche und Fahrrad im Dorf zu verteilen. Das "Postfahrrad" war ein recht betagtes Damenfahrrad in dunkelroter Farbe. Mit stangenbetriebener Stempelbremse...
 
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Was kommt nach der gepflegten Demolierung? – Genau, der denkmalgerechte Wiederaufbau. Zuerst einmal steht die Neugestaltung des Untergeschosses an. Die Aufteilung habe ich beibehalten, vom Fugenraster jedoch nur die Horizontalen übernommen. Auch die seltsamen Stürze kommen weg, die beim Vorbild ohnehin meist übergeputzt waren.

Das Davor & Danach auf dem ersten Foto verdeutlicht die geplante Änderung der Proportionen von Ober- und Untergeschoß. Bei Pola wirkt das Untergeschoß durch den massiven, sachlich nicht einleuchtenden Abschluß sehr schwer im Verhältnis zum Obergeschoß. Die Konstrukteure gingen wohl davon aus, daß Bastler dort ein langes Ladenschild anbringen. Die braune Farbe tut ein übriges.

Das zweite Foto zeigt die anstehende Veränderung. Die durch ein schlankeres Mittelgesims wegfallenden 3 mm soll später ein Dachkasten von 2 mm Höhe wettmachen. So soll die Dachkante angehoben werden, die bei Pola unschön auf den Jugendstil-Baldachinen auflag und keinen Platz für eine Regenrinne ließ.

Auf dem letzten Bild deuten dünne PS-Streifen eine klassische Schaufensterteilung an. Bei Pola war dies gar kein Schau-, sondern ein Stubenfenster, wie man es nach dem Krieg, als nicht Läden fehlten, sondern Wohnraum, tausendfach einbaute. Da bei mir ein Geschäft einzieht, werde ich die Brüstung deutlich absenken.

Pola-Stadthaus_6111.jpgPola-Stadthaus_6113.jpgPola-Stadthaus_6116.jpg
 
Auffällig am Pola-Modell ist, daß Straßen- und Hofseite denselben Fassadenschmuck aufweisen, obwohl man zur Bauzeit des Vorbilds aus Kostengründen die Hofseite wesentlich schlichter hielt als die repräsentative Straßenfront. An sich wollte ich es darum ändern, doch das wäre zeitaufwendig gewesen. Ohnehin ist auf der Anlage nur eine Seite vollständig zu sehen. Insofern bleibt es dabei.

Augenscheinlich habe ich auch das rückwärtige Erdgeschoß neu angefertigt. Anders als Pola habe ich die Türen in eine Flucht angelegt; es erschien mir logischer: Durch gerade Flure und Durchgänge reduzierte man die Verkehrsfläche, auch baustatisch war das günstiger und senkte zudem die Baukosten. Nicht zuletzt habe ich die Türöffnungen verbreitert. Die albernen Terrassen- oder Balkontüren von Pola kommen mir da nicht wieder rein.

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Aufmerksam verfolge ich Deine Arbeiten mit. In welcher Region sind Deine Gebäude angesiedelt? In #2307 beginnt ein Bau in schönem, wie ich es nenne "Gelsenkircher Barock"... Das ist mein Spitzname für sparsame Jugendstilelemente an Fassaden von Mietshäusern in Industriestädten. Wie ich gestern bei einem Spaziergang durch den Leipziger Westen feststellte, gibts diesen "Gelsenkirchener Barock" auch da.
 
Nun, ornamentale Sparsamkeit ist gerade das Gegenteil von Gelsenkirchener Barock. Auch hat der stehende Begriff "Gelsenkirchener Barock" mit Gelsenkirchen nichts zu tun. Der Stadtname war und ist vielmehr nur ein Synonym für eine Arbeiterstadt zu einer Zeit, als die Arbeiterklasse ohne kulturhistorisches oder ästhetisches Wissen in ihren Mietskasernen herrschaftliches Mobiliar und gehobenen Einrichtungsstil kopierte und es folgerichtig bis ins Lächerliche damit übertrieb. Im Prinzip ist es so bis heute geblieben. "Gelsenkirchener Barock" ist also ein spöttischer Sammelbegriff für architektonische Fehlgriffe und kunsthandwerkliche Geschmacklosigkeiten und damit zeitlos und allgegenwärtig.

Mein Großbommeln liegt gedanklich irgendwo zwischen, sagen wir mal, Magdeburg und Perleberg. Auch da gab es hinreichend "Gelsenkirchener Barock", ich muß mich also bei der Darstellung von Geschmacksverirrungen nicht zurückhalten.
 
Mit jeder Bastelstunde verändert sich das Antlitz des Pola-Hauses deutlicher, als vermutet. Nach der Neuanfertigung des ramponierten Giebels habe ich mich dem Ladengeschäft zugewendet und zunächst die Fensterbrüstung weiter abgesenkt. Ferner habe ich beschlossen, den gemauerten Wandstummel zwischen Ladentür und Schaufenster gegen eine gußeiserne Säule auszutauschen. So eine Säule war schlanker und fing gleichzeitig den langen Fenstersturz ab. Ihre Pendants fand sie links der Tür und rechts des Fensters. Dazu habe ich die Wandstärke mit dem Skalpell um zwei Drittel reduziert und Applikationen aus Polystyrol aufgesetzt. Bei deren Positionierung habe ich mich an den Kämpfern der benachbarten Fenster orientiert, damit sich klar durchlaufende Linien ergeben. So schlicht das aussehen mag, besteht die Ladenfront im jetzigen Zustand aus doch schon 16 einzeln angefertigten Elementen – inklusive Sohlbank.

Das zweite Foto macht die Unterschiede der Erdgeschoßzone zum Pola-Modell kenntlich.

Pola-Stadthaus_6156.jpgPola-Stadthaus_6157.jpgPola-Stadthaus_6159.jpg
 
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