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Von Kleinklöten nach Großbommeln

Was ich letztens zu erwähnen vergaß, ist der an den neuen Grundriß angepaßte Fußrahmen des Modells. Der bildet die Basis für die Anfertigung der Haustüren.

Ansonsten gibt es heute wieder ein Mini-Daumenkino zum Vor- und Zurückklicken. Auf dem ersten Bild hat man noch sehr den Eindruck von Kunststoff, und auch die Fassadenschäden kommen eher dominant und spielzeughaft zur Geltung. Dabei ist sie herzustellen nicht so ganz ohne. Vorliegend kamen Nadeln und Schnitzmesserklingen zum Einsatz. An einzelnen Stellen habe ich, um lose Putzflächen zu simulieren, den „Putz“ mit der Klinge untergraben und angehoben, anschließend Plastekleber unter den „Hobelspan“ geträufelt und das Ganze eine Stunde trocknen lassen. Danach habe ich grobes Schleifpapier drübergejagt. Auf dem zweiten Bild wirkt das Ergebnis schon etwas besser.

Stadthaus_6610.jpgStadthaus_6610_Farbtest.jpg
 
Die Risse sehen gequält aus.
Der Putz bröckelt zuerst, wo die Dachrinne versagt oder aus anderen Gründen Feuchtigkeit eindringt. So am Sturz beginnend könnte man eher Bergbauschäden vermuten.

Außerdem:
Hat man nicht irgendwann begonnen
, den „Unterbau“ so 2..3cm unter das Gebäude zu schieben?
Das spart auch in der Praxis eine Menge Probleme .
Grüße Ralf
 
Zuletzt bearbeitet:
Mir gefällt das leicht ranzige Haus gut. Für mich ist die Wirkung entscheidend. Das Haus wird später sicher in einer gestalteten Szene zu finden sein. Da ist es schlicht notwendig, um die gewollte Wirkung zu erzielen, ein wenig zu übertreiben.
Diese Effekte kenn wir doch auch von den Farben unserer Modellschienenfahrzeuge - hier wird eine Farbkorrektur vorgenommen und die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Viele Grüße
André
 
Es gibt zahlreiche Ursachen für Risse im Putz, das ist ganz menschlich.

Gewiß könnte unter dem Haus ein Salzstock liegen und Setzungen verursacht haben; von der Gegend her würde es passen. Aber vielleicht hat sich mit den Jahren auch so der Grundwasserspiegel verändert. Bestimmt sind in der Nähe Brunnen gebohrt worden. Auch wurde vorm Haus die Straße gepflastert und in Sichtweite der Bahnhof Großbommeln angelegt – Schallwellen von Bauarbeiten oder ratternden Pferdefuhrwerken begünstigen Rißbildung ebenso wie Unwetterkonstellationen. Ganz zu schweigen von minderwertigem, zu dünnem Putz oder insgesamt schlecht ausgeführten Putzarbeiten. Manchmal genügen eine unsanft angestellte Leiter oder eine unvorsichtige Bohrung in der Fassade als Initial. Nicht zu vergessen ist der Faktor Zeit. Gesetzt, das Haus wurde um 1860 erbaut, so wäre der Putz um 1930 bereits 70 Jahre alt gewesen!

Nebenbei: Viele Neubauten in unserer Siedlung zeigen schon nach einem Jahr Risse, die regelmäßig zuerst von den Ecken der Stürze loslaufen.
 
Setzrisse sind ganz normal bei jedem Mauerwerksbau, vorrangig durch Trocknung des Mörtels und der Ziegel, deshalb lies man früher einen Rohbauim Herbst fertigstellen und "durchwintern", was heute kaum noch gemacht wird, was oftmals zu den bekannten Stockfflecken in Neubauten führt;

aber bei dem og. Haus für Großbommeln sind es sicher Altersrisse eines langsam verrottenden Altputzes;
war ja uns als gelernte DDR-Bürger allgegenwärtig;

mfg
fp
 
Heute sehen wir nicht die Kuh vorm neuen Tor, sondern die ehrenwerte Trude Nabenfett vor der neuen Haustür. Die Aufteilung des Türblatts entspricht einer der klassischen Standardvarianten im Stil des Historismus, wie sie zwischen 1850 und 1900 üblich war, wobei zur Verstärkung die Füllungen erhaben ausgeführt wurden. Das dreigeteilte Oberlicht ist eine Festverglasung. Selbstverständlich hat Frau Nabenfett sofort detektiert, daß die Zarge viel zu breit ist und noch verschlankt werden muß. Auch das Langschild findet sie zu massiv. Am meisten stört sie jedoch, daß noch kein Türdrücker montiert ist. Wie gerne hätte sie mal kurz in den Hausflur geschaut und die Namensschilder an den Briefkästen studiert!

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Auch die zweite Haustür ist in einer schwülen Bastelnacht angefertigt worden – und Trude Nabenfett hat’s nicht mal bemerkt! Ebenfalls in einer klassischen Standardaufteilung gestaltet, ist sie ein wenig repräsentativer als das erste Exemplar geraten, weshalb sie, anders als vorgesehen, in die Straßen- statt in die Hoffassade gesetzt wurde. Insgesamt besteht das Detail aus 22 Einzelteilen mit Materialstärken von 0,2 und 0,3 mm. Der Türdrücker wird, wie jener an der Hoftür, erst nach der Lackierung ergänzt. An diese ist bei der Witterungslage jedoch nicht zu denken – da trocknet die Farbe bereits am Pinsel.

Schließlich habe ich noch die Fenstergewände im Erdgeschoß nachgesetzt, so daß sie nicht mehr so stark und wuchtig aus der Fassade heraustreten. Vielleicht erkennt man es im spitzen Winkel der letzten Aufnahme.

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Das Abklingen der Hitzewelle beendete meine destruktive Phase, womit das nächste zerlegte Mamos-Haus seiner Verwandlung in ein anlagentaugliches Modell entgegensieht. Das erste Foto zeigt die von allen Gewänden sowie den letzten Fenstereinsätzen befreiten Fassadenteile. Um lustig die Säge ansetzen zu können, habe ich erst einmal die Faktenlage sondiert. Die Ergebnisse sind ernüchternd und werden zusätzliche Arbeit nach sich ziehen.

Schon als Kind störten mich die überdimensionierten Gewände. Weiß der Fuchs, warum man deren Öffnungen seinerzeit deutlich weiter als die der zugehörigen Fenster konstruiert hat. Letztere messen 13,2 x 7,4 mm, die Gewände jedoch innen 14,0 x 8,0 mm. Es sieht gräßlich aus – siehe Lichtbilder –, und ich will das nicht mehr.

Womöglich schlummert hier – neben oder in Kombination mit identischen Fensterformaten in allen Vollgeschossen – eines der Geheimnisse hinter der Unstimmigkeit der Stadthaus-Serie. Je mehr man sich damit befaßt, desto klarer tritt zutage, daß der Baukasten aus Standardteilen die Eintrittskarte zu gepflegter Langeweile im Spielzeugland ist. Der unglückliche Zwischenmaßstab von 1:100 tut sein übriges; er sollte längst überwunden sein.

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Zuletzt bearbeitet:
Zuletzt bemängelte ich die vorbildwidrigen immergleichen Fensterformate in allen Vollgeschossen der Mamos/Auhagen-Stadthäuser. Das bezog sich auf die Vertikalen. Doch auch in der Horizontalen sind sie tödlich für den Eindruck einer bunten Häuserzeile. Darum will ich bei diesem Umbauversuch einige der Fenster – die beim Vorbild 1,60 Meter hoch gewesen wären – ändern.

In der Restekiste fand ich noch Einsätze von gleicher Breite, aber geringerer Höhe. Auf dem ersten Bild sieht man drei davon im Vergleich zum Originalformat. Freilich bedeutet das, die Laibungen zu verkleinern. – Das ist das geringste Problem. Beim Fenster ganz rechts habe ich schon mal probeweise die Stege verschlankt.

Was man auf diesem Foto nicht erkennt, offenbaren die beiden anderen. Bei Mamos (wie 50 Jahre später unverändert bei Auhagen) sitzen die Fenster sehr tief in den Laibungen; dazu addieren sich später ja noch die aufzusetzenden Gewände. Das bessert sich, je dünner der Klebefalz ist. Bei den drei Ersatzfenstern wurde der Falz auf 0,2 mm Dicke gefeilt, was sie im Einbau für meinen Geschmack weitaus gefälliger wirken läßt. Kostet halt nur etwas Zeit.

Stadthaus-B_6672.jpgStadthaus-B_6676.jpgStadthaus-B_6677.jpg

@Poldij: Auf jeden Fall ohne Schiefer, erst recht ohne schiefe!
 
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