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Von Kleinklöten nach Großbommeln

@Stedeleben
Warum immer so dünnhäutig?
Und was ist ein ärmliches Dorf? Gab es das als solches? Ich denke mal nein.
Das Haus, welches deine Maurer da gerade "hochziehen" bzw. sanieren repräsentiert in meinen Augen nicht gerade ärmliches Dorfleben.
Auf'm Land war genau so eine Mischung zwischen "arm" und "reich", angefangen von den Schnitterkasernen für die Lohnarbeiter über die von dir geschilderten einfachen Lebensumstände bis hin zu großen vermögenden Höfen, wie es sie in Städten jener Zeit von der Mietskaserne mit Hinterhof bis hin zur Industriellenvilla gab.

Und das mit den Überredungskünsten anderer ist mir persönlich ein bissl zuviel Drama.
Du bist doch schon groß um selbst zu entscheiden.
Ich persönlich finde diesen Bastelthread äußerst informativ - nicht nur wegen der von dir ausführlich dokumentierten und beschriebenen Basteleien sondern auch so manch Einwand und Hinweis dazu oder wie eben der hier ein bisschen vom eigentlichen Thema abweichend gezeigten Häuserzeile.
Guter Lückenfüller zwischen zwei Bastelfortschritten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Anfangs des 20 Jahrhunderts galt das durchaus auch für Städte (vllt nicht gerade für Berlin Mitte ;)), 1910 gab es (z.B.) in Zabrze/Kattowitz Katen, Mietskasernen, Mehrfamilienhäuser (mit bis zu zwei Stockwerke mit Läden) und Villen, alles ein und -zweireihig, durcheinander in einer Straße.
In den angrenzenden Dörfern wohnten dann auch "Beamte" der Bahn, Stahl- und Bergwerke, welche ihren durchaus neu erworbenen (bescheidenen) Wohlstand zeigten.
 
Und was ist ein ärmliches Dorf? Gab es das als solches? Ich denke mal nein.
Natürlich gab es ärmliche Dörfer.
Nichtsdestoweniger gab es in solchen Dörfern auch das eine oder andere "bessere" Haus, sei es vom Bauern, der vierspännig vom Hof fuhr oder vom Inspektor des Schlosses.
Mir gefällt das. Weiter so.
 
Was in seiner Bedeutung aber nicht direkt mit dem Elend in Form von Not und Armut zu tun hat sondern sich vom althochdeutschen "eli elendi" oder "ellende" ableitet, mit denen Mönche diesen Ort als "abgeschieden" und "fremd" bezeichnet haben.
Und Sorge leitet sich aus Zarge ab, was soviel wie Grenze bedeutet. Und der Ort Sorge befand sich über Jahrhunderte immer an irgendeiner Grenze, von Herzogtümern bis hin zu zwei deutschen Staaten.
So, und jetzt ganz schnell zurück ins ländliche Bauamt nach Großbommeln.
Sonst gibt's Mecker 😉.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wieder sind nur zwei Kleinigkeiten hinzugekommen – aber wichtige. Die Firststeine lassen das Dach höher wirken, und auch die Regenrinnen geben dem Haus abermals mehr Kontur. Am liebsten hätte ich gleich noch die Fallrohre angebracht, doch das wäre später hinderlich bei der Alterung der Fassade gewesen. So muß dieser Arbeitsgang denn noch warten.

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@knechtl: Da liegst Du gar nicht so falsch. Die Legende besagt, daß im Bommelner Gasthof "Zur Faulen Liese" der Märkische Dichterfürst für eine Nacht inkognito Kost und Logis genommen habe. Die geschäftstüchtige Inhaberin Hermine Brüning pflegt den Mythos mit einem Porträt Fontanes hinter dem Tresen und erzählt auf Nachfrage Anekdoten sonder Zahl, auf die Fontane nie und nimmer selbst gekommen wäre.

@reko-dampfer wg. Dünnhäutig, Lustverlust, Drama, Überredungskünstlern etc.:
Auf einem langweiligen Empfang schweigen sich die Gäste am Stehtisch an. Du willst die Stimmung etwas auflockern und ergreifst das Wort: „Kommt ein Mann zu Arzt …“ Der Herr gegenüber unterbricht: „Fachrichtung?“ – „Später“, setzt Du neu an. „Also, kommt ein Mann zum Arzt. Herr Doktor, ich habe da …“ Die alte Dame neben Dir räuspert sich. „Hat der Mann überhaupt promoviert? Heutzutage haben die ja oft nur noch Diplom!“ Du versuchst es zum dritten Mal, doch Herr Nr. eins hebt den Zeigefinger: „Es ist schon wichtig, ob der Mann Urologe oder Psychiater ist.“ In diesem Falle nicht, wendest Du ein. „Herr Doktor, ich habe da einen Ab…“ Nun erwacht eine andere Dame: „Also ich würde nie zum Psychiater gehen!“ Ein weiterer Herr tut kund: „Psychiater sind keine Ärzte. Und mit einem Abszeß würde ich zu so einem sowieso nicht gehen!“ Das Gespräch nimmt seinen Lauf, nur Du guckst stumm auf die Uhr und fragst Dich, wann der nächste Bus fährt.

Ansonsten danke für den Zuspruch.
 
Das sollte die Aufgabe der ehrbaren Gastgeberin sein, die Treppe von oben zu kehren und die seltsamen Leut gleich zur Tür mit hinaus.
Apropos, die Pforte wurde ja verkleinert. Das benötigt nun ein neues Türblatt oder wird der Bestand angepasst?

Poldij
 
Die neuen Türen sind bereits beim Dorftischler bestellt und sollten in etwa einer Woche geliefert werden, wenn nichts dazwischen kommt. Zunächst einmal müssen jedoch die Fenster überarbeitet werden.
 
Nicht, daß mir die Fenster des Mamos-Wohnhauses überhaupt nicht zugesagt hätten. Aber in dieser Dreiteilung kommen die Fenster der meisten Wohnhaus-Modelle daher, und bei Mamos/Auhagen selbst dazu noch in nahezu identischen Rohbauten. Um Abwechslung ins Straßenbild zu bekommen, mußte ich die zehn Fenster in Erd- und Obergeschoß umarbeiten. Wie sich das ausnimmt, sieht man auf dem ersten Bild anhand der fünf hofseitigen Fenster. Die zusätzlich eingezogenen Sprossen aus Polystyrol sind 0,2 mm dick 0,3 mm breit. Die Vertikale oberhalb des Kämpfers besteht aus zwei Teilen: einer Basis von 0,2 mm Stärke und der sichtbaren Ergänzung aus 0,5 mm breitem Polystyrol.

Auf der Straßenseite habe ich die Fenster mal eingesetzt, um die Wirkung zu testen. Geht so, würde ich sagen, allerdings mit Einschränkungen. Die Fenster im Obergeschoß erscheinen jetzt übergroß – und die Ursache dafür liegt im zweiten Teil der Bastelnacht. Da habe ich dort neue Faschen angesetzt, die sich durch den weißen Kunststoff noch viel zu stark abheben. Sobald sie dieselbe Farbe wie die Fassade erhalten haben, sollte der negative Effekt verschwinden. Auch die Fenster selbst in dunklem Ton zu streichen, könnte ihn letztlich weiter entschärfen.

Zufrieden bin ich hingegen mit den neuen Sohlbänken. Sie entstanden aus den Resten der aufgesetzten Fensterfaschen des Mamos-Originalmodells.

Stadthaus_6548.jpgStadthaus_6550.jpgStadthaus_6551.jpgStadthaus_6553.jpg
 
Fenster nach Maß

ist dir das bekannt?
habe gute Erfahrung gemacht,


mfg
fp
 
Danke für den freundlichen Hinweis! Vielleicht werde ich eines Tages darauf zurückgreifen, momentan macht mir aber der Eigenbau auch von Fenstern und besonders Türen noch zu viel Spaß. Die Fachliteratur liefert zum Glück die passenden bauzeitlichen Gestaltungsregeln und -vorbilder, so daß einem nicht versehentlich eine Jugendstil-Haustür in ein Gebäude von 1850 gerät.
 
@Fummel*123: Wie schade, daß es in Großbommeln keine Jugendstilbauten gibt. Deine opulenten Arendseer Türen und Fenster sehen phantastisch aus. In Bommeln geht es da etwas bescheidener zu.

Da aktuell die Bastelnächte kurz werden – was abends gepflückt wurde, muß morgens als Gelee in den Gläsern sein –, ist wieder einmal nur Zeit für ein Experiment geblieben. Diesmal bringt die Farbvariante die Schäden am Putz recht gut zur Geltung. In diese Richtung werde ich weiter arbeiten, damit das Haus tatsächlich so in die Jahre gekommen wirkt, wie ich mir das vorstelle. Auch benachbarte Häuser sollen die Spuren der Zeit und der Zeitläufte erkennen lassen – und so das Verblassen einstigen Wohlstands infolge von Kriegen, Mißernten, Krisen anschaulich belegen.

Stadthaus_6549_Farbtest.jpg
 
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