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Frage zu einem Ikarus 311 mit Kennzeichen TF-MM 68

Hallo.
Ixch habe mal die Bücher "Lebenslinien der frühen Ikarus-Busse" und "Ikarus-Busse für die Welt" durchgeblättert und hab da nix gefunden.
Kennzeichen fängt mit T an, also Bezirk Karl-Marx-Stadt. Vielleicht ein kleiner Privater oder eine LPG oder sowas.
Ich weiss, das hilft nicht viel, aber der Wille war da. 😉
 
Bei den DDR Kennzeichen waren meines Erachtens auch auf den vorderen Kennzeichen keine Stempelmarken drauf.
 
Die PKW im Umfeld des Busses schließen einen zeitlichen Bezug zur DDR aus. Der Hinweis in #3 (Kreis Teltow-Fläming) passt schon eher.

p.s. Die Suche bringt genau den richtigen Treffer >klick<. Weitere Informationen auch >hier<
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Bild ist definitiv nach 1989. Das Kennzeichen ist schon westlichen Fabrikates allerdings mit DDR-Kennzeichen. Der Trennstrich ist nur an die falsche Stelle gerutscht.
Der Runde Aufkleber ist die Marke des Landkreises, ASU-Aufkleber fehlt weil es in der Zeit von Januar 1990 bis Oktober 1990 schlichtweg in der noch existierenden DDR noch keine solchen Plaketten gab.
Selbst hatte ich mir auch ein solches Kennzeichen an meinen Trabant gemacht weil das alte DDR Kennzeichen hoffnungslos verschlissen war.
 
TF (Teltow-Fläming) gibt es erst seit der Kreis-Gebietsreform 1994. Daher muss das Foto nach dieser gemacht worden sein. Außerdem gab es noch eine Übergangszeit, in der man die neuen Kennzeichen auf den alten Platten machen lassen konnte. Das EU-Kennzeichen war da noch nicht Pflicht.
 
Das ist kein Kennzeichen nach DDR-Schema, weil nach den zwei oder drei Buchstaben am Anfang dort nur insgesamt drei oder vier Ziffern, aber keine weiteren Buchstaben folgten.
Es müsste also zwischen 1990 und 1993 ausgegeben worden sein.
Zumindest gab es 1992 den blauen EU-Abschnitt noch nicht, 1994 aber schon. Dazwischen hat in der Familie keiner ein Auto an- bzw. umgemeldet. ;)

MfG
 
ASU-Aufkleber fehlt weil es in der Zeit von Januar 1990 bis Oktober 1990 schlichtweg in der noch existierenden DDR noch keine solchen Plaketten gab.
Mal abgesehen davon, dass es den Landkreis erst ab Ende 1993 gab, hate kein Fahrzeug mit Dieselmotor eine ASU-Plakette getragen. Die gab's nur für Fahrzeuge mit Ottomotor.
 
Der Ik 311 war zum Zeitpunkt der Aufnahme auf den Omnibusverkehr Michael Müller zugelassen. Es gab auch andere Fahrzeuges des Unternehmens mit dem Kennzeichen TF-MM xxx. Wenn es wirklich der spätere Ik 311 von Matthias Templin war, dann kann die Aufnahme nur 1994 bzw. 1995 entstanden sein, da der Bus 1995 in dessen Besitz gelangte.

So müsste er dann heute aussehen: klick

Dort steht der Name des möglichen heutigen Eigentümers des Busses. Die Telefonnummer ist im Internet verfügbar, so dass der Fragesteller einfach mal Hörer greifen kann, um die Geschichte abzuklären.
 
Hallo miteinander
während meiner Lehre beim KFL Wangenheim war dort auch ein Ikarus 311 als Schichtbus nach Gotha eingesetzt-
die Teile müssen so Ende der 70ziger Jahre ausgesondert und an die Landwirtschaft abgegen worden sein

fb.
 
TF-MM 68 ist kein Kennzeichen der DDR sondern BRD/Beitrittsgebiet; DDR wäre bspw. TF 34-67 od. TFF 5-89.
Kennzeichen mit drei führenden Buchstaben gab es in der DDR praktisch nur bei PKW. Das hängt mit dem System der Vergabe zusammen. Es gab für Motorräder, LKW, Busse, Anhänger, Traktoren etc. eigene Zählkreise, was dazu führte das ein Kennzeichen völlig legal in jedem Zählkreis vergeben wurde. Es gab also für fast jedes LKW-Kennzeichen dieses auch an einem Anhänger, Traktor, PKW oder Motorrad. Drei führende Buchstaben waren deshalb bei Bussen kaum nötig, weil es einfach nicht genug Busse im Landkreis gab, um deren Nummernpool aufzubrauchen.
 
Kennzeichen mit drei führenden Buchstaben gab es in der DDR praktisch nur bei PKW. Das hängt mit dem System der Vergabe zusammen. Es gab für Motorräder, LKW, Busse, Anhänger, Traktoren etc. eigene Zählkreise, was dazu führte das ein Kennzeichen völlig legal in jedem Zählkreis vergeben wurde. Es gab also für fast jedes LKW-Kennzeichen dieses auch an einem Anhänger, Traktor, PKW oder Motorrad. Drei führende Buchstaben waren deshalb bei Bussen kaum nötig, weil es einfach nicht genug Busse im Landkreis gab, um deren Nummernpool aufzubrauchen.
Einspruch! Wir hatten in Ilmenau Busse mit OGA x-xx. Und guckt man nach Berlin, gibt es zahlreiche Bildbelege, z. B. IAK 6-27 im Buch Album Berliner Verkehr 1989/1990, Seite 76, oder IAK 6-81 und IAK 6-75, ebenda, Seite 20/21, die Deine Aussage widerlegen.
 
Die Kennzeichen mit dreistelliger Buchstabenkombination waren bei Bussen auch keine Ausnahme. Im Netz sind z.B. zahlreiche Bilder aus der Stadt Brandenburg/Havel mit Ikarus-Bussen zu finden, wo die Kennzeichen mit DBS, DBW oder DBU beginnen. Es machte auch die Kennzeichenvergabe einfacher, da man keine unübersichtlichen Blöcke mehr hatte. Es war nur noch der 1. Buchstabe für den Bezirk und der zweite Buchstabe für den Kreis entscheiden. Ein paar Ausnahmen gab es zwar auch, aber das ist ein anderes Thema.

Bei den Berliner Bussen taucht auch IAF, ICH, IDK, IEK, IJK, IFF oder IMK auf. In Dresden waren es z.B. RFY, RFK oder RFT. Im Zwickau gab es Busse mit TYX und TYZ. In Rostock u.a. AML (Ostseetrans) und AMT (Nahverkehr). Das ist nur eine kleine Momentaufnahme von Bildern aus meinen Archiv. Wenn ich da noch tiefer graben würde, dann würde ich noch mehr finden.
 
Hallo kurzer Zusatz meinerseits, das betraf nicht nur Busse sondern auch LKW.
Wir hatten zum Beispiel Kennzeichen wie ICH-xxx, IBL-xxx, IAK-xxx am W50 und B1000.
Leider fototechnisch nicht zu beweisen.
Ralf
 
Ich habe nicht geschrieben, dass es dies gar nicht gab, aber hier geht es um einen Ikarus 311 und in seinen Betriebsjahren war das sehr selten. In freier Wildbahn, also im Einsatz, habe ich die letzten in den frühen 1970ern gesehen und da gab es noch keine KFZ-Kennzeichen mit drei führenden Buchstaben. Eine Museumsszene, wie wir sie heute kennen, gab es da auch noch nicht. Da gab es aber Schrottpläne, nach denen man alt gegen neu tauschen konnte.
 
@Harka In den späten 80ern gab es sie auch noch, z. B. bei einem hiesigen privaten Omnibusbetrieb. Der ist damit Vertragsverkehre gefahren, u. a. für die DR im Gleisbau (bin da selbst mitgefahren) und für einen Bergbaubetrieb. Aber Du hast recht, die Kennzeichentafeln waren wohl aus der Zeit der Erstzulassung, also mit 2 Buchtaben und 2 x 2 Ziffern.
 
@BerndJ
In der Tat fuhr selbst in meinem Heimatort bis kurz vor der Wende ein Ikarus 311 eines lokalen Busunternehmens. Der fuhr aber nur noch im Charterverkehr, also zum Beispiel für jährliche Rentnerausflüge oder als er selber Kinder im Kindergarten hatte machte er mit diesen Ausflüge (einer in den Zoo ist mir bekannt). In den 1960er fuhr er im Linienverkehr, aber Anfang der 1970ern reduzierte sich dies auf eine Strecke in ein abgelegenes Dorf, zu dem nur ein 3 km langer unbefestigter Feldweg führte. Als der Ende der 1970er befestigt und bitumiert wurde, fuhr der Kraftverkehr dann selber mit moderneren Bussen dorthin. Den Hauptumsatz machte das Unternehmen bis heute aber mit Karosseriearbeiten. Es ist ein kleines Wunder, dass der Laden bis heute überlebt hat. Den Bus selber hat er allerdings noch vor der Wende verschrottet, wohl weil er keine Ersatzteile mehr bekam. Zumindest hat man das mir mal so vor Ort gesagt. Rost war bei ihm nicht das Problem, da er die betroffenen Karosserieteile selber anfertigen konnte. Vielleicht waren auch die staatlich angeordneten Hauptuntersuchungen der KTA (Kraftfahrttechnisches Amt) ein Problem. Das kann ich nicht sagen, aber Ende der 1980er war die Garage leer und wurde in die Werkstatt integriert.
 
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