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Von Kleinklöten nach Großbommeln

Heute zeigt sich – siehe erstes Foto – das Pola-Stadthaus letztmalig mit dem alten, infolge der verkürzten Giebel zu hohen Schindeldach. Es paßte einerseits landschaftlich nicht in mein Anlagenthema, andererseits wies das verunglückte Ausgangsmodell derartige Dachschäden auf, daß die Flächen unbrauchbar waren. Glücklicherweise nutzte Pola Standardspritzlinge für zwei Dachausführungen: mit drei kleinen Gauben und Schindeldeckung sowie mit großem Jugendstil-Giebel und Pfannendeckung. Faller übernahm von Pola nur letztere in sein Programm, doch am Spritzling hing weiterhin beides. Dank des löblichen Faller-Service‘ kam ich vor einigen Tagen preiswert an den benötigten Ersatz.

Auf den weiteren Fotos sieht man die dem neuen Grundriß angepaßten Dachflächen bereits lose aufgelegt, jedoch um die drei unteren Ziegelreihen gekürzt. Damit entspricht der Traufen-Überstand wieder annähernd dem des Pola-Modells.

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Die Gauben des Pola-Stadthauses gefielen mir gar nicht. Sie hatten glatte graue Wände in undefinierter Oberfläche, die Fensterrahmen waren nicht eingelassen, sondern gleich mit angespritzt, erhaben ausgeführt und zudem mit einer Sprosse waagerecht unterteilt. Sie waren auch verhältnismäßig klein, so daß die Gaubendächer einen sehr großen Überstand aufwiesen. Darum habe ich die Wände mit 0,5 mm profiliertem Polystyrol aufgedoppelt, so daß sie später wie aus Holz wirken. Die Fensteröffnungen habe ich anschließend von innen her aufgeweitet, so daß die Rahmen denen der wirklich filigranen Fenstereinsätze in den anderen Geschossen entsprechen. Schließlich habe ich den Gauben zweiflüglige Fenster verordnet – gemäß der vertikalen Orientierung der anderen Fenster im Haus.

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Der Pola-Bausatz sah vor, die gesamte Dachausstattung stumpf auf die Dachflächen aufzusetzen. Bei den Gauben hätte dies nicht nur eine spätere Beleuchtung ausgeschlossen, sondern durch die erhabene Struktur auch unschöne Spalte an den Übergängen ergeben. Um dies zu vermeiden, habe ich das Dach geöffnet und die Gauben eingepaßt. Deren Dächer sind auf dem letzten Bild nur aufgelegt, denn ihre Firste sind deutlich zu lang und sollen in der folgenden Bastelnacht auf ein ziviles Maß gekürzt werden.

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Die Gaubenfirste sind nun von der Dachseite her eingekürzt und danach sogleich aufgeklebt worden. Die Verglasung der Fenster kann später von innen erfolgen, wenn die Farbgebung abgeschlossen ist. Ferner hat der Bau sogar Regenrinnen erhalten. Pola hatte aus unerfindlichen Gründen bei dem so deklarierten Meister-Modell keine vorgesehen, auch Faller hat sich nach Übernahme des Modells in sein Programm im Jahre 1997 um die Dachentwässerung nicht eben verdient gemacht. Deshalb habe ich Dachrinnen aus einer Auhagen-Basteltüte nachgerüstet und finde, daß sie dem Haus eine würdige Trauflinie verleihen.

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Als Abschluß noch ein Farbexperiment aus dem Fotoladen: Das Dach soll in Großbommeln ziegelrot werden und ich wollte die Wirkung in Kombination mit der Fassade testen. Würde so gehen, meine ich.

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Hallo, bei den Dachenden oder bei den Experten gerne Ortgang genannt habe ich durch mein eigenes Haus in den letzten zwei Jahren viel dazu gelernt. Mein Haus ist von 1877, den Ortgang Dachziegel gab es zu der Zeit noch nicht. Also den Ziegel der das Dachende abschließt mit einer Kante gibt es in linker und rechter Ausführung. Als das Haus gebaut wurde ragte der Giebel über das Dach hinaus, in der Giebelwand wurde auf höhe der Ziegel eine Nut eingekappt in der wurden die Ziegel mit eingeputzt.
Dazu beim Dachüberstand kommt es dann darauf an wo der Dachbalken aufliegt. Endet dieser auf der Mauerlatte ist am Dachbalken ein ( der Dachdecker nannte es Aufschiebbrett), damit macht das Dach einen leichten knick nach außen. Diese enden dann auf der Rollschicht (der Mauerkopf wird in Stufen nach außen gemauert, heute macht man aus Kostengründen einen Holzkasten.
Das die Dachziegel bündig abschließen habe ich hier nur bei einigen wenigen Häusern gesehen, diese sind im Stil auch sehr einfach gehalten, ohne Verziehrungen der Fensterlaibung.

mfg Bahn120
 
Hallo Eike,

probiere doch mal die Wirkung von blassgelben Dachsteinen aus. Nördlich des Harzers findet man ab und an gelbe Klinker und Dachsteine... .
Ich glaube das wäre etwa für Dein Haus.

Liebe Grüße
André
 
@andre_simon: Das wäre eine Option für ein anderes noch zu bastelndes Gebäude. Bei diesem aber will ich versuchen, mich nicht allzu weit von der historischen Pola-Dachgestaltung zu entfernen. Bei Polas Version mit Durchfahrt statt Ladenlokal gab es eine rote Pfannendeckung, die mir zum Grau der Fassade auch besser zu passen scheint als ein Gelbton.

@Bahn120: Danke für die Hintergrundinformationen! Das Thema „Ortgänge“ wurde vor zwei Jahren bereits hier anhand von Dr. Schnelltods Rayonhaus verhandelt. Insofern habe ich die Sache im Blick und darf um Geduld bitten. Denn so weit sind wir mit dieser Bastelei noch gar nicht. Die Dachflächen sind ja nicht mal endgültig in Form gebracht. Im übrigen ist der konkave Auslauf des Daches mit oder ohne hölzernen Dachkasten nur eine von vielen möglichen Gestaltungsformen und bei diesem Gebäude nicht vorgesehen; realisiert hatte ich dies jedoch hier beim Großbommelner Empfangsgebäude sowie zuletzt hier beim Umbau des Mamos-Wohnhauses Nr. 3.

Auch das leicht kapriziöse Palais Pipi des Bahnhofs Großbommeln weist eine solche, dem des Empfangsgebäudes angepaßte Gestalt auf:

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Vor Beginn der nächsten Bastelnacht soll es heute als kleines Intermezzo einen ersten Eindruck der künftigen Straßenzeile geben. Die Anreihung ist derzeit noch willkürlich und wird sich womöglich ändern, wenn weitere (mindestens drei) Häuser hinzukommen. Aber als Vorgeschmack und Motivationsschub ist die Ansicht schon mal ganz nützlich.

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schöne Skyline, würde man wohl heutzutage sagen :applaus:
dann bin ich mal gespannt welche (mindestens) drei Häuser du uns noch zeigen wirst in Zukunft
 
Da kann man mal sehen, wie leicht sich das Publikum durch ein Foto vom Wesentlichen ablenken läßt: Thema der vorangegangenen Bastelnacht sind nämlich die Schornsteine auf dem Pola-Haus gewesen, aber niemand hat sie auf der „Skyline“ bemerkt! Springen wir also einen Schritt zurück.

Auf dem ersten Foto sieht man zwei der von Pola mitgelieferten Schornstein-Imitationen. Deren Spritzgußformen müssen schon ganz schön ausgelutscht gewesen sein, auch die Gestaltung selbst hat mich nicht überzeugt. Also habe ich unter Verwendung weiterer vom Ausgangsmodell geborgener Varianten neue angefertigt. Sie sind nun unverputzt und wirken größer, was mir und dem Gebäude besser bekommt. Außerdem bestanden die Originale aus Vollmaterial, was ihre Funktion, sagen wir charmant: erheblich beeinträchtigt hätte. Darum habe ich die Schlote geöffnet. Nun fehlt noch der notwendige Rest des Dachgartens: Luken und Laufstege für den Kaminputzer.

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@MatthiasD: Ich muß doch sehr bitten! Erstens ist das Haus noch nicht gealtert, und zweitens ist Halloween erst Ende Oktober! Aber ich ahne, wie Du drauf kommst. Wahrscheinlich hast Du, wie ich, heute den ersten Kürbis der Saison gerntet. Nur daß ich da kein Gesicht reinschnitze und ihn dann bis Dezember im Vorgarten verfaulen lasse, sondern ihn morgen zum sofortigen Verzehr mit einer üppigen Bolognese fülle und mit Käse überbacke, auf daß der Hintern noch fetter wird.

Doch zurück zum Ernst des Bastlerlebens.

Da die Firma Pola keine Dachrinnen an dem Modell vorgesehen hatte, wären auch Fallrohre Unfug gewesen. Folglich waren sie neu zu basteln. Anderes als zunächst angenommen, konnte ich doch jene aus Auhagens Basteltüte verwenden – allerdings nicht so, wie geliefert. Für das Knie unterhalb der Traufe mußte ich den Kunststoff mit größter Vorsicht selbst zurechtbiegen. Dabei entsteht sichtbarer Weißbruch, und ein bißchen zuviel läßt das Material einreißen. Da der Durchmesser nochmals 0,2 mm geringer ist, als bei meinen bisherigen Fallrohren, müssen freilich auch die Schellen für die Anbringung an der Gebäudewand kleiner ausfallen.

Mit Anfertigung und Montage aller Teile kann man insgesamt schon ein Stündchen pro Hausseite zubringen. Zumal vorher der durchlaufende Sims in der Fassadenmitte zu durchbrechen war, was übrigens auch in 1:1 durchaus gang und gäbe war. Daß heutige Modellbahner von den Herstellern Loks mit freistehenden Leitungen fordern, an Gebäuden aber ohne ein Murren akzeptieren, daß Fallrohre laut Bauanleitung einfach stumpf auf die Fassaden geklebt oder ganz weggelassen werden, hat mich oft gewundert. Natürlich ist die exakte Ausrichtung mit Abstand zur Wand lästig; gerade auch die Schellen sind ein heiteres Geduldsspiel. Am Ende darf man sich jedoch an vorbildgetreuen Schattenwürfen auf den Hauswänden ergötzen.

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Och nööö
Ich weiß nicht, wie Deine Kinder- oder Enkelsituation aussieht aber manchmal stehen Kinder auf sowas.
Hatte auch anfangs überlegt, einen Boden mit Gerümpel, abenteuernden Kindern und einer Bude anzuregen. Aber Du hast recht-der Balkonkürbis winkte ;)
Die Fallrohre sind schon krass.
 
Ich schätze mal, dass in der dargestellten Epoche weder in Kleinklöten noch in Großbommeln jemand von diesem keltischen Brauch irischer Einwanderer Amerikas wusste?!?
Anderseits "Geisterstunde" aufm Dachboden spielen, macht den Kindern bestimmt Spaß.
Die andere Frage ist nur, wie viel sieht man später davon durch die drei kleinen Dachgaubenfenster?
Die Befestigung der Dachrinnen ist natürlich irre :fasziniert:...ich glaube ich bleibe später bei stumpf angeklebten Dachrinnen
 
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