Hintergrundwissen für Olsenbanden-Fans:
In "Die Olsenbande fährt nach Jütland" leihen sich Kjeld, Benny und Egon eine Motordraisine in Agger aus, um in den Bunker nach Hanstholm zu fahren. Funktionieren konnte das im Original nicht, obwohl es in beiden Orten Feldbahnen für den Bau von Küstenschutzeinrichtungen und Hafenanlagen mit einer Spurweite von 785 mm gab. Nur waren sie nicht miteinander verbunden.
Der Hintergrund dieser Bahnen war ein sehr ernster. Es gibt um den Schutz der Westküste Dänemark vor den Gefahren der Nordsee. Bis 1825 hatte der Limfjord keine Verbindung zur Nordsee. So gab es 1825 den ersten von der Natur geschaffenen Durchbruch. 1865 erfolgte der zweite Durchbruch. 1868 entschloss sich der dänische Staat den zweiten Durchbruch (den heutigen Thyborøn-Kanal) und die Küstenlinien nördlich und südlich davon zu sichern. Dazu wurde die Wasserwirtschaftsverwaltung (Vandbygningsvæsen = VBV) gegründet.
1899 errichtete man dazu eine normalspurige Feldbahn, die einen Anleger mit den Küstenbaustellen verband. Das Baumaterial kam per Schiff. 1950/51 entschloss man sich die normalspurige Feldbahn auf 785 mm Spurweite umzubauen. Damit sollte ein Materialaustausch mit anderen VBV-Bahnen gewährleistet werden.
In Thyborøn nahm 1926 die erste VBV-Bahn ihren Dienst auf. Diese war noch in 600 mm Spurweite ausgelegt. Ab 1931 ersetzte man sie durch eine Bahn mit 785 mm Spurweite.
Beide Bahnen wurden Anfang der 1970er Jahre überflüssig, Der Kolding Lokomotiv Klub und der Dansk Jernbane Klub organisierten 1974 einen Ausflug zu diesen beiden Bahnen. Man kann die Bahnen an den Gebäudefarben unterscheiden. In Agger sind die Gebäude schwarz und in Thyborøn sind sie braun.
Ein Großteil der Gebäude sind noch heute erhalten. Nur leider gibt es dort keine Gleise mehr. Bei den Fahrzeugen sieht es etwas anders aus. Im Film ist die Diesellok D5 (Frichs 1947) zu sehen. Diese befindet sich nicht betriebsfähig in der Sammlung der Hedelands Veteranbane (HVB) auf Sjælland. Ebenfalls dort befindet sich die Motordraisine D13. Das ist ein VBV-Eigenbau aus dem Jahr 1950 mit einem Ford-Benziner. Später wurde auf einen Fordson-Diesel umgerüstet. Bei der HVB wurde die Motordraisine auf die dortige Spurweite von 700 mm umgerüstet und wird ab und zu eingesetzt.
Die beiden geschlossenen Personenwagen sind in der Region geblieben. In den Hauptsaison verkehren sie auf der Bahn im Freilichtmuseum Hjerl Hede.