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Schließen von Modellbahnläden (u.a. Radio Hoffmann Oederan)

Moin. Ich hab auch mal ne Zeit lang mit Modellbahnen gehandelt. Ein großes Problem für mich war die Handelsspanne.
Auf eine Piko 118 in TT hast ca 20% Handelsspanne gehabt. Bei 10% Nachlass für den Kunden haste noch 13Euro verdient.
Zum Überleben einfach zu wenig. Außerdem war die Verfügbarkeit ein Problem. Die meisten Modelle sind nun mal Vorbestellungen.
Bei Garantiefällen gab es oft keine Möglichkeit die Modelle zu reparieren. Alles mußte zum Ärger der Kunden eingeschickt werden.
In anderen Branchen gibt es die Möglichkeit Garantiearbeiten abzurechnen und somit dem Kunden schnell zu helfen.
Ich hab gern mit Modellbahnen gahandelt aber es muß sich halt auch ein wenig lohnen.
 
ca 20% Handelsspanne gehabt. Bei 10% Nachlass für den Kunden haste noch 13Euro verdient.
20%? Da hast Du einfach schlechte Konditionen gehabt. Wenn man natürlich nur 1-2 Modelle beim Hersteller bestellt kann das evtl. sein. Je größer die Abnahmemenge umso bessere Konditionen bekommt man.
Ich habe zB bei Hädl am Messestand mal mitbekommen als ein Händler seine Ware übernommen hat und der Hädl Mitarbeiter die Auflistung samt Konditionen aufgeschrieben hat. Das waren EKs ca. 40% unter der UVP.
 
Heutzutage wird man in vielen Branchen mit nur einem Ladengeschäft kaum noch über die Runden kommen. Auf der einen Seite ist es schwer, allein mit Handelsware Geld zu verdienen. Die Deckungsbeiträge für Handelswaren sind zu niedrig und dementsprechend müsste man hohe Stückzahlen verkaufen, um soviel Geld zu verdienen, dass man davon vernünftig leben kann. Gerade in der Modellbahnbranche kommt noch die gewaltige Variantenvielfalt der Waren hinzu. Die Vielfalt führt zu enorm hohem Aufwand, alles zu verwalten, was den Gewinn weiter kräftig schmälert (Variantenvielfalt führt zur Erhöhung von Einzelteikosten um bis zu 40% !!!). Wer heutzutage mit Arbeit und Handel Geld verdienen möchte, der muss mit Automaten Werte und Produkte schaffen, die er verkaufen kann. Da sind die Deckungsbeiträge wesentlich höher ...

Ein Ladengeschäft ist eher was wie eine kleine Messe. Aufgrund des enorm gewachsenen Onlinehandels dient ein Ladengeschäft in einer Branche wie Modellbahn hauptsächlich der Gewinnung von Neukunden. Das schafft man im Ladengeschäft mit besonders schicker Produktpräsentation, wenn der Kunde was sehen, möglichst was anfassen, hören, probieren usw. kann. Wenn dann der Verkäufer (oder die Verkäuferin) von den Produkten selbst überzeugt ist und das so rüberkommt, dann kann das Ladengeschäft viel besser für gute Stimmung und Kauflust bei einem Neukunden sorgen als die beste Online-Plattform. Beim Onlinehandel fehlen diese Reize vollkommen.

Für die Stammkunden dagegen muss man im Ladengeschäft Dinge vorhalten, die in Richtung "Dinge des täglichen Bedarfs" gehen. Bei der Modellbahn wären das Weichen, Antriebe, Flexgleise, Zubehör ... Das richtige Warenangebot dazu ist eine Gratwanderung!

Zusätzlich zum Ladengeschäft wird man trotzdem eine Onlineplattform anbieten müssen, um das Warenangebot gerade bei Branchen mit hoher Variantenvielfalt umfassend abzurunden. Nebenbei darf man die Preise so gestalten, dass Internet und Ladengeschäft abgestimmt und identisch sind - viel Spaß.
 
Das sehe ich leider anders, betrifft alle Branchen.
Es gibt massenweise sterbende Innenstädte. Und zwar wegen der menschliche Bequemlichkeit, den Rabatten ohne Ladengeschäft, und
auch den Einkaufstempeln am Rande.
Nur die Touristen halten bspw. in Dresden die Innenstädte am Laufen. Gibt es nichts zu erleben, zu sehen, entsteht Öde.
Ja es ist leider so, deiner Einschätzung kann man nur zustimmen.
 
Das Problem mit den Modellbahngeschäften, die aufgeben ist überall.
Das ist wirklich bedauerlich - gerade angesichts der anfangs aufgezählten Läden im Erzgebirge.

Zum Glück kann ich heute bei meinem "analogen Händler" in der nächstgelegenen erzgebirgischen Kleinstadt bestellte Modelle abholen.
Natürlich hätte ich die online noch etwas billiger bekommen können, dafür kann ich aber dort im Geschäft auch - sonst mit extra Versandaufwand verbundene - Kleinserien- bzw. Ersatzteile zu günstigen Konditionen erwerben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Situation hier in GB ist auch nicht anders. Wir hatten früher hier in York mindestens 3 Fachgeschäfte für Modellbau bzw Modelleisenbahn im Stadtzentrum - jetzt nur noch eins, das auch ein breites Sortiment an Plastikbausätzen und Modellautos führt. Unsere Nachbarstadt Leeds, doppelt so groß wie York, hat kein Fachgeschäft mehr für Modellbahnen, die Stadt Bradford auch nicht. Die Gründe dafür sind genauso wie die oben erwähnten in Deutschland.
 
.... Warnemünde....
Ja klar, alles gut und richtig. Ich kann nur von mir reden. Ich fahre jedes Jahr im Oktober da hoch schon über 30 Jahre und muss sagen ,,es war einmal und ist nicht mehr " . Leider . Aber auch verdient,das Rentenalter 😄👍. Respekt in der Gegend überhaupt noch ein Spielwarengeschäft zu halten ,bis heute! Naja ,das Leben geht weiter. Wir bestellen ja auch das meiste im Netz 🤣,ist halt bequemer und ja manchmal auch preisgünstiger. 🤷 Auch hier in Westsachsen der Laden,,ehemals Gützold" ,sag ich nur, ist nicht mehr das was der mal war . Die( Damen) da haben kein Schimmer von dem was sie verkaufen. Das war schon mal besser vor vielen Jahren. Aber das muss jeder selbst wissen 😉,wo er kauft😄👍.
 
Hanka meinte ich auch nicht. Ich hab schlechte Erfahrungen gemacht mit dem Verkaufspersonal an der Theke 🫣. Null Ahnung. Ich meide diesen Laden. Außerdem ist das Angebot auch nicht mehr das was es mal war🤷. Viele Wagen hängen da seit Jahren in den Regalen mit Gummiband und warten auf ....,ja was wohl🤔. Aber wie gesagt,jeder hat eine andere Meinung 🤷🤣😉.
 
@TT-Krümel
Ich besuche Gützolds immer gern, wenn ich mal nach Zwickau fahre. Es ist eines der wenigen übrig gebliebenen Geschäfte, in welchem man mal in Ruhe stöbern kann und dort ist vieles ausgestellt. Gleiches kann ich von Warnemünde sagen.

Warnemünde ist ja hauptsächlich eines der wenigen übrig gebliebenen Spielwarengeschäfte. Kann sein, dass das Geschäft schon bessere Zeiten gesehen hat, aber immerhin werden dort noch Waren im Schaufenster und im Geschäft präsentiert.

Gerade im Bereich Spielwaren gab es fürchterlichen Kahlschlag. Fällt mir immer wieder auf, wenn wir Geschenke für die Enkeltöchter suchen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass man sich an den Schaufenstern der Spielwarengeschäfte in der DDR als kleiner Piesepampel die Nase platt drücken konnte, soviel gab es da zu entdecken! Da wurden Riesenräder mit dem Stabilbaukasten oder Vero-Construct präsentiert, die Teddys saßen auf dem Bambyfahrrad usw.

Schau Dir mal heute Spielwarengeschäfte an - in den Schaufenstern (sofern überhaupt vorhanden) gibt es hauptsächlich irgendwelchen Plastikmurx in verschiedensten Ausführungen von mehreren Herstellern lieblos zusammengequetscht in Kartons und Regale. Da kann ich dann lieber gleich zu Hause am Wohnstubentisch online Anregungen holen und bestellen.

Spielemax hatte sich damals noch positiv abgehoben. Schrecklich fand ich dieses "Toysadingenskirchens..." (gibt es ja wohl so auch nicht mehr, weil es von einem anderen Geschmacksverirrten aufgekauft wurde ...).

Gehört vielleicht nicht ins Modelleisenbahnforum, aber als positive Beispiele für Spielwaren fallen mir da "Das Baumhaus" in Zwickau und "Wupatki" in Rostock (Einkaufszentrum in der Nähe des Kröpeliner Tores) ein.

Aber um wieder zurück zum Thema zu kommen und weil ich gerade in Rostock in der Nähe vom Kröpeliner Tor war - "Modellbahn Schaft" bleibt mir in guter Erinnerung.
 
dann würde ich mich einweisen lassen. :ichauch:
 
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