• Hallo TT-Modellbahner, schön, dass du zu uns gefunden hast.
    Um alle Funktionen nutzen zu können, empfehlen wir dir, dich anzumelden. Denn vieles, was das Board zu bieten hat, ist ausschließlich angemeldeten Nutzern vorbehalten. Du benötigst nur eine gültige E-Mail-Adresse und schon kannst du dich registrieren.
    Deine Mailadresse wird für nichts Anderes verwendet als zur Kommunikation zwischen uns.
    Die Crew des TT-Boardes

Passivbahners Autobasteleien

Da bin ich aber vor ca. 10 Jahren Jahren hier mal angemault worden, weil eine Doppelachs Zugmaschine + 3 Achs Anhänger in DE nicht zugelassen wären (waren).
Das ist (und war es auch vor 10 jahren schon) Unsinn. Zulässig ist es schon, nur ergibt es wirtschaftlich keinen Sinn. Das zulässige Zug-Gesamtgewicht liegt in D bei 40t (abgesehen von Transporten mit Ausnahmegenehmigung und einer generellen Ausnahme für bestimmte Containertransporte) und dafür genügen 5 Achsen. Warum sollten Fuhrunternehmen also 6-Achsige Kombinationen betreiben? Teuerer in Anschaffung und Betrieb und durch das höhere Leergewicht weniger Zuladung und damit geringere mögliche Frachteinnahmen. In Ländern, in denen regelmäßig 6-achsige Kombinationen unterwegs sind, ist das verbunden mit einem höheren zulässigen Zug-Gesamtgewicht.
 
In manchen Ländern, wie im Vereinigten Königreich, gibt es strenge Achslastbegrenzungen (hier regulär 10 bis 11,5 t, letzteres auf Antriebsachsen), was dazu führt, dass da auch schon mal eine Achse mehr verbaut wird.
In den USA gelten für Lkw auf dem Interstate-System spezifische Achslastgrenzen von 20.000 Pfund (ca. 9 t) pro Einzelachse und 34.000 Pfund (15,4 t) pro Tandemachse. Bei einem maximalen Gesamtgewicht von 80.000 Pfund (ca. 36,29 Tonnen) ergeben sich da auch schon mal ein paar Achsen mehr, zumahl die zulässige Achslast abseits der Interstates in einigen Bundesstaaten noch deutlich geringer sein kann.
In Mexiko wurde das Gewicht und die Länge der LKW lange Zeit nicht begrenzt, was zu Roadtrains führte. Begrenzt wurde die maximale Motorleistung auf 300 PS was in dem bergigen Land mit seiner dünnen Luft dazu führte, dass die Roadtrains nicht zu lang wurden.
 
Leute, muß das internationale Achslast- und Achsanzahlthema jetzt hier diskutiert werden? Macht doch für dies durchaus interessante Thema einen neuen Fred auf.
 
In dem von @Passivbahner angesprochenen Typenkompass ist ein MAZ 6422 6x4 mit 3achs Kühler abgebildet. Das Fahrzeug stammt von Kraftverkehr aus der DDR. Es wurde in der BRD aufgenommen (Steht zwar nicht im Buch, aber die Info habe ich von dem befreundeten Fotografen und Modellbauer).

Warum macht man das? Das Thema ist die Achslast. Das Kühlaggregat (ca. 600 bis 650kg plus Diesel) sitzt an der Front des Aufliegers und drückt somit auf die Sattelplatte und die Achsen. Bei eine 2achs Sattelzugmaschine kann das kritisch werden. Daher werden heute oft bei Kühlern, die die 40t zGG voll ausnutzen, auf SZM mit liftbarer Vorlaufachse gesetzt. Wenn das Ladungsgewicht nicht kritisch ist, dann wird die Liftachse gehoben und reduziert Verschleiß und Kosten. Die meisten Kühler kommen aber nicht auf die 40t oder man muss tricksen, wie z.B. die in die erste Palettenreihe nur eine Paletten stellen. Die steht dann quer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Im VEB Kraftverkehr Eisenhüttenstadt, Betriebsteil Müllrose stand man 1986 vor einem Problem: Die Betriebsleitung hatte sich verpflichtet, im kommenden Fünfjahrplan 20 Prozent Reifen einzusparen. Da es im Betrieb ein reges Neuererwesen gab, ging man sofort beherzt an die Arbeit. Ein erster Prototyp entstand, der W50 mutierte zum Dreirad.

0001.jpg0002.jpg

Das brachte jedoch mehrere Probleme mit sich. Motor und Getriebe mussten höher gelegt werden und aufwändig mit der Hinterachse verbunden werden. Dabei wurde der Platz in der Kabine für die Fahrer knapp, die Fuhre wurde sehr wackelig, und aufgrund der hinteren Doppelbereifung wurde noch nicht einmal das Einsparziel erreicht, da man nur 16,7 Prozent der Reifen eingespart hatte. Immerhin bekam der Fahrer eine einteilige Frontscheibe, um sich nicht gar so eingeengt zu fühlen. Nach diesem partiellen Misserfolg ging man wieder an die Arbeit. Nach einigen Wochen war es vollbracht. Prototyp Nummer 2 lief nun auf einem Kettenfahrwerk:

0004.jpg0005.jpg0006.jpg0007.jpg

Zwar hatte man nun 100 Prozent der Reifen eingespart, jedoch bekam man sofort Ärger mit der Straßenmeisterei, da die Ketten den Straßenbelag nicht gerade schonten. Außerdem ging der Kraftstoffverbrauch regelrecht durch die Decke. Also wieder in die Werkstatt, und heraus kam das nächste Versuchsfahrzeug:

0008.jpg0009.jpg0010.jpg0011.jpg

Man hatte sich einiges bei den Luftkissenfahrzeugen abgeschaut, die einen Teil des Verkehrs über den Ärmelkanal abwickelten. Der Motor hatte unter voller Last ausreichend damit zu tun, das Luftpolster zu erzeugen und mittels Schraube am Heck für Vortrieb zu sorgen. Die Straße wurde nun geschont, jedoch nahm das Fahrzeug bei gleicher Frachtkapazität deutlich mehr Grundfläche ein, außerdem war es laut, und es soff immer noch wie eine Kompanie Matrosen. Dennoch hatte die Werkstatttruppe das sichere Gefühl, dass sie kurz vor einem Durchbruch stünden. Und dieser kam dann auch mit Prototyp Nummer 4:

0012.jpg0014.jpg0015.jpg0016.jpg

Reifenverbrauch nur noch 33 Prozent, Dieselverbrauch bei 0 Prozent, Nutzlast immerhin noch zehn Prozent. Die Bootswerft Müllrose hatte extra eine kleinere Pritsche aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt, die immerhin einer Last von bis zu 500 Kilogramm standhielt. Der Fahrer blickte durch eine einteilige Panoramascheibe auf die Straße. Da mit dem Fahrzeug bevorzugt die Mühle in Müllrose bedient wurde, konnte die Antriebseinheit - Kaltblut Mister Ed - direkt dort betankt werden. Dieses Fahrzeug blieb auch bis zur Auflösung des Kraftverkehrs im Bestand und war vor allem wegen Mister Ed bei den Fahrern sehr beliebt. Es war auch so einflussreich, dass es in einem weit entfernten Winkel der Erde Nachahmung fand, wenn auch auf wesentlich primitivere Art:


Gegen Ende 1987 stellte man alle Prototypen noch einmal im Hof auf und machte ein Gruppenfoto:

0017.jpg

In körnigem Schwarz-Weiß schaffte es das Bild dann sogar in die Lokalausgabe der Bezirkszeitung "Neuer Tag", und zwar in einem Beitrag über das Neuererwesen im Landkreis Eisenhüttenstadt:

9999.jpg

Ihr glaubt, dass sich das so zugetragen hat? Da muss ich euch leider enttäuschen! April, April!

So, und nun noch ein paar Worte zur Bastelei:

Verwendet wurden zwei uralte DDR-Modelle des W50, Inhalte aus SES-Basteltürten sowie Kleinteile von @etchit und @IoreDM3 . Das Pferd stammt von @Panzer-Shop.nl . Kettenfahrwerk, Luftkissenfahrwerk und die Pritsche des Pferdefuhrwerks habe ich auf meinem Würstchenleger selbst gedruckt. Aufgrund akuten Zeitmangels ist das Ganze eher eine Skizze zur Illustration des gespielten Witzes geworden, aber wer sich inspiriert fühlt, kann das eine oder andere sicher genauer ausarbeiten.

Beste Grüße
Jörg
 
Vieles hört sich zu den Vorgaben recht aktuell an: Haufen Geld gehabt, aber plötzlich weg.
Nun sparen wir wie wild. Als Erstes bei den „Werktätigen“. Klar, wo sonst, alle anderen liegen ja auf derAusgabenseite der Volkswirtschaft. Anstatt sparen, prügeln wir aus den Deppen, die arbeiten, noch mehr raus.
Oder: Weniger Ausatmen bis 2050/2045.
Glaube, das schaffe ich. 2050 wäre ich 92 Jahre alt. Muss nicht sein.

Zum Thema:
Das mit dem Pferd vor dem Führerhaus hat man mal aus Rumänien gezeigt.
Ob das auch blos eine Fälschung war, weiß ich nicht. Damals waren die Denglish „Fachbegriffe“ dazu noch nicht erfunden.

Jedenfalls ist die Idee des W50 mit 1 PS nicht ganz neu.

Ansonsten: Lasst euch nicht allzu oft in den April schicken😂😂
Und falls wir uns bis dahin nicht wieder lesen: Frohe Ostern!

Grüße Ralf
 
Zuletzt bearbeitet:
...
Oder: Weniger Ausatmen bis 2050/2045.
Glaube, das schaffe ich. 2050 wäre ich 92 Jahre alt. Muss nicht sein.

Mit dem richtigen Hobby könnte es aber klappen:

Skifoahrn!

Zum Thema:
Das mit dem Pferd vor dem Führerhaus hat man mal aus Rumänien gezeigt.
Ob das auch blos eine Fälschung war, weiß ich nicht. Damals waren die Denglish „Fachbegriffe“ dazu noch nicht erfunden.

Jedenfalls ist die Idee des W50 mit 1 PS nicht ganz neu.

Auf dem verlinkten Bild hat ein Rumäne im Hintergrund sogar die für die Region typische Kopfbedeckung auf („Blatthut“ bzw. Nón lá).
Allerdings ist Deine Leistungsangabe nicht ganz korrekt - das Gefährt hat eine Leistung von 1 OS und nicht 1 PS!
 
@Ralf_2

Guck doch mal vor die W50-Kabine - da ist ein Ochse. OS steht für "Ochsenstärke".

In den 70ern des vergangenen Jahrhunderts wurden eine Menge W50 nach Vietnam geliefert. Davon sieht man heutzutage dort aber nichts mehr. Wahrscheinlich hat der Bauer auf dem Bild das noch übrig gebliebene Fahrerhaus einfach substituiert und sitzt jetzt in der Regenzeit auf seinem Karren schön im Trockenen.
 
Zurück
Oben