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Modellbau Chemiekesselwagen und andere Exoten

Murten

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Görlitz
Hallo,

seit das Interesse am Modellbau in TT wieder erwacht ist, bin ich dabei Rückstände abzuarbeiten.
Jeder Modellbahner kennt das sicherlich, auf Messen etc. kauft man ein Modell oder Bausatz, welches zuhause angekommen erst einmal für lange Zeit in der Kiste verschwindet.

Als Chemie-Lehrer habe ich mich schon immer für Chemiekesselwagen in TT interessiert. Hier möchte ich in loser Folge Umbauten bzw. Alterungen von Modellen vorstellen die im weitesten Sinne mit Chemie zu tun haben.

Los geht es heute mit einem Chemiekesselwagen für Brom. Aufgrund der hohen Dichte des Transportgutes wurde dieses in relativ kleinen Kesseln transportiert. Vorbildfotos finden sich in Carstens Band 9.2 auf Seite 238. Beim Vorbild gab es insgesamt nur 7 Exemplare.

Erfreulicherweise hat sich Hädl diesem Modell angenommen. 2023 gab es dieses bereits als Messemodell in Leipzig in einer grünen Farbgebung, welches ich leider verpasst habe. Auf den Vorbildfotos gibt es aber auch blaue Exemplare. Also habe ich den ursprünglich grauen Kessel des Hädlmodells mit Vallejo-Farben blau gesprüht. Die Decals fertigte mir in gewohnt hoher Qualität Herr Hartmann.
Demnächst bekommt der Wagen noch eine realistische Alterung.

VG Martin


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Interessantes Thema Murten!
Mir gefallen ebenfalls diese etwas unorthodoxen, kleinen, teilweise merkwürdig ausschauende Kesselwagen.
Ich besitze das hellgraue Modell, des Rostocker Stammtisches, auf diesem steht "Schwefelsäure" als Ladegut geschrieben.
Würde das dann auch mit der hohen Dichte passen, als Ladegut?
Und nebenbei gefragt, wurde nicht in allen Kesselwagen Chemie transportiert? ...abgesehen von Bier, Milch und Wasser :grinwech:
 
Hallo @FCEFux ,

bei der Schwefelsäure kommt es auf die Konzentration an. Je höher bei dieser die Konzentration, umso höher die Dichte. Dementsprechend sind die Kessel bei Oleum (Konz. Schwefelsäure) viel kleiner. Also macht bei verd. Schwefelsäure durchaus auch ein großer Kesselwagen Sinn.
Naja meistens wurden in den Kesselwagen Treibstoffe oder Öle transportiert. Die Chemiekesselwagen sind da schon ein spezielles Feld mit teilweise sehr kleinen Stückzahlen pro Bauart ;) Dahingegen wurden Tausende Mineralölmesselwagen gebaut.

VG Martin
 
Hallo,

heute geht es um den Kesselwagen für konzentrierte Schwefelsäure von Tillig. Hier fand ich die genietete Ausführung des Kessels sehr interessant.
Vom Prinzip her erhielt der Wagen nur eine farbliche Auffrischung und natürlich eine Alterung.

VG Martin
 

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Vielleicht lässt sich ja was Filigranes von der Digitalzentrale anpassen. Auch wenn dann vielleicht die Bühne nicht mehr gefällt :angel:
 
Für diese ex MMS Wagen könnte vielleicht Birger mal filigranere Geländer drucken? Ich würde die bei meinem auch gern gegen filigranere tauschen.
 
Ich habe noch in Erinnerung, hier im Board gelesen zu haben, dass die Bodenentleerung weg muss. Da das Fahrgestell vom Mineralölwagen stammt, muss das am Rahmen angespritzte Bodenentleerungsrohr weg.
 
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Mit diesen Wagen habe ich mich auch schon beschäftigt. Wie schon geschrieben, die Bodenentleerung muss weg, und ich würde noch die
Puffer tauschen, die sehen ja grässlich aus. Das Geländer habe ich etwas schmaler gefeilt, die Leitern sind Ätzteile.
Gruß Ralf.
 
@ B-TT 44. Deine Alterung sieht ja sehr schön aus. Kannst du uns etwas zur Vorgehensweise sagen? Schade, dass die Wagennummern gleich sind.
 
Hallo,

@B-TT 44 Danke für deine schönen Bastelanregungen. Mich würde insbesondere interessieren wie du die Verlaufsspuren am Kessel nachgebildet hast. Danke auch für die Hinweise was man alles noch Supern kann bzw. was für ein korrektes Modell entfernt werden muss. Die umlaufenden Rahmenbleche beim zweiten Modell von dir. Sind die serienmäßig oder auch eine selbstgebaute Zutat?

VG Martin
 
Möchte mich dann mal zu den Kesselwagen äußern, beide Modelle wurden nach Vorbildfotos gestaltet. Der zweite Wagen erhielt einen
Ablaufschutz für die Bremsanlage (dünne Plasteplatte) und eine angepasste Bedienbühne samt Frontaufstieg (Sonderverkauf TdoT).
Ja die Wagennummern, so schön sauber ausgeführt, habe ich erstmal bei allen Wagen belassen, sollte ja kein Ganzzug werden.
Die Alterung (eher betriebsmäßige Verschmutzung) ist dann ein langwieriger Vorgang in mehreren Schritten. Begonnen wird mit einer
Schmutzmischung aus Revell Emailfarben und Feuerzeugbenzin zum verteilen/ abwaschen. Immer schön nass in nass arbeiten, so
sammelt sich die Farbe in Vertiefungen, hinter Streben, Profilen und Nieten. Nach dem Durchtrocknen arbeite ich dann mit den
wasserlöslichen Modellfarben von Vallejo, Modell mit entspanntem Wasser (ein Tropfen Spülmittel) anfeuchten und verschiedene
Rost- und Schmutzspuren auftragen, dabei immer etwas feucht halten. Verlaufsspuren erhält man durch senkrechtes verziehen der
trocknenden Farbe mit einem harten, grobborstigen Flachpinsel. Übung macht hier den Meister, sollte es nicht gefallen wird es wieder
abgewaschen, je öfter desto besser sieht es am Ende aus (meine Erfahrung). Decals bringe ich erst anschließend auf, die würden die
Waschvorgänge möglicherweise nicht überstehen. Dann erfolgt ein Überzug mit mattem Klarlack und die Feinarbeit mit Pulverfarben
bzw Glanzlack (Öl- und Fettspuren).
Ich hoffe meine Ausführung hilft ein wenig,
Gruß Ralf.
 
Hallo,

sieht super aus!
Mich würde noch interessieren, wie Du die glänzenden Federwege der Puffer maskiert hast. Das ist ein interessantes Detail.

VG Mike
So wie ich ihn kenne ... gar nicht maskiert. Ich gehe von Pinsel frei Hand aus.
 
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Für die Puffer benutze ich so einen feinen Edding o.ä. zum Beschriften von CD- Hüllen. Einmal drumherum und fertig. Eignet sich auch gut für feine
Ölverlaufsspuren, an einem starken Klebeband entlang geführt und mit dem Pinsel etwas nachgearbeitet.
 
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