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Länderbahn-Schnellzugwagen auf Zeuke-Basis

@TT-Fritze: Schon vor Jahren habe ich mit dem Fensterwahnsinn gerungen ... und gewonnen, siehe Lichtbilder. Ohne diese Option hätte ich wohl erst gar nicht mit dem Eigenbau der preußischen D-Zug-Wagen angefangen. Auch für andere Basteleien (Nebenbahn- und Bahndienstwagen, besetzte Güterwagen, Gebäude etc.) ist es recht nützlich, autark zu sein. Man kann zügig am Modell weiterarbeiten, ohne Lieferzeiten abwarten zu müssen. Mal abgesehen von der Preisfrage.

Fensterwerkstatt_3875.jpgFensterwerkstatt_3876.jpg
 
Nächtelang am selben Modell zu arbeiten ist eintönig, also habe ich mir den rohbaufertigen B4ü mal wieder vorgeknöpft, dem noch viele Details fehlen.

Da steht er also mit Notgriffen unter den Abteilfenstern. Die Seitenansicht zeigt auch den nun unter Wagenboden applizierten Behälter für das Pintsch-Gas. Und nein: Dieser Wagen bekommt kein Sprengwerk. Zwar habe ich nirgendwo eine Erklärung dafür gefunden, warum das Vorbild keines hatte, aber mir soll es recht sein. Diese Arbeit spare ich mir gerne.

Die Seitenansicht illustriert nebenbei den modellbahntypischen Kompromiß beim Drehgestell-Abstand. Beim Vorbild saßen die Drehgestelle weiter außen, im Modell ließe sich das wegen der Einstiege nur umsetzen, wenn die Trittstufen am Drehgestell angebracht oder mit aufwendiger Mechanik versehen würden (so was habe ich schon gemacht). Ersteres gefiel mir schon bei Großserienmodellen nicht, und letzterem sind die Kupplungskulissen im Wege. Insofern ... werde ich es überleben.

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Dieser Wagen bekommt kein Sprengwerk. Zwar habe ich nirgendwo eine Erklärung dafür gefunden, warum das Vorbild keines hatte
Meines Wissens hatten nur Wagen mit hölzernem Wagenkasten(-gerippe!) ein Sprengwerk. Wagen mit stählernem Wagenkasten waren steifer und benötigten daher keines.
 
Das nahm ich bisher auch an, denn es wäre logisch. Irritierend ist jedoch, daß der AB4ü und der B4ü von 1894 keine Sprengwerke aufweisen, der C4ü desselben Baujahrs aber schon. Und allesamt sollten sie hölzerne Wagenkästen gehabt haben. Sei's drum, vielleicht ist es besser, manches nicht allzu genau zu wissen.

:)
 
Ansonsten komme ich schon arg ins Grübeln, weil man mich hier offenbar für verrückt genug für so was hält:
Hast du dir selbst zuzuschreiben bei dem was du tust. Und ich z.B. bin verrückt genug , dir hier zu folgen. Könnt/wollt ich für mich nicht, aber es ist wie eine Fernsehserie die spannend bleibt und erstmal kein Ende hat. Nein, nicht wie Lindenstraße.... Anders und deutlich besser.
 
War der C4ü kürzer?

Nein. Der Wagenkasten war beim AB4ü und C4ü sogar gleichlang (17000 mm), nur der des B4ü war demgegenüber kürzer (16100 mm).

Wenn nicht, ob es dann an weniger Plätzen, Zwischenwänden und somit weniger Fleischgewicht bei den (A)B4ü gelegen haben könnte?

Natürlich hatte der C4ü viel mehr Sitzplätze als diese Wagen, aber das Gesamtgewicht müßte sich durch die schwerere Möblierung der Polsterklassen weitgehend ausgeglichen haben. Alle drei Wagentypen hatten im wesentlichen Großraumabteile, insofern gab es auch eine in etwa gleiche Anzahl bzw. Länge von Zwischenwänden. Über das Gewicht der Reisenden wollen wir lieber nicht spekulieren, denn das schickt sich nicht. Wir wissen nur, daß damals Armut noch schlank machte und heute fett.

Andererseits sind es doch die ungelösten Rätsel der Menschheit, die das Leben spannend machen. So auch der wundersame Zauber der Sprengwerke an preußischen D-Zug-Wagen. Und damit verabschiede ich mich wieder in die nächste Bastelnacht.
 
Also auf dieser Seite und ff. sieht man bei allen Klassen Sprengwerk:
Musterzeichnungen für Betriebsmittel der Preussischen Staatseisenbahnen (1) - Retrodigitalisierung

Falls das nicht die Wagen sein sollten, über die Du redest, entschuldige. Bin da nicht so der Auskenner.

Da diese Ausgabe von 1897 ist, du aber von 1894 redest, wie wäre es damit: Ursprünglich hatte kein Wagentyp Sprengwerk. Das hat sich im Betrieb als unzureichend erwiesen. Also hat man das Sprengwerk hinzugefügt, beginnend mit dem am häufigsten vorkommenden Typ.
 
@EIBahn: Das sind leider nicht die Wagen der ersten Generation (1882-84), aber herzlichen Dank für den Hinweis. Auf keinen Fall mußt Du Dich für irgendwas entschuldigen, im Gegentum! Der Link ist ein tolles Attentat, weil er mir mit den bestens lesbaren Maßzeichnungen mal wieder gehörige Flöhe ins Ohr setzt. Wie soll ich es bloß schaffen, all die schönen Wägelchen nachzubauen? Zwei, drei von den Zweiachsern brauche ich unbedingt noch. Vorerst konnte ich an den Zeichnungen ersehen, daß ich bei meinen bisherigen Nachbauten keine groben Fehler gemacht habe. Wie beruhigend!
 
Oh oh, schon so groß und er kann noch immer Gardinen nicht von Vorhängen unterscheiden. Es geht dabei nicht um Ort und Art der Anbringung, sondern um die typischen Eigenschaften des Gewebes und die Zweckbestimmung. Ich empfehle, je nach Verfügbarkeit, eine freundliche Anfrage bei Mutti, Schwiegermama, dem Innendekorateur des Vertrauens, der holden Gattin oder beim Deutschen Hausfrauenbund von 1915 in seiner heutigen Darbietungsform.
 
Vorhänge sind auch mitten im Raum. Bspw. Umkleidekabine. Gardinen dagegen...
Glaubenskrieg. Und das in Deinem Alter.
Wenn's für Dich wichtig ist...Ich muss hier nicht lesen und mich auf solche hochnäsigen Diskussionen einlassen.
Das kannst Du besser.
 
Nun gut, Wissen war in diesem Lande immer etwas weniger beliebt als Glauben und wurde stets mit Mißtrauen und Poltern bestraft. Oder mit Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) gesprochen: "Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedräng zu tragen, ohne jemand den Bart zu sengen." Damit müssen wir selbst im kleinen Maßstab zurechtkommen. Und deshalb Vorhang zu und zurück zum Thema.

Die Bilder im Beitrag #627 zeigten, welcher Wust an unscheinbarem Kleinkram dem Wagen noch fehlt: Die Abortfenster müssen überarbeitet, die alten Ablufthutzen der Laternen durch neue ersetzt, die Oberlichter in Höhe der ebenfalls anzufertigenden Wasserkastendeckel verschlossen werden … Aber man gönnt sich ja sonst nichts.

Eine lange Bastelnacht später – siehe Lichtbilder – sind die Nottritte unterm Langträger angebracht. Beim Vorbild reichten sie im Mittelteil über eine Länge von vier Fenstern und hingen an drei statt zwei Pylonen, was die exakte Ausrichtung komplizierter macht. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

B4ü_pr94_4588.jpgB4ü_pr94_4592.jpg

Zur nervlichen Beruhigung habe ich nach getaner Arbeit virtuell mal wieder ein bißchen vorgegriffen. Keine große Kunst, aber ganz erbaulich.

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Und dabei ist es doch relativ einfach mit den Gardinen und Vorhängen . Gardine eher Schmuck oder Dekoration,je nach Belieben. Und der Vorhang sorgt für undurchsichtigkeit. Stimmts oder hab ick Recht. 😉
Bastel mal schön weiter, ich schau gerne hier rein.
In diesem Sinne beste Grüße
 
Da ich Vorhan g ing konnte ich Garnichtdiene n?

Ich beobachte.

🤫
 
Und dabei ist es doch relativ einfach mit den Gardinen und Vorhängen . Gardine eher Schmuck oder Dekoration,je nach Belieben. Und der Vorhang sorgt für undurchsichtigkeit. Stimmts oder hab ick Recht. 😉
Bastel mal schön weiter, ich schau gerne hier rein.
In diesem Sinne beste Grüße
Und was ist mit dem "Store" ? :p
 
Ich habe einmal ein Bild vom Sächsischen CCü 1661 herausgesucht. Der Waggontyp mit Baujahr ab 1907 ist ein typischer Vertreter der Länderbauarten.
Im Bild erkennt man die Mischbauweise dieser D-Zugwagengeneration.
Bei den Waggons wurden Holzrahmen (Eiche) mit Stahlprofilen ergänzt. Der Fachterminus lautet "Eisenverstärkter Holzrahmen".
Der Wagenkasten entstand in einer Holz-Eisen-Mischbau. Mit zunehmenden Komfortwunsch wurden die Fensteröffnungen größer und damit auch die Öffnungen im steifen Wagenkasten. So ist es nicht verwunderlich, wenn ein 3.Klasse mit kleinen Fenstern kein Sprengwerk hatte und ein Waggon 1./2. mit großen Fenstern benötigte ein Sprengwerk.

1777535201589.jpeg

Viele Grüße
André
 
@andre_simon Lies noch einmal #629 . Bei den Preußen war's genau andersherum. Wobei die Erklärung mit den Durchbrüchen auch hier einen Ansatz liefern könnte. 3. Klasse Wagen hatten mehr Abteile, dementsprechend mehr Fenster und mehr Durchbrüche für Laternen, Entlüftungen etc. Aber ohne die Konstrukteure von damals befragen zu können (oder wenigstens eine zeitgenössische Dokumentation zu finden, die die Gründe beschreibt), wird das alles Spekulation bleiben.
 
Zur Einsatzzeit meiner Vorbilder gab es bei der DRG drei Wagenklassen – logisch in einer ausgeprägten Klassengesellschaft. Züge mit allen drei Klassen kann ich mit den bisher gebastelten Modellen trefflich bereitstellen. Und doch hatte ich das Gefühl, daß da etwas fehlt. Wagen der ersten Generation, also ab 1892 gebaut, decken bei mir lediglich die Polsterklassen ab. Die logische Folge: Da muß noch ein C4ü-Pr94 her. Erst recht, da dieser in den vorhergehenden Beiträgen schon Gegenstand angeregter Diskussion war.

Auf dem ersten Foto sieht man im Hintergrund das Chassis eines etwa gleichlangen Packwagens. Opferwagen von Zeuke lagern hier sowieso zahlreich und werden in diesem Falle auch gebraucht. Denn die Ci-Pr05 mit geschlossener Bühne hatten Aborte und somit unegale Seitenwände, wie man im Vergleich mit dem zweiten Bild sieht. Zwei Gehäuse also husch-husch kürzen und in der Mitte wieder zusammenkleben – ist nicht! Man kommt nicht umhin, ein drittes Gehäuse zu zersägen und auf der einen Seite die fraglichen Wandteile auszutauschen.

C4ü-Pr94_1442.jpgC4ü-Pr94_1447.jpg
 
An sich sieht der neu zusammengesetzte Wagenkasten auf dem ersten Bild ganz vielversprechend aus. Indessen lauert da eine böse Falle, denn die eben erst verursachte schöne Längs-Symmetrie läßt einen leicht die Asymmetrie zur Querachse übersehen. Sprich: An einer Wagenwand hat das Abortfenster zum Eingang hin einen deutlich schmaleren letzten Holm. Die Änderung bedurfte des segensreichen Beistands eines Klosterbruders; das dritte Foto zeigt den verdünnisierten Holm. Nun darf die abgesäbelte Bühne Feilenstrich um Feilenstrich wieder eingepaßt werden.

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Ich kann zwar Ausdauer haben, aber diese Nerven hätte ich nie.
 
Et voila, es ist vollbracht! Auf dem heutigen Foto haben die Fenster, wie auch die Holme, die vorbildgetreue Breite, und die Länge des zusammengesetzten Gehäuses stimmt auch soweit. Aufmerksamen Betrachtern wird auffallen, daß die äußeren Oberlichtöffnungen vom Standardmaß abweichen. Das wird aber keine Rolle spielen, denn dort wird der gesamte Aufsatz entfernt, um die bekannte Dachform herzustellen, bei der im fraglichen Bereich die Wassertanks liegen, es also gar keine Oberlichtfenster gibt.

Ansonsten ruht der Wagen samt dem nun eigenen Chassis auf einem Holzklötzchen; die Drehgestelle müssen erst ihre Halterungen bekommen. Die Kupplungskulissen sind aber schon eingearbeitet und bis zur Endmontage in ferner Zukunft mit Teppichband fixiert. Auch Puffer habe ich bereits appliziert; sie sind vorerst nur lose gesteckt, damit sie die weitere Arbeit nicht behindern.

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@Stardampf: Es gab verschiedene Ausführungen der Regenrinne. Im unlackierten Zustand ist es vielleicht nicht zu erkennen, aber beim WL habe ich die Form nachgraviert, die in den frühen 30er Jahren am häufigsten war und bei der die Rinne direkt über den Fenstern an der Dachkante verlief. Teils hatten die Wagen der zweiten Generation auch da noch die kurzen geknickten Regenwasserabweiser über den Eingängen. Meine Wagen der ersten Generation hatten hingegen anders geformte Vordächder, und da liefen ursprünglich die Rinnen weiter oben über die gesamte Dachlänge. Ob ich diese tatsächlich darstelle, wird sich nach Lust und Laune entscheiden. Wie und woraus ich sie anfertigen kann, weiß ich aber schon.
 
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