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Piko 119 - Antrieb auf 6 statt 4 Achsen umbauen?

Steffen E

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Chemnitz
Hallo zusammen,
hat schon mal jemand den Antrieb der Piko 119 etc. auf 6 angetriebene Achsen umgebaut?
Erfahrungen im Betrieb würden mich interessieren.
Funktioniert das im Fahrbetrieb ohne "Bocken" und "Aufbäumen" des Modells?

Ich wollte meine Piko U-Boote gerade mit haftreifenlosen Antriebsachsen ausstatten.
D.h. die inneren Radsätze mit je einem Haftreifen gegen solche ohne Hafteifen tauschen.

Nach dem Lösen der Drehgestellabdeckung ist ersichtlich, dass auch die mittlere Achse ein Zahnrad haben "könnte", welches in den Antrieb eingreift.
Man könnte also:
  • - die neue haftreifenlose Antriebsachse in die Mitte packen
  • - mit dem Abzieher die Radscheibe mit Haftreifen abziehen und im richtigen Spurmaß eine Radscheibe ohne Haftreifen von der freigewordenen "Laufachse"
aufdrücken, und diese wieder an die vorige Position setzen.
Dann wäre das ein echter 6achser.
Der Zugkraft käme das ggf. zu Gute (und kompensiert etwas den Reibungsverlust durch Haftreifenausbau).
Aber wie ist es mit Laufkultur etc.?
 
Würde nicht eine Ersatzachse mit Zahnrad und ohne Haftreifen reichen, statt eine Achse durch Abziehen umzubauen und damit Schäden oder Ungenauigkeiten zu riskieren?
 
Danke, aber mit dieser Info hat auch jemand, der keinen Abzieher hat, eine Chance es auszuprobieren und die Antwort hier zu posten.
 
Ich denke, das Zahnrad auf der mittleren Achse würde mit der Drehgestell-Bodenplatte kollidieren. Die hat nämlich keine entsprechende Ausbeulung nach unten.
 
Die Frage ist doch vor allem:
Passt anstelle der Laufachse ein Radsatz mit Ritzel genau so in den Ritzelabstand, dass es nicht klemmt, sondern richtig kämmt? (Mal abgesehen davon, ob dieser mittlere Drehgestell-Radsatz etwas Höhenspiel hat.)
Dann wäre das ein echter 6achser.
Der Zugkraft käme das ggf. zu Gute (und kompensiert etwas den Reibungsverlust durch Haftreifenausbau).
Das scheint mir eine Milchmädchenrechnung, weil das Modellgewicht sich dann auf 6 Achsen verteilt (unterstellt, dass alle Räder immer [!] gleichmäßig Schienenkontakt haben).

Verzicht auf Haftreifen ist am ehesten durch Ballast-Erhöhung zu kompensieren (Bsp.: Beckmann-Loks). In Piko-Drehgestell-Loks bietet sich dafür das Dekoderfach an (schreibt ein Analog-Spielbahner ;)).

Tipp: Einfach mal die Haftreifen-Radsätze gegen solche ohne tauschen (von andrer Lok) und probieren, wie sich die Zugkraft verändert.
 
Der Zugkraft käme das ggf. zu Gute (und kompensiert etwas den Reibungsverlust durch Haftreifenausbau).
Tja, Physik sagt was anderes.
Die Reibkraft ist abhängig vom Gewicht und dem Reibkoeffizienten der Materialpaarung.

FR=FN x µ

Da steht nix von n=Anzahl der Räder oder so und wird deshalb auch nix kompensiert.

Eine Reibpaarung aus Elastomer und Neusilber (Schienenmaterial) wird immer einen deutlich höheren Reibkoeffizienten haben als eine Metallrad-Neusilber-Kombination.
Ohne Gewichtssteigerung der Lok gibt es keine Kompenstation des Reibverlustes in diesem Fall.
 
Da ist was dran. Aber die Reibung dürfte doch bei sechs angetriebenen Achsen ohne Haftreifen größer sein als bei nur vier angetriebenen Achsen ohne Haftreifen. Dabei unterstelle ich mal, dass die mittleren Drehgestellachsen in beiden Fällen nicht völlig entlastet sind, also die schon bisher angetriebenen äußeren Drehgestellachsen durch den zusätzlichen Antrieb der mittleren Achsen nicht entlastet werden.

MfG
 
FR=FN x µ

Da steht nix von n=Anzahl der Räder oder so und wird deshalb auch nix kompensiert.
Die Formel gilt aber pro Rad. FN ist in der Ebene die Gewichtkraft, die von dem Rad auf auf den Untergrund übertragen wird. FR ist die maximale Kraft, die das Rad übertragen kann, bevor es die Haftung verliert. Denk doch einfach 'mal nach. Wenn es so wäre, wie du schreibst, bräuchte man auch keine 4x4 Autos mehr bauen, denn ein 2x4 könnte dieselbe Kraft auf den Untergrund übertragen. Kann es aber nicht. Was für Straßenfahrzeuge gilt, gilt auch für Schienenfahrzeuge. Physik ist universell.

Also ja, 6-achs Antrieb ohne Haftreifen kann mehr Zugkraft aufbringen als ein 4-achs Antrieb ohne Haftreifen, bis zu 50% mehr.

Edit: ich meinte natürlich 4x2, nicht 2x4
 
Zuletzt bearbeitet:
Hängt auch davon ab, wie die mittlere Achse gelagert ist und trägt zur Gewichtsverteilung der Lokomotive bei
Wenn die Lok 240 wiegt und jedes Drehgestell 120 trägt, sind es bei zwei Lagerachsen pro Drehgestell also 60 pro Achse
Bei drei Lagerachsen sind es 40 pro Achse
 
Die mittleren Achsen "schlabbern" aber nur so im Drehgestell rum. Eine Belastung durch von oben drückende Schleifer gibt es hier auch nicht. Ich wundere mich immer, dass die sich überhaupt mit drehen. Also liegt die Masse der Lok auf 4 Achsen, und dort wirkt nur die Reibung. Natürlich gibt es noch ein Aufbäumen der Drehgestelle unter Last, welches die Achsen unterschiedlich belastet, je nach Anlenkung spielt es dann eine Rolle, welche Achse den Haftreifen besitzt.
 
Die mittleren Achsen "schlabbern" aber nur so im Drehgestell rum.
Da ich keine 119 besitze, wußte ich das nicht. Wenn bisher vom mittleren Radsatz kein Gewicht übetragen wurde, dann bringt ein Antrieb desselben für die Gesamtzugkraft gar nichts. Selbst wenn durch den Antrieb der Radsatz mittragend wird, kann dann nicht mehr Kraft insgesamt übertragen werden, da sich das Gewicht auf den bisher angetrieben Achsen entprechend verringert. Vermutlich wird die Zugkraft durch den "Allradantrieb" durch zusätzliche Getriebeverluste sogar geringer.

Einen kleinen Vorteil gibt es allerdings für die "Allradvariante". Wenn eine Achse in's Schleudern gerät, geht nur ein Sechstel der Zugkraft verloren statt einem Viertel. Das kann in bestimmten Situationen entscheidend sein, ob sich die Fuhre noch weiter bewegt oder nicht mehr, weil die Zugkraft nicht mehr reicht. Ob das aber den Aufwand rechtfertigt oder aber sogar die zusätzlichen Getriebeverluste den Vorteil auffressen, kann ich nicht entscheiden.
 
Stimmt. Da habe ich mich falsch ausgedrückt. Durchdrehen kann sie zwar nicht, aber trotzdem die Haftung verlieren. Dann dreht sie zwar brav mit der gleichen Geschwindigkeit wie die anderen Achsen, überträgt aber trotzdem keine Zugkraft mehr.
 
@Steffen E : Haste schon mal mit @jf- darüber gesprochen?
Bei seinen Fähigkeiten kann er dir evtl. weiterhelfen.
 
Nicht schlimm, das übernehmen die anderen dafür mit, denn die Masse der Lok ändert sich nicht und kürzt sich damit raus.
Nur teilweise richtig. Dein Postulat stimmt nur dann, wenn die Achse die Haftung verliert, weil sie entlastet wurde. Oft passiert der Haftungsverlust dadurch, das der Reibungskoeffizient verringert wird. Und dann kürzt sich nichts raus.
 
Wenn einer von drei Radsätzen im Drehgestell entlastet wird, steigt die Belastung der anderen beiden um insgesamt diesen Betrag an da sich das Gesamtgewicht der Lok nicht ändert, sondern nur dessen Verteilung über die Radsätze auf die Schienen. Da bei den Modellen i.d.R. auf Ausgleichshebel etc. verzichtet wird und vor allem das Gewicht sehr gering ist, ist das aber im Endeffekt alles müßig zu berechnen oder zu überlegen. Im Zweifel eine Lok umbauen und probieren, aber ehrlich gesagt lohnt da m.E. der Aufwand nicht.
 
Dürfte hätte könnte würde ... nehmt es mir bitte nicht übel, aber ich fragte: hat es schon mal jemand probiert.
4 Achsen ohne Haftreifen - ca 7 oder 8 meiner Uboote sind so unterwegs.
Wie die fahren?
Bisher unauffällig problemlos, offenbar. Ich fahre die Loks nicht. Ich gebe sie zu Beginn des Modultreffens ab und packe sie nach 4 Tagen wieder ein. Als Fahrdienstleiter kriege ich nicht mit, ob und wie sowas taugt. Waöenn was gar nicht funktioniert, bekomme ich das dann ggf vorwurfsvoll auf den Tisch gekracht, "musste mal machen!!" und das wars.
Deshalb fragte ich nach ggf. vorhandenen praktischen Erfahrungen.
Offenbar sind die ... noch nicht vorhanden. Ok.
 
Aber 4 Achsen ohne Haftbelag - das war doch schon bei BTTB so oder irre ich da??? :gruebel:
Die fuhren auf der Ebene ganz gut und Bergein auch .... und Bergauf musste man aufpassen, dass man sie richtig herum eingleiste. Ich wahr mit der nicht zwingend zufrieden - außer optisch für die Zeit.
Später gab es manchmal ein Vorgelege, damit wurde die Entgeschwindigkeit verringert und man konnte dann etwas mehr Gewicht auf das treibende Drehgestell geben und die Zugkraft war dann ganz OK ohne das der Motor in der Drehzahl einbrach.
Fazit: Masse ist der beste Haftbelag.
 
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