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Parkbank - Bestimmung, Maße (und später Entwurf und Druck)

Tomek

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Magdeburg
Mich hat mal wieder ein Kleinteil gepackt, das ich als 3D-Druck umsetzen möchte ...

In Halle (Saale) und wohl an anderen Orten in der DDR waren Parkbänke aus Beton-Seitenteilen und einem dazwischen gesetzten Gestell aus Holzlatten für Sitzfläche und Rückenlehne verbreitet. Die älteren Exemplare hatte noch den Holzeinsatz in der Armlehne. Ich meine, bei späteren Exemplaren wurde darauf verzichtet.
Nachweisen konnte ich sie für die 1970er Jahre in Fotos vom
  • Spielplatz zwischen Ernst-Toller-Straße/Interhotel (heute ein Parkplatz),
  • Pestalozzipark (Sandkasten mit Keramikrohren, heute wohl die Skaterbahn) und am
  • Hansaring (zwischen Fahne und Leipziger Straße, hier im Foto).

IMG-20240310-WA0012.jpg

Der "Rundgang" mit Street-View zeigt - da wurden ersetzt, vermutlich weil das Holz verrottete. Vielleicht existieren an etwas vergessenen Parks, Spielplätzen oder auf Friedhöfen noch Exemplare.

Nun die Frage und Bitte an euch - weiß jemand von noch existierenden Exemplaren und hat vielleicht auch die Möglichkeit Maße zu nehmen? Gibt es eine Norm oder ein Daten- oder Katalogblatt?
 
Du hast recht @mcpilot - die Rekonstruktion aus üblichen Maßen für Sitzmöbel und den wahrscheinlichen Maßen der Gehwegplatten im Bild sollte einen hinreichend genauen Anhaltspunkt liefern. Ich habe im Moment noch etwas Hoffnung, dass irgendwo ein paar der Betonteile überdauert haben, um etwas exakter zu sein.
 
Moin, lang ist es her.

Vom Stadtarchiv Halle (Saale) hatte ich im April 2024 dankenswerterweise ein paar Bilder der gesuchten Bänke bekommen. So kamen der Brunnen im Pestalozzipark, die Schulsternwarte Kanena und Kleinschmieden als ehemalige Fundpunkte hinzu.

Bei Kleinschmieden steht nun das erweiterte Rolltreppenkaufhaus auf dem Platz, die Sternwarte hat neue Bänke und auch am Brunnen hatten die Bänke gewechselt.

Das Bild vom Brunnen im Pestalozzipark half mir durch seine Perspektive nach einer Runde mit Messgerät allerdings die Relation zur Umgebung zu bestimmen, hier die beiden relevanten Ausschnitte:

Stadtarchiv_BK 20604_Pestalozzipark_cutA.jpgStadtarchiv_BK 20604_Pestalozzipark_cutB.jpg

Die Bänke haben gewechselt aber die Steine im Hintergrund sind noch vorhanden.

20260102_102221_cut.jpg20260102_102624_cut.jpg20260102_103501_cut.jpg

Die Maße für die langen Steine (mit 70cm x 25cm) und 35cm x 35cm für die kurzen waren doch etwas unerwartet. Die Platten auf dem Boden entsprachen auch nicht meinen Vermutungen.

20260102_102713_cut.jpg

Ich bin doch ganz froh, mich endlich zum Messen auf den Weg gemacht zu haben. Ich bin nicht sicher, ob die Umgebung nach der Sanierung des Brunnens so verbleiben wird.

Nach der 2. Iteration sieht der Entwurf schon ganz brauchbar aus, auch wenn ich die Vermessung eines Originals vorgezogen hätte. Das die Löcher trotz ihrer Form nach den Fotos eben genau nicht in einer Flucht sind, hat mich in meinem Empfinden erheblich gestört.

Den unteren Teil oder besser das Fundament habe ich nach einiger Überlegung weggelassen. Auch wenn in den Bildern die Fundamentkante teilweise sichtbar war, dürfte ein Fundament für die Verwendung des Modells lästig zu sein.

2026-01-04 19_38_49-_ 1_100_Parkbank_002_cut.jpg2026-01-04 19_38_07-1_100_Parkbank_002 _ 1_cut.jpg

Wäre der Abend des heutigen Tages anders gelaufen, wüsste ich inzwischen auch, ob die sich so drucken lassen, so verschiebe ich das auf einen späteren Zeitpunkt.
 
Genau diese Bänke standen bei uns im Park herum. Am Spielplatz auf dem Weg zur Schule usw... natürlich in Halle.
Bürgerpark Seebenerstraße und rings um die Burg Giebichenstein, im Amtsgarten aber auch an der Saale.
Sehr schön, brauche ich unbedingt später mal.
 
Parkbänke aus Beton waren in der DDR keineswegs so einheitlich, wie man zunächst vermuten sollte. Häufig wurden die Betonteile im Rahmen der verpflichtenden Konsumgüterproduktion von regionalen Betonfabriken nach eigenen Formen gegossen. Im Betonwerk Arnstadt wurden Bänke ohne seitliche Armstützen für Parks und ohne Rückenlehnen für Wanderwege hergestellt, deren Form eher an die Gartenbank der Firma Rebmann-Beton erinnerte. Ähnliche Formen gab es überall in der Republik.
Im Betonwerk Arnstadt konnte man die Betonteile sogar mit Signatur erhalten. In dem Fall ritzten die Betonwerker in den noch nicht festen Beton Buchstaben ein. In meinem Heimatort war das dann ein PL für Plaue. So sollten Diebstähle der Betonteile vom Bauhof der Stadt verhindert werden.
 
Das ist >> hier << aber eindeutig zu sehen.
Grüße Bernd
 
Ich kann mich allerdings nicht an diese mittlere senkrechte Versteifung bei der Rücklenlehne erinnern.

Ich hatte da eher eine schwache Erinnerung und habe hier im Ausschnitt eines anderen Fotos aus dem Archiv einen Beleg - aber auch dafür, dass ich da falsch nach meiner Erinnerung eine kleine Fase an die Ecke gesetzt hatte ... nunja.

Stadtarchiv_Halle_BK-20593_Pestalozzipark_cut.jpg
 
Ohne die Strebe wäre das Ganze sehr elaschdisch beim Sitzen...

Ich wollte schon fragen ob du dir eine Meßlatte gebaut hast mit dem blau-weißem Ding, aber später ist es dann als Schmiege zu erkennen.
Da selbige manchmal nur schwer zu positionieren ist habe ich mit eine kleine Meßtafel 20x20cm gebastelt. Die kann ich schön in Fensteröffnungen stellen oder dank Magneten auf der Rückseite an Metallteile anheften.
 

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  • IMG_3533_600kb.jpg
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@C120 : Das blau-weiße Dings ist einer der ranzigsten Gliedermaßstäbe (aka Zollstöcke) die ich gefunden hatte.

Ich habe den entfettet und etwas gereinigt, auf 10 cm mit Maskierband und Papier abgeklebt und mit transparenter blauer Acrylfarbe besprüht. Dank der transparenten Farbe kann man die gedruckten Werte immer noch lesen. In dem Fall war es Aero Color von Schmincke, die ich mir mal für andere Airbrush-Aufgaben zugelegt hatte. Einige der Farbtöne sind deckend und andere weitgehend transparent.

Am Ende kam noch eine Schicht Klarlack drüber.

20260105_233858_cut.jpg

Warum nicht rot? Der erste und einfachste Grund - ich hatte auf der anderen Seite vorher schon eine Markierung für 1:72 aufgebracht bei jeweils 72mm und den Vielfachen, so dass jeder Abschnitt (egal ob weiß der rot) ein Millimeter im 1:72 Modell ist.

Das war praktisch für Überschlagsdenken: "Die Sitzhöhe vom Stuhl ist bei 6 Einheiten also ist der Sitz 6 mm hoch". Interessanterweise habe ich den Ansatz bei Modellbahn eher nicht, da rechne ich eher später oder übertrage bei 1:100-Projekten die Maße direkt. 1:100 ist in der Konstruktion praktisch, in der Regel sind Stabilitäts- und Dickenunterschiede beim Skalieren nach 1:120 oder 1:87 zu vernachlässigen. Erst wenn ich an Funktionen oder Normen gebunden bin, gehe ich von 1:120 aus.

Um an den Fotos schnell die Seite und Einheit unterscheiden zu können, war es sinnvoll, eine andere Farbe zu nehmen.


20260105_233920_cut.jpg

Ein anderer wichtiger Vorteil, der sich erst nachher zeigte: meine Originale sind gern im Farbbereich rot bis braun. Da ist blau einfach schneller zu erkennen.

Gut ist, dass man mit diesem Ding schnell mal ein paar Maße mitnehmen kann und auch bei unschärferen Bildern noch halbwegs genau auf die Maße kommt. Das Teil ist leicht und steckt meist bei mir im Rucksack.
 
Die Bank sieht super aus und sie hat einen hohen Wiedererkennungswert. Höchstens die Holzfarbe wirkt extrem frisch, fast noch feucht. Bei uns wurden die zum Zeitpunkt der Aufstellung mit Holzschutzfarbe gestrichen und danach nie wieder, was dazu führte, dass die Hölzer recht schnell grau wurden.
 
Jep, die Farbe ist arg frisch. Ein Wechsel ins frühe Altholz (Revell Schilfgrau?) und beim Beton etwas mehr Sand und helleres Grau könnten passen.

Ich habe doch noch etwas farbiges gefunden:
Natürlich klickt man dann weiter ...
Beim Klicken durchs Postkartenmuseum nach Magdeburg, Halberstadt, Schkeuditz, Leuna, Merseburg, Halberstadt, Aschersleben, Bernburg hatte ich nichts passendes gefunden. Vermutlich gab es mehr zu fotografieren als Parkbänke :grinwech:

Beim Graben in Erinnerungen könnte ich mir für das Holz später in Einzelfällen noch einen Holzschwellenton vorstellen, wenn doch mal jemand an den Erhalt gedacht hat.

Ich mag mich täuschen, bekomme aber einen roten und blauen Anstrich der Holzteile um einen Spielplatz nicht ganz los. Kindergarten, Schulgelände mit fleißigem Hausmeister?
 
Ich hatte vorhin die Datei aktualisiert, die Strebe war nicht ganz in der Mitte. War blöd gelaufen, ich hatte am Ende das Holzteil schmaler gemacht, da die Länge nicht ganz stimmte und habe dann vergessen, die Strebe zu versetzen.

Wer sich die Datei bereits geholt hat, bitte zur Version 003 wechseln.

Ich wohne schon immer in MD, aber diese Bauart kenne ich nicht.

Ich hätte gedacht, dass sich diese Bänke auch in einem gewissen Umkreis verbreitet haben. Vor einer Weile war ich im Gespräch mit einer Person, die meinte, solche Bänke auch in Magdeburg gekannt zu haben. Da mag deren Erinnerung auch täuschen.
 
@Tomek
Man kümmerte sich zu DDR-Zeiten eher wenig um einen Gebrauchsmusterschutz bei der Konsumgüterproduktion. Es war nicht unüblich Baumuster solcher Betonelemente abzuformen und in ähnlicher Form als Konsumgüterproduktion anzubieten. Viele Betriebe hatten ohnehin genug Probleme, Konsumgüter überhaupt zu produzieren. Ich kann den Betonwerker aus Arnstadt leider nicht mehr befragen, wie das Betonwerk Arnstadt zu seiner Form für die Bänke kam. Es würde mich aber nicht verwundern, wenn sie mal kurz über die Straße zum Metallbau Arnstadt (im "Loch") gingen und dort sich die Formen für einen Kasten Bier erstellen liesen.
Die Betonelemente für Bänke wurden nur nachlässig produziert. Der Beton war unverdichtet und die Kanten der Betonelemente waren scharf, schartig und grob. Daran konnte (und kann) man sich leicht verletzten und Strumpfhosen ruinieren. Damals war das egal (ok, nicht das Ruinieren von Strumpfhosen, denn die waren teuer), aber heute würden die Betonelemente mit Sicherheit nicht mehr zugelassen, jedoch stehen sie noch überall im Wald herum.
Ich wäre deshalb nicht verwundert, wenn es ähnliche Betonelemente wie deine hier gezeigten in anderen Bezirken der DDR gegeben hätte. Ich habe die Bänke in der oder ähnlicher Bauform jedenfalls in Erinnerung und ich war zu DDR-Zeiten nie in Magdeburg, Halle oder Leipzig.
 
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