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Von Kleinklöten nach Großbommeln

Des Rätsels Lösung:
Die Fallrohre an Gauben haben in natura meistens einen kleinern Durchmesser…
 
Da das Haus plötzlich so unstimmig wirkte, lief ich keine Gefahr mehr, es durch eine Schicht Farbe zu verderben. Erstmals habe ich zum Patinieren eines Daches samt Schornsteinen Acrylfarbe verwendet und bin vom Ergebnis irgendwas mit ent … ich würde sagen: entzückt. Es ging besser, als vermutet.

In der Beschichtung stecken als Basis ein Burnt Sienna sowie als Beimischungen Kleckse von Weiß, Gelb, Grün, Karminrot und Schwarz. Der angenehme Unterschied zu den früher verwendeten Revell-Email-Farben ist (außer dem fehlenden Lösungsmittelgestank), daß die Flächen stumpf abtrocknen und keine glänzenden Stellen zurückbleiben.

Gescheitert bin ich hingegen am Verblendmauerwerk. Ich wollte die Verfugung zwar sichtbar machen, aber dezent. Dieser Kompromiß erwies sich als unmöglich. Dunkler Mörtel läßt das Mauerwerk unsauber, heller die Fassade unruhig wirken. Kurzerhand habe ich alles wieder abgewaschen und mich entschieden, lediglich den Plasteglanz zu beseitigen und das Gebäude zu einem frisch renovierten zu deklarieren. Wobei die in die Jahre gekommenen, aber noch intakten Fallrohre und Dachrinnen ihre Patina behalten dürfen.

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Acrylfarbe verhält sich anders als Revell normal wie du es kennst. Hast du ja bemerkt.
Immer nur extra auf einer "Palette" (Joghurtdeckel z.B.) anmischen und mit Acrylverdünnung verdünnen ... auf der Palette geht auch Wasser mit etwas Fit (Fittröpfchen...chenchen) darin zum verdünnen.
Ebenso kannst du Klarlack dem Acryl beimischen, das wird etwas besser. Mit Wasser und Verdünnung entsteht mitunter ein zu dünner Farbfilm .... probieren. Man will ja, dass es in die Fugen läuft.

Du kannst ja einzelnen Steine extra anmalen zur Auflockerung.
Die Mattigkeit der Farbe ist gerade beim Gebäudebau sehr angenehm.
Man kann das Haus, bzw. Teile davon auch satt/komplett anstreichen und dabei die Farbe auf der Palette in diversen Schmutzgraden vorhalten und im laufenden Malprozess mischen und altern.


Auf keinen Fall in den Töpfen mischen bzw. verdünnen. Das verhält sich komisch und wird manchmal zu einem Klumpen
 
Zuletzt bearbeitet:
@Stedeleben , @IVk
Das mit dem Ladengeschäft geht mir genauso!
Meine Großmutter hatte in einem solchen Geschäft bis in die späten 70er des vergangenen Jahrhunderts gearbeitet. Die Front des Geschäftes sah fast genau so aus, allerdings gab es zu beiden Seiten je ein Schaufenster. In der Kleinstadt gab es fast vor jedem Ladengeschäft den obligatorischen Fahrradständer, der zum Feierabend ins Geschäft gestellt wurde.

Das Ladengeschäft hatte eine fast schon lustige Geschichte - ist wahrscheinlich aber mind. 1 Epoche zu spät für Dich. Früher (vor und kurz nach dem 2.WK) war das Geschäft eine Filiale von „Arthur Lambert“. Arthur Lambert war
Langstreckenläufer und später Reichstrainer für Mittel- und Langstreckenlauf. Damit hatte er sich eine Existenz als Seifenfabrikant und selbständiger Kaufmann einer Chemischen Reinigung in Wittenberg aufgebaut. Seine Filiale war eine Kombination aus einer Drogerie und einer Annahmestelle zur chemischen Reinigung von Textilien.

Die alten Ladentische habe ich noch gut in Erinnerung. Diese Einrichtungen konnte ich noch bis 2010 bei Besuchen bewundern. Die Ladenbetreiber handelten nach der Wende bis ca. 2010 mit Tee, wobei der Haupthandel wohl im Hintergrund mit härteren Drogen erfolgte (wie sich nach 2010 herausstellte).
 
Meinen Plan, den Plasteglanz zu beseitigen, hat ein eingetrocknetes Pöttchen Mattlack vereitelt. Um trotzdem voranzukommen, habe ich fürs Verblendmauerwerk ein mattes Hell- und ein seidenmattes Dunkelrot gemischt. Stark verdünnt, habe ich diese Mixtur dann mit flachen Borsten über die mit Pinselspitzen Ruß vorbehandelte Ziegelstruktur gewischt oder besser ausgedrückt: gehaucht. So entstand eine in sich leicht changierende Fläche, während die Struktur sichtbar blieb. Nur an einer Stelle war der Auftrag zu dick – unterm zweiten Fenster von links auf der Hofseite. Das ließ sich nicht mehr korrigieren, da die dünne Brühe sofort abtrocknete. Zum Glück kommt dort das Eingangspodest hin, so daß das Malheur später kaum auffallen dürfte. Der Rest der Bastelnacht blieb Kleinigkeiten vorbehalten: Die Eingangstür und das Geländer wurden grün lackiert und das Laufbrett zwischen den Schornsteinen samt seinen vier Stützen geschwärzt und befestigt.

Inzwischen gefallen mir übrigens sogar die Dachrinnen und Fallrohre an den Gauben, und die der dunklere Ton der Fassade läßt für meine Begriffe auch die Vorhänge und Gardinen in den Großaufnahmen plastischer hervortreten als bisher.

Soweit der 27. Beitrag zu diesem Umbau. Wenn mich nicht alles täuscht, sollte ich das Haus spätestens nach der 30. Episode an seinen voraussichtlichen Standort in der Bahnhofstraße setzen können.

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@magicTTfreak: Danke für die technischen Hinweise. Die kamen für die Bastelnacht zu spät, helfen mir aber bei den nächsten Häusern.
@F-Rob_S: Laut Plan wird mindestens ein Haus in der Bommelner Bahnhofstraße zwei Schaufenster haben.
 
@jmh67
So schön und hochherrschaftlich waren die Schaufenster in kleineren Orten nicht unbedingt. Eikes modifiziertes Polamodell gibt ein ländliches Geschäft schon sehr schön wieder. Ein 2. Schaufenster auf der anderen Seite der Tür wäre für ein größeres Geschäft schon O.K. Und ab Epoche III muss auf einer Seite der Tür in Mannshöhe übrigens noch ein Fahnenhalter vorgesehen werden 😎!
 
@jmh67: Ja, zweifellos wird mein Geschäftshaus genauso schön! Nur hundertzwanzigmal kleiner und ländlicher. Und natürlich kein verspielter Jugendstil mit Läden mit Kitsch und nutzlosem Tand für reiche Leute und Touristen. Wo kämen wir denn da hin! This is Big Bommeln near Little Balls in Germany, where people eat Bötel and Sauerkraut with Mostrich and Pellkartoffeln, not Boeuf
Bourguignon!
 
@IVk: Zur geheimnisvollen Nutzung des Souterrains hatte ich in #2270 schon mal orakelt. Man muß ja auch nicht für alles eine schlüssige Erklärung haben. Im Zweifel fällt das unter Betriebsgeheimnis oder Intimsphäre und es geht niemanden was an, welche Art Party bei Vollmond in diesem Keller steigt.
🤫
 
@andre_simon: Tolles Foto, eine schöne Inspiration für die weitere Arbeit. Vielen Dank!

Die Versorgung mit Backwaren ist in Großbommeln tatsächlich sichergestellt. Noch hat er sein Ladengeschäft nicht eröffnet, aber bis es soweit ist, beliefert Bäckermeister Otto Lamprecht seine Kundschaft bis nach Kleinklöten direkt mit seinem Goliath Rapid. Hier sehen wir die Trude Nabenfett bereits wartend vor dem Dreirad. Ihr geht es aber weniger um Brot und frische Brötchen als vielmehr um den neuesten Klatsch und Tratsch aus der näheren Umgebung. Bäckermeister Lamprecht kommt halt viel in der Gegend herum und mit den Leuten ins Gespräch.

Goliath_rapid_5591.jpg
 
Fiel doch am Anfang der Bastelnacht mein Blick nach längerer Pause mal wieder auf das umgebaute Mamos-Wohnhaus Nr. 1. – Spontane Entscheidung: Die ätzenden und lange überlagerten Lacke müssen endlich weg, also kommt da im bewährten Verfahren Farbe aufs Dach! Fünf der kleinen Revell-Email-Pötte gaben noch halbwegs Flüssiges von sich: Ziegelbraun, Feuerrot, Lichtgrau und Dunkelgrün. Sonnengelb war nur noch in Seidenmatt zu haben, aber immerhin braucht man von dem Ton nur eine Pinselspitze.

Das Ergebnis ist das übliche. Der Anblick verbessert sich dramatisch, die Nuancierung ist in Ordnung, nur bleiben nach dem Austrocknen der Farbe wie immer einzelne glänzende Stellen zurück – trotz Verwendung mattierter Farben. Ursache ist die polierte Oberfläche der Auhagen-Dachplatten, egal, ob es sich nun um Dachpfannen oder Biberschwänze in Einfach-, Doppel- oder Kronendeckung handelt. Um den falschen Glanz zu beseitigen, bleibt nichts anders übrig, als nach vollständiger Trocknung die Flächen nochmals farblos zu übernebeln. Bei gleichartigen Produkten von Vollmer oder Faller hat man dieses Problem nicht. Deren Nachteil ist hingegen, daß das Material bruchanfälliger und schlechter zu bearbeiten ist. Man muß also von Anwendungsfall zu Anwendungsfall die jeweiligen Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen.

Bevor ich es vergesse: Der Schornstein wurde ebenfalls farblich nachbehandelt. Lediglich das Laufbrett muß noch geschwärzt werden. Aber alles zu seiner Zeit.

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Gefällt mir. Liesse sich das Glänzen der Dachplatten nicht durch Abziehen mit z.B. einem Glashaarpinsel beseitigen, vor der Lackierung?
 
Man könnte es auch (Sand-)strahlen.
Es gibt dafür 'Pistolen' im Airbrush-Format und passendes scharfkantiges Al2O3 oder mildere Glasperlen als Strahlgut.
Das funzt prima und ist nicht teuer:
Farbe 'runter, Rost entfernen, aufrauhen...

Aber - um Himmels Willen - NICHT in Wohnräumen machen!
 
Genügt da nicht feines Sandpapier oder der eben genannte Glashaarpinsel?
Wenn man großzügige Flächen hat schon.
Mit dem Strahler kommst Du aber in jede Kante, Ritze, Ecke...
 
Da muß ich Ralf2 aber Recht geben. Wenn man seine Bude nicht einstauben will, sollte man sich das gut überlegen. Geht aber wunderbar. Am Besten ist da so eine Art Brutkasten ohne Brut, wo man in einem abgeschlossenen Raum strahlen kann.
 
Ich habe mir in eine Plastekiste eine Öffnung geschnitten und strahle darin. Allerdings nur im Freien und mit Maske. Was nicht zu vernachlässigen ist, ist der Düsenverbrauch. Obwohl schon sehr hartes Material (habe versucht, es aufzubohren) wird die Öffnung immer größer und das Strahlmittel "fällt" nur noch raus.
 
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