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Zugkraft von Modell-Lokomotiven

Eine schöne wirre Physik in diesem Thema... Die Zugkraft einer Lok kann man durch Messung an der Kupplung ermitteln. Ob nun durch einen sehr sensiblen Federkraftmesser oder mittels Rolle und Gewicht bleibt dabei egal. Experimente mittels Bremswagen sind relativ aussagelos, da keiner die reale Rollreibungskraft dieses Wagen kennt und man auch nicht weiß, wie sich der Reibungsbeiwert verändert, wenn man die Zuladung erhöht (Verformung von Lagerstellen, Schmierstoffe...).
Im übrigen spielt es gar keine Rolle wieviele Achsen angetrieben sind. Die Reibkraft ist nicht von der Fläche abhängig. Von Interesse ist nur die Normalkraft und der Reibungskoeffizient. Einen großen Einfluss haben natürlich nicht angetriebene Achsen, wenn sie einen Teil des Gewichts der Lok tragen. Dieser Teil fehlt dann bei der Reibungskraft.
 
Ein Wagen von 15g hat eine Rollwiderstandskraft von ca. 0,003N. Eine Lok mit 0,07N Zugkraft schafft damit also ca. 18 bis 20 Wagen dieses Gewichts in der Ebene. Nur mit den Diagrammen von Zugkraft/Steigung kann man abschätzen, wieviel davon noch eine 4% Steigung heraufzubringen sind.
 
Wenn die Lok nix zieht, würde ich mir zunächst die Wagen anschauen.
Wenn die bei 1% rollen, ist alles gut.

Aber wer sucht die Lösung eines Problems schon bei sich selbst?

Als ich noch eine Heimanlage hatte, hab ich relativ schnell meine erste Roco/Tillig V300 vor so einem Reinigungswagen platt gemacht. Gezogen hat sie … bis zum Schluss.

Das Gewicht der Wagen spielt nur beim Anfahren (F=m x a) und in der Steigung (gegen die Hangabtriebskraft) eine (meist untergeordnete) Rolle.

Grüße Ralf
 
Zuletzt bearbeitet:
Pikos 91 zieht völlig klaglos 15 zweiachsige Wagen von Hädl und Saxonia in der Ebene. Die Lok wird dabei nicht gequält, die Räder drehen nicht durch. Das ist mehr, als das Vorbild real je transportieren sollte. Die BR 91 war nicht dazu gedacht 2000 t - Züge aus dem niederschlesischen Industrierevier schnellstmöglich nach Berlin zu karren. Die über 2000 gebauten Exemplare waren für den lokalen Transport von einigen Güterzugwagen zu den damals noch existierenden Güterverkehrsanschlüssen in den damals noch mit entsprechenden Güterverkehrsabfertigungen versehenden kleinen Bahnhöfen gedacht, einem Einsatzgebiet, dem sie perfekt entsprachen. Pikos 91 erledigt den Job absolut vorbildmäßig und das Vorbild kam nie auf den Steilrampen in den Mittelgebirgen zum Einsatz.
 
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