ich habe für die, die keine geeignete Federwaage, aber eine Briefwaage o.ä. zum Lokwiegen besitzen, mal ein Beispiel des Schleudereinsatzes an der Steigung ausgemessen.
Testobjekt 'Blink Bonny', deren Zugkraft schon mit der Seilrollenmethode zu 0,07N bestimmt wurde.
Versuchsaufbau: Ein Brett mit 400mm Länge und darauf montiertem Gleis, das an einer Seite gegen die Fahrtrichtung mittels verschiebbarem Klotz angehoben wird.
Bei einer Schlepptenderlok wird der Rollwiderstand des Tenders im Folgenden vernachlässigt.
Die Zugkraft einer Lok in der Horizontalen ist Fz=G(l)*µ. Fz =Zugkraft in N, G(l) = Gewicht der Lok in N ( Ablesung der Waage in gr ) µ= Reibung zwischen Rad und Schiene. An einer Steigung mit dem Steigungsmaß s = h/l mit h=Höhe des Klotzes, bei dem die Lok zu schleudern anfängt und l = horizontaler Abstand des Klotzes zum Aufliegepunkt des Trassenbretts gilt: s=µ und
Fz = s*G(l +t) - s* G(t), weil das Gewicht des nicht angetriebenen Tenders auch durch die Lok hochgezogen werden muss.
Im Beispiel: Lok mit Tender G(l+t) = 1,43N ( 143g ) Tender allein 0,35N (35g)
Lok fing an zu schleudern bei h=26mm und l = 400mm
Daraus s= 0,066 und Fz = 0,066*(1,43-0,35)N = 0,07N wie schon mit der Seilrolle bestimmt. Das heißt, bei einer Steigung s von 6,6% ist die Zugkraft = 0 und bei 3% ungefähr die Hälfte der Zugkraft in der Horizontalen. Alles in allem für diese Lok keine berauschenden Werte.
Auf diese Weise man hat eine absoluten Wert für die Zugkraft und kennt deren Verlauf mit zunehmender Steigung. Die Anzahl der
Wagen in der Horizontalen muss man, wenn man keine Messrolle besitzt, immer noch durch Probieren feststellen, aber man weiß, wie sich die Lok an Steigungen verhalten wird.
Als Faustformel kann man auch das Verhältnis der Gewichte von Tender zu Lok mit 20..25% annehmen, bei meinen Loks lag das alles in diesem Bereich. Dann setzt man zur Berechnung das 0,75- bis 0,8fache des Gewichtes ein.