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Sandentladung bei der Bahn

PapaT

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Hallo Zusammen,

ich bin auf der Vorbildsuche nach eine Sandentladung bei der Bahn. Bei der Internetsuche kamen dann zahlreiche Bilder zu Besandungsanlagen oder Verladeanlagen. Auf dem Modul Gbf. Pöhlau soll ein Plattenwerk entstehen und zur Herstellung der Betonplatten braucht man ja nicht nur Zement, sonder andere Zuschlagstoffe wie Kies, Sand und unter anderem Bewehrungsstahl.

Für die Zementanlage schwebt mir die Gestaltung eines Moduls von einem Modulfreund vor. Aber wie sieht es mit der Entladung von Sand aus. Sand wurde ja mit Res, Samm, E Wagen transportiert und musste da ja auch wieder runter/raus. Nur Wie? Bagger, Portalkran, Schippe? Es soll eine Entladung bei stehendem Wagen werden, nicht mit Mobilgeräte unter einem Fcs oder so.

Ich hatte mal ein Bild vom Schwellenwerk Rethwisch, da war aber nur ein Es Wagen auf einem zugesotteten Sandgleis zu sehen, nichts von der Anlage. Im SEM Chemnitz gibt es noch im Bw die Sandhalle, wo mittels einer schienengebundenen Kranhängebahn der Sand irgendwie ausgebaggert und in der Halle aufbereitet wurde.

Für sanddienliche Hinweis bin ich dankbar.😎
 
Wenn es keine Fc oder Ommi bzw. Wagenkipper sein sollen, dann bleibt sicherlich nur Bagger und Schaufel für die Ecken. Es gab früher bei großen Mengen auch den sogenannten Heinzelmann-Entlader für die Entladung von fein- und mittelkörnigem Materialen. Dieser besteht aus einem Becherwerk, dem das Ladegut an der Entladestelle durch seitlich angebrachte Schnecken zugeführt wird. Das Becherwerk fördert es dann in einen Silo. Ich habe das mal im Zusammenhang mit den Deckenbahnhöfen zum Bau der Autobahnen gelesen. Das Prinzip wird heute noch bei der Entladung von Schiffen eingesetzt. Prinzipiell würde auch pneumatisch gehen. Aber Sand neigt zu Wasseraufnahme und dann wird es schwer mit Saugen.
 
Sandendladung: das Thema hatte ich zu Weihnachten mit meinem Vater der früher bei einer ZBO an einer Mischanlage gearbeitet hat.
Wochenende sehr oft Bereitschaft da Sand ,Kies und Zement entladen werden mußte. Die Mischanlage aber noch ein paar Kilometer weiter entfernt war.
So weit er mir berichtete kam meist alles in E oder Res Wagen, entladen wurde mit Bagger und in den E-Wagen wurde mit Schaufel nachgearbeitet.
E- Wagen zu entladen war meist sehr anstrengend und gefährlich wie er mir erzählte da auch das Sichtfeld des Baggerfahrers sehr eingeschrängt war wenn direkt an der Ladestraße entladen werden mußte.
Er meinte auch das er sich nur selten an Fc Wagen erinnern kann, Facs sollen auch dabei gewesen sein, er sprach von langen 4-achsigen Schüttgutwagen wo noch manchmal feine Kohlereste mit dabei waren.
Das war alles so Anfang der 80iger Jahre.
 
Sand kam in Ganzzügen mit unterschiedlichsten Wagen. Entladen wurde mit Bagger T174 und TIH (nur bei niedrigen Bordwänden) oder Ende der 80er mit Förderband ( FC ode Facs). Kies und andere Zuschlagstoffe kamen als Einzelwagen oder kleinen Gruppen an, ebenso Zement. Alles wurde an "normalen" Ladestraßen im unteren Bahnhof Auerbach /V. bereitgestellt. Mein Vater war dazumal für den VEB Spezialbeton Auerbach tätig. Ind den offenen Wagen musste per Hand akribisch nachgeputzt werden, da es sonst Strafen gab. Die Teams waren eingespielt und über Handzeichen oder Schaufel über den hohen Bordwänden in Kontakt.

Im Bahnhof Lengenfeld/V. gab es eine Bunkeranlage für den VEB Hartsteinwerke. Wie die Entladung dort lief ist mir leider nicht bekannt, muss jedoch effektiver gewesen sein, da mein Vater das gerne für seinen Betrieb adaptieren wollte.

Gruß Rico
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das Betonwerk in Arnstadt hinter dem heute noch existierenden Eisenwerk bekam den Sand mit einem Ganzzug. Auf dem Werksgelände gab es dafür mindestens zwei ca. 270 m lange Gleise. Der Ganzzug wurde zum Entladen geteilt. Eine Entladung mit dem Bagger habe ich selber gesehen, aber ich habe damals darauf nicht geachtet, kann also nicht sagen, ob es dort noch andere Möglichkeiten gab. Es wurden auch Betonteile mit dem Zug auf die Reise geschickt.
Der neue Eigentümer nach der Wende lies als erste Maßnahme die Verladegleise und Bahnsteige zerkleinern und im Beton verarbeiten. Der Werksanschluss wurde rückgebaut. Wenige Jahre später verschwand die Firma. Heute stehen Einkaufszentren auf dem Areal.
 
Bei Entlademöglichkeiten zu DDR Zeiten mal nicht zu kompliziert und speziell denken. Außer in den Braunkohlekraftwerken gab es selbst in großen Betrieben wenig spezielle Entladetechnik.
Das modernste war da schon der Portalkran, danach kamen Mobilbagger und Kräne zum Einsatz. Ein Großteil wurde per Hand entladen.

Zwar nicht Sand, aber mein ehemaliger Lehrmeister berichtete mir wie sie Schnittholz bei der Bahn entladen haben.
Dies wurde mit offenen Wagons mit hohen Bordwänden angeliefert und per Hand über die Bordwände auf daneben stehende LKW und Anhänger geladen. 5m lange Kiefernbohlen waren schon schwer aber 10cm starke und zum Teil 80cm breite Buchenbohlen waren da schon eine ganz andere Hausnummer.
Irgendwann hat es meinen Lehrmeister gereicht und er hat einen Bekannten gefragt der beim ACZ einen ADK 70 fuhr, ob er ihn beim Entladen hilft, was dieser auch tat. Hinterher gab es mächtig Ärger weil der Kran zweckentfremdet wurde.
Erst kurz vor der Wende gab es dann eine Vereinbarung dass der Kran für solche Situationen angefordert werden kann.
 
@MLZ
Das kann ich so bestätigen. Mein Vater musste regelmäßig Rohre in Arnstadt entladen, was üblicherweise von Hand passierte (und ihm einen halben Finger kostete). Dabei reden wir nicht von Wasserröhrchen für den Wohnungsbau sondern von dicken Rohren der Fernwasserversorgung. Er berichtete, dass man einmal einen zufällig in der Nähe mit dem Gebäudebau beschäftigten großen Rohrkran zum Umladen benutzte. Der Kranführer bekam einen Kasten Bier, finanziert aus der Brigadekasse, und alle waren glücklich. Das STK verfügte selber nicht über einen Kran.
 
Korrektur zu meinem Beitrag: für den Betrieb in Lengenfeld/V. habe ich die Zeiten vermischt. Vor 1989 hieß der Betrieb VEB Kunststeinwerk und danach/am Ende gehörte er zu den Hartsteinwerken. In verschiedenen Büchern über die Bahnstrecke Zwickau - Falkenstein finden sich Informationen oder einzelne Bilder zu dem Anschluss des Betriebes.

Gruß Rico
 
Vielen Allen, die geantwortet haben. Da sind ein paar gute Antworten dabei. Sicher wurde in der DDR viel improvisiert und gerade genommen, was verfügbar war. Bei einem Plattenwerk denke ich, kann man sich nicht auf Improvisationen verlassen.
Für das Plattenwerk auf dem Segment werde ich dann eine kleine Kranbrücke installieren, die den Sand in einen Bunker mit Förderband schaufelt. Ob es ein Hoch- oder Tiefbunker wird, zeigt sich, wenn Gleise liegen und welcher Platz an der Segmentkante verfügbar ist.
 
Ich habe mal beim Stöbern ein Bild in einem FP Artikel gefunden. Hier sieht man vermutlich den Bandaufzug zum Silo, wo Sand, Kies, Zement gelagert und dann der Produktion zugeführt wurde.
Für mein Modul bissel zu mächtig gewaltig....
 
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