Nordländer
Foriker
Der Nordländer verbringt seine Mittagspause gerne an besonderen Orten. Letzte Woche ging es beruflich in die Lüneburger Heide. Unweit von Celle befindet sich das kleine Örtchen Wietze. Dieser Ort ist ein ganz besonderer Ort auf der Suche nach dem "Schwarzen Gold" für die ganze Welt.
Die allererste erfolgreiche Bohrung nach Erdöl auf der Welt fand 1858 in Wietze statt. Allerdings war das auch mehr als Zufall. Eigentlich war Prof. Hunäus auf der Suche nach Braunkohle, die er aufgrund von Teerkuhlen dort vermutete. Der Zufallsfund löste einen wahren Ölboom in den kleinen Ort aus. Zu Spitzenzeiten waren 52 Ölgesellschaften vor Ort tätig. Im Untertagebau wurde auch Ölsand abgebaut. 1963 endete die Ölförderung. 1970 eröffnete man das Museum.
Im Museumsgebäude gibt es eine recht interessante Dauerausstellung, in der auch viele Modelle ausgestellt werden. Auch wird auf die Probleme mit dem "Schwarzen Gold" eingegangen. Im Außengelände gibt es zahlreiche Exponate. Insgesamt bietet das Museum viele Anregungen, die man auch als Modell auf der heimischen Modellbahn umsetzen kann.
Fangen wird mal in der frühen Epoche an:
Ein paar hölzerne Bohrtürme:



Eine einfache Handpumpe aus der Anfangszeit der Ölförderung

Das Rohöl wurde in Holzfässern in der Anfangszeit gelagert. Teilweise wurden diese aus Brandschutzgründen vergraben.

Eine etwas modernere Tiefenpumpe:

Bis zu 4 Tiefenpumpen konnten mit diesem Doppelschwengelantrieb angetrieben werden:

Mit dem Ölabscheider wurde das geförderte Öl-Wasser-Gemisch von Wasser und Schlamm befreit:

In der Anfangszeit war der Abtransport recht aufwendig. So gelangte das Rohöl mit Pferd und Wagen zu den Bahnhöfen Celle und Schwarmstedt. Mit dem Boom wurde die Aller schiffbar gemacht und 1903 die heute nicht mehr existierende Allertalbahn eröffnet. Mit der Allertalbahn bekam das Ölfeld Wietze einen eigenen Ölbahnhof.

Ab 1910 gab es auf dem Ölfeld bereits elektrische Energie, so dass z.B. diese gleisfahrende Winde eingesetzt wurde. Die gehörte einst der Deutschen Petroleum AG (DPAG) und später der Deutschen Erdöl AG (DEA):


Und da sind wir schon im Bereich der Feldbahnen, die sogar heute noch im Rühlermoor bei der Ölförderung genutzt wird. Das Netz im Emsland ist noch heute um die 100 bis 120 km lang. Im Deutschen Erdölmuseum stellt man Bedeutung der Feldbahn mittels einer um die 400m lange Feldbahnanlage mit dem Spurweiten 900mm und 600mm dar.
Diese 600mm Feldbahn-Lok wurde 1940 in Breslau bei der Firma F.W. Hoffmann gebaut. Eingesetzt wurde die Lok auf einem Ölfeld bei Salzgitter:


Auf dem Ölfeld bei Salzgitter war die kleine Lok u.a. mit dieser Winde, die u.a. bei der Instandsetzung von Bohrlöchern genutzt wurde, unterwegs:

Eigenbau-Schienenkuli der Wintershall AG mit Deutz-Motor:

Zwei 600mm Loren:

Interessante Schienenwege:


Die DEA-Feldschmiede passt auch wunderbar zur Feldbahn:

Aus dem Rühlermoor stammt die 1955 gebaute Schöma LO36:

Auch 900mm Spurweite hat der schienengebundene Bohrturm, den die Salzgitter Maschinenbau AG gefertigt hatte:

Ebenfalls von der Salzgitter Maschinenbau AG wurde dieser mobile Bohrturm auf Basis eines Faun L612/60A. Solche Fahrzeuge gab es auch in der DDR. In Gommern (an der B246a) steht ein ähnlicher FAUN vom VEB Kombinat Erdöl-Erdgas Gommern. Dort wurde das Fahrerhaus teilweise durch Teile vom Tatra T138 bzw. T148 ersetzt.


Und wenn wir schon beim VEB Kombinat Erdöl-Erdgas Gommern waren, dann bleiben wir doch gleich dort. In Wietze stehen zwei Expemplare dieses DDR-Betriebes.
Eine Stalinez 100 bzw. S-100 Raupe mit einem Sodenbehandlungsgerät, dass u.a. zum Ein- und Ausbau von Steigrohren und Pumpengestängen verwendet wurde. Dahinter steht ein Tiefenpumpe aus der UdSSR, die mal im heutigen Landkreis Halberstadt Öl gefördert hat.

Hanomag K90 Raupe mit Menck-Schiebeschild und Schäfer Seilwinde:

Eine Tiefenpumpe:

Zur Untersuchung von Bohrlöchern wurde dieser bei Kässbohrer aufgebaute Mercedes eingesetzt. In der DDR gab es solche Fahrzeuge aus Tatra-Basis:


Bei der Suche nach Öl- und Gasfeldern diese Fahrzeug eingesetzt. Das VVCA Vibrator System wurde 1983 bei der Prakla-Seismos Geomechanik GmbH in Uetze bei Celle gefertigt. Meist kamen mehrere Fahrzeuge zum Einsatz. So wurden Erschütterungswellen erzeugt. Durch Messung und Auswertung der Wellen lassen sich Erdöl- und Erdgas-Felder ermitteln.

Bereits von weiten ist das Deutsche Erdölmuseum durch den 54m hohen Bohrturm erkennbar. Zwischen 1961 und 1986 war er auf 32 Bohrplätzen im Einsatz:

Falls jetzt jemand Lust bekommen hat: Das Deutsche Erdölmuseum ist in 29323 Wietze im Schwarzer Weg 7-9 zu finden. Geöffnet ist Di bis So (im Juli und August Mo - So) jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr. Ideal ist der Besuch auch als Betriebs-, Vereins- oder Stammtischausflug.
Die allererste erfolgreiche Bohrung nach Erdöl auf der Welt fand 1858 in Wietze statt. Allerdings war das auch mehr als Zufall. Eigentlich war Prof. Hunäus auf der Suche nach Braunkohle, die er aufgrund von Teerkuhlen dort vermutete. Der Zufallsfund löste einen wahren Ölboom in den kleinen Ort aus. Zu Spitzenzeiten waren 52 Ölgesellschaften vor Ort tätig. Im Untertagebau wurde auch Ölsand abgebaut. 1963 endete die Ölförderung. 1970 eröffnete man das Museum.
Im Museumsgebäude gibt es eine recht interessante Dauerausstellung, in der auch viele Modelle ausgestellt werden. Auch wird auf die Probleme mit dem "Schwarzen Gold" eingegangen. Im Außengelände gibt es zahlreiche Exponate. Insgesamt bietet das Museum viele Anregungen, die man auch als Modell auf der heimischen Modellbahn umsetzen kann.
Fangen wird mal in der frühen Epoche an:
Ein paar hölzerne Bohrtürme:



Eine einfache Handpumpe aus der Anfangszeit der Ölförderung

Das Rohöl wurde in Holzfässern in der Anfangszeit gelagert. Teilweise wurden diese aus Brandschutzgründen vergraben.

Eine etwas modernere Tiefenpumpe:

Bis zu 4 Tiefenpumpen konnten mit diesem Doppelschwengelantrieb angetrieben werden:

Mit dem Ölabscheider wurde das geförderte Öl-Wasser-Gemisch von Wasser und Schlamm befreit:

In der Anfangszeit war der Abtransport recht aufwendig. So gelangte das Rohöl mit Pferd und Wagen zu den Bahnhöfen Celle und Schwarmstedt. Mit dem Boom wurde die Aller schiffbar gemacht und 1903 die heute nicht mehr existierende Allertalbahn eröffnet. Mit der Allertalbahn bekam das Ölfeld Wietze einen eigenen Ölbahnhof.

Ab 1910 gab es auf dem Ölfeld bereits elektrische Energie, so dass z.B. diese gleisfahrende Winde eingesetzt wurde. Die gehörte einst der Deutschen Petroleum AG (DPAG) und später der Deutschen Erdöl AG (DEA):


Und da sind wir schon im Bereich der Feldbahnen, die sogar heute noch im Rühlermoor bei der Ölförderung genutzt wird. Das Netz im Emsland ist noch heute um die 100 bis 120 km lang. Im Deutschen Erdölmuseum stellt man Bedeutung der Feldbahn mittels einer um die 400m lange Feldbahnanlage mit dem Spurweiten 900mm und 600mm dar.
Diese 600mm Feldbahn-Lok wurde 1940 in Breslau bei der Firma F.W. Hoffmann gebaut. Eingesetzt wurde die Lok auf einem Ölfeld bei Salzgitter:


Auf dem Ölfeld bei Salzgitter war die kleine Lok u.a. mit dieser Winde, die u.a. bei der Instandsetzung von Bohrlöchern genutzt wurde, unterwegs:

Eigenbau-Schienenkuli der Wintershall AG mit Deutz-Motor:

Zwei 600mm Loren:

Interessante Schienenwege:


Die DEA-Feldschmiede passt auch wunderbar zur Feldbahn:

Aus dem Rühlermoor stammt die 1955 gebaute Schöma LO36:

Auch 900mm Spurweite hat der schienengebundene Bohrturm, den die Salzgitter Maschinenbau AG gefertigt hatte:

Ebenfalls von der Salzgitter Maschinenbau AG wurde dieser mobile Bohrturm auf Basis eines Faun L612/60A. Solche Fahrzeuge gab es auch in der DDR. In Gommern (an der B246a) steht ein ähnlicher FAUN vom VEB Kombinat Erdöl-Erdgas Gommern. Dort wurde das Fahrerhaus teilweise durch Teile vom Tatra T138 bzw. T148 ersetzt.


Und wenn wir schon beim VEB Kombinat Erdöl-Erdgas Gommern waren, dann bleiben wir doch gleich dort. In Wietze stehen zwei Expemplare dieses DDR-Betriebes.
Eine Stalinez 100 bzw. S-100 Raupe mit einem Sodenbehandlungsgerät, dass u.a. zum Ein- und Ausbau von Steigrohren und Pumpengestängen verwendet wurde. Dahinter steht ein Tiefenpumpe aus der UdSSR, die mal im heutigen Landkreis Halberstadt Öl gefördert hat.

Hanomag K90 Raupe mit Menck-Schiebeschild und Schäfer Seilwinde:

Eine Tiefenpumpe:

Zur Untersuchung von Bohrlöchern wurde dieser bei Kässbohrer aufgebaute Mercedes eingesetzt. In der DDR gab es solche Fahrzeuge aus Tatra-Basis:


Bei der Suche nach Öl- und Gasfeldern diese Fahrzeug eingesetzt. Das VVCA Vibrator System wurde 1983 bei der Prakla-Seismos Geomechanik GmbH in Uetze bei Celle gefertigt. Meist kamen mehrere Fahrzeuge zum Einsatz. So wurden Erschütterungswellen erzeugt. Durch Messung und Auswertung der Wellen lassen sich Erdöl- und Erdgas-Felder ermitteln.

Bereits von weiten ist das Deutsche Erdölmuseum durch den 54m hohen Bohrturm erkennbar. Zwischen 1961 und 1986 war er auf 32 Bohrplätzen im Einsatz:

Falls jetzt jemand Lust bekommen hat: Das Deutsche Erdölmuseum ist in 29323 Wietze im Schwarzer Weg 7-9 zu finden. Geöffnet ist Di bis So (im Juli und August Mo - So) jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr. Ideal ist der Besuch auch als Betriebs-, Vereins- oder Stammtischausflug.