Danke Harka, aber ich kann dir nur zum Teil zustimmen.
Natürlich überwiegen leider immer noch die Anlagen mit Epoche III und einer Ansiedlung in den östlichen Bundesländern, aber das liegt m.E. auch derzeit daran, dass viele TT-ler in der DDR ihre ersten Modellbahnsporen sich verdient haben und manche von den liebgewonnenen und mühsam ersparten BTTB-Loks nicht lassen können. Das sind dann aber eher die Heimanlagen zum Spielen mit dem 310 mm Radius und drei Tunneln, während das Bild auf den Messen schon anders aussieht. Zum Beispiel waren in Dortmund in den letzten Jahren nicht nur Arrangements nach sächsischen und mecklenburger Motiven zu sehen, sondern auch internationales und modernes.
Das gilt vor allem, wenn man sich die Vitrinen mit neu vorgestellten Produkte ansieht oder mal mit Herstellern spricht. Die bezeichnen oft ganz offen Epoche III als Auslaufmodell, weil da langsam die Kunden wegsterben und neue Kundschaft nur durch Epoche V und noch besser VI zu sichern ist. Aber natürlich, so sagt man auch, kann man aktuell noch nicht darauf verzichten, den aktuellen noch vorhandenen Kunden der Epoche III ab und zu mit neuen Modellen oder Sondermodellen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Ich glaube inzwischen auch nicht mehr, dass die einschlägigen Blätter an TT-Zeitschriften ein objektives Bild zeichnen, wenn sie Anlagen vorstellen. Die bilden ja auch vor allem ab, was sie erstens günstig für eine Fotosession erreichen können (für einen Kleinverlag wie Bradler nicht ganz unwichtig) und zweitens wo sie davon ausgehen, dass der Großteil der Kundschaft das sehen will.
Wobei sich oft das Bild des angeblich Gewollten verzerren kann, wenn man selber zu einer bestimmten Untergruppe (Epoche, Ort) neigt. Wahrscheinlich nehme ich auch jede Anlage in Epoche V und VI bewusst und freudig wahr, während ich über die Anlage davor ohne zu lesen achtlos hinwegblättere ("Bäh, schon wieder Elbsandsteingebirge mit Rollwagen, schnell weiter") . Das ist dann das Problem der subjektiven Wahrnehmung, was wir alle haben.
Übrigens habe ich in Dortmund an den Ständen der TT-Hersteller recht viele TT-Freunde getroffen aus den alten Bundesländern, nicht nur vom eigenen Stammtisch, nein, auch viele, die ohne Anbindung an eine Gruppe oder gar Modulnorm vor sich hin bauen. Wenn man genauer schaut, gibt es viel mehr als ich früher dachte.
Mal als Anregung, an wen auch immer:
Wäre es nicht spannend, mal in den Foren eine kleine statistische Erhbung zu machen, wieviele in welcher Epoche fahren und welche Region ihr Vorbild ist? Dann müssten wir auch darüber nicht rätseln
Euch Allen einen tollen Vatertag, viel Prost und bleibt ohne Stürze!
der Django
(Nachtrag, off topic: Und so richtig freue ich mich schon auf die ersten Vorstellungen von Anlagen nach britischen Vorbildern auf Messen und Zeitschriften, denn die Stichbahnen im Norden Großbritanniens sind sicher geeignete Vorbilder für kleine Anlagen. Kurze Gleise, wenig Weichen, kurze Waggons)