mr.doublet schrieb:
Meine Meinung war immer, dass man, um Modelllok-Gehäuse ala E40 in Großserie wirtschaftlich herstellen zu können, Spritzgußformen mit 4 Seitenschiebern verwenden muss. Wie soll man sonst den Spritzling aus der Form kriegen?
MfG
Auch wenn das oben geschriebene nicht stimmen muss (inzwischen auch entfernt), noch mal zu meiner Ansicht: Die Form muss durch entsprechende Gestaltung öffnungsfähig sein, so dass das Werkstück nach der Formgebung aus dem Werkzeug entnommen werden kann (es soll auch schon andere Fälle gegeben haben!). Die Öffnungsbewegung soll so einfach wie möglich sein, üblich ist die Translation in zwei oder drei Richtungen. Etwas komplizierter ist die Öffnung durch Rotation, hier jedoch sicher nur um eine eine Achse. Entscheidend ist auch was bewegt wird: Werkzeug und/oder Werkstück, für letzteres sind zusätzliche Elemente für die Formtrennung nötig, welche den Aufwand in Betriebsmittelkonstruktion, -fertigung erhöhen und die Verwendung des verfügbaren Spritzgussmaschinenpark einschränken (Relativbewegungen der Werkzeugteile müssen durch die Maschine erzeugt werden!). - Aber all das meine ich
nicht mit
Schiebern.
Schieber: Damit meine ich "austauschbare Teile einer Spritzgussform",
die eine unterschiedliche Gestaltung der Oberfläche bei gleichbleibender Grundform und Fertigung in einem Werkzeug auf einer Maschine ermöglichen. Diese Schieber werden in einen Teile ders Grundwerkzeuges eingesetzt, mit diesem (formschlüssig) verbunden und mitbewegt. Es ist keine zusätzliche Relativbewegung erforderlich. Als Beispiel mögen die Modelle m-Wagen der DB aus dem Hause Tillig dienen: Mit einzelnen Elementen, die zu den Werkzeugen zur Formgebung der Seitenwände gehören, können unterschiedliche Seitenwänden nachgebildet werden: 10, 11 oder 12 Abteilfenster, zusätzlich Bistro-Wagen:
Wer einen letztgenannten hat, kann im Bereich der "geschlossenen" (im Bild linker Bereich) deutlich die Andeutung der zwei fehlenden Fenster sehen (man muss das Modell aber genau betrachten, aus normalen Sichtabständen völlig unauffällig!). Ein Modell, beim dem die Form solche Varianten offensichtlich nicht zulässt, ist das der BR V180/118, siehe die immer aufkommenden Diskussionen:
http://www.tt-board.de/forum/showthread.php?t=6360.
Vielleicht sollte man in diesem Fall anstatt von
Schiebern von
austauschbaren Formeinsätzen sprechen.
Andi Wuestner schrieb:
Da ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass Kühn auch nur eine Sekunde geglaubt hat, Tillig oder Siggi würden ihr Fahrwerk für ein Konkurrenzprodukt auch noch als Hilfestellung anbieten, bin ich mir aber ziemlich sicher, dass sich "gleiches Fahrwerk" auf die im Text davor stehenden Erklärungen zur E40 bezieht.
Der Interpretation würde ich mich mal anschließen: gleiches Fahrwerk bezieht sich auf das der anderen
eigenen Lok (hier die E40).